Mein Mann, seine Geliebte und ich
(AT: Noch eine Frau dazu)
(ZDF, Erstausstrahlung 21.09.2009)
 
Handlung | Darsteller | Produktion | Quote & Kritiken
 

Rike und Erik. Ein Ehepaar, eine große Tochter, die gerade auszieht. Das Haus mit Garten, Freundeskreis, Rituale, Gewohnheiten, auch Geborgenheit. Gemäßigter Wohlstand. Als Rike, die auch die gesamte private Korrespondenz verwaltet eines Tages am Computer arbeitet, entdeckt sie einen neuen Ordner. 'Dazu' ist der Ordner betitelt. Neugierig geworden, öffnet sie den Ordner, was weiter keine Mühe bereitet, und entdeckt etwas, was sie ganz und gar aus der Bahn wirft: Es ist der E-Mail-Verkehr ihres Mannes Erik mit seiner Geliebten Dana. Gleichzeitig starr vor Entsetzen und von einer unbändigen, selbstzerstörerischen Neugierde getrieben, liest die Ehefrau die Korrespondenz ihres Mannes mit der Geliebten. Vom ersten bis zum letzten Satz.

Nach dem ersten Schock: Wut, Verzweiflung, Mordlust, aber dann: Hilflosigkeit. Doch Rike fasst einen Plan. Sie wird diese Frau, die ihr Mann ihr zur Zeit vor-zuziehen scheint, kennen lernen.

Was jetzt beginnt, ist der ebenso komische wie verzweifelte Feldzug einer Frau, die ihren Mann zurückgewinnen will. Am Ende wird sie ihn zurückerobern, aber ob die beiden noch einmal glücklich werden?



Darsteller
 
Mariele Millowitsch Rike
Harald Krassnitzer Erik
Natalia Wörner Dana
Anna Werner Lydia
Peter Benedict Manne
Frederike Wager Mia
   
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Produktion
   
Regie Dagmar Hirtz
Buch Laila Stieger
Produzentin Gloria Burkert
Produktion BurkertBarreisDevelopment
gedreht wurde vom 02. September bis 06. Oktober 2008 in Berlin
   
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Quote & Kritiken

Einschaltquote:
Der Film hatte bei der Erstausstrahlung 6 Mio. Zuschauer und eine Einschaltquote von 19,7%.

Teleschau
[...] Dieselbe Sache, das alte Leid, und doch läuft diese Geschichte nicht auf den klassischen Rosenkrieg hinaus. Millowitsch, Krassnitzer und Natalia Wörner in der Rolle der heimlichen Affäre, bei der schon der Name - Dana - nach dem Gegenteil von Ehemonotonie klingt, schwingen sich in einem herausragenden TV-Film zu einer selten so lebensnah gesehenen Aufbereitung des Dreiecks-Themas auf. Keine Guten, keine Bösen und keine Helden sind hier auszumachen, nur drei Menschen. Ehemann, Ehefrau, Geliebte werden gleichberechtigt nebeneinandergestellt. [...]
Wie Mariele Millowitsch jetzt diese Frau agieren lässt, wie sie Rikes inneren Aufruhr, die Angst, das Leiden, die Depression fast nachfühlbar macht, ist nicht weniger als überragend gespielt. Rike weiß nicht, wie ihr geschieht, aber sie weiß, dass sie dieses Leben weiterleben will, dass sie um Erik kämpfen muss. Die betrogene Gattin gibt alles, tischt groß auf, will dem überforderten Gatten plötzlich auf Knien Liebesdienste erweisen wie nie - und selbst die Dirty-Talk-Übungen per Hörbuch, so übertrieben sie scheinen ("nehmen Sie ihren Lieblings-Dildo zur Hand und denken Sie an schmutzige Worte ..."), ergeben aus ihrer verzweifelten Sicht noch einen Sinn. Das ZDF labelt den Film als Tragikomödie. Aber: das ist nicht komisch, sondern sehr, sehr traurig. [...]
Fasziniert, manchmal aber mit Schaudern wie im Horrorfilm, sieht man zu, wie die Lawine aus Gefühlen Fahrt aufnimmt und wächst ... Unaufhaltsam rollt sie Eriks 50. Geburtstag entgegen - die Feier der Lebensmitte als Show-down? Das wäre diesem Drama kaum gerecht geworden. Also erscheint Dana zwar zum Fest, doch sie singt dort nur ein kleines Lied: "Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund, ich schrie mir schon die Lungen wund nach deinem weißen Leib, du Weib ..." Ein Film, der unterhält, aber im besten Sinne auch irritiert, weil er die moralische Keule einfach mal weglässt.

Quotenmeter
[...] Doch statt nun auf den klassischen Rosenkrieg zu setzen, zeigen die Drehbuchautorin Laila Stieler («Wolke Neun») und die Regisseurin Dagmar Hirtz («Der Kriminalist», «Bella Block») den Kampf der Ehefrau um die Liebe zu ihrem Mann. Sie lernt plötzlich aus ihrer Monotonie auszubrechen, neue Wege zu gehen und sogar Dirty-Talk-Übungen auf CD auszuprobieren. Die Verzweiflung kennt zum Teil also keine Grenzen. Auch der Charakter der Geliebten ist anders als sonst dargestellt. Kein extrem junges Ding, die sich an der Schulter des mittelalterlichen Mannes anschmiegt. Natalia Wörners Charakter ist anders, sie gibt sich intelligent, romantisch und als ganz normale Frau. Der Mann steht zwischen alledem und weiß mit der Situation nichts anzufangen, versucht dem Ganzen zu entfliehen, wagt am Ende den Absprung aber doch nicht. Und so mündet alles auf die finale Geburtstagsfeier hin, zu der jeder Zuschauer ein großes Finish erwartet. Doch auch hier weit gefehlt.

Es sind also die drei zentralen Figuren, die die Geschichte tragen. Mariele Millowitsch, Harald Krassnitzer und Natalia Wörner überzeugen durch die Bank als „Liebes-Trio“ und statten ihre jeweiligen Charaktere mit großer Glaubhaftigkeit aus. Niemand übertreibt sein Spiel, alles ist wohl dosiert, und glaubhaft. Hier hat Laila Stieler ganze Arbeit geleistet, dem Trio glänzende Charaktere auf den Leib zu schneidern.

Und so entsteht im Endeffekt ein kleiner, nachdenklich stimmender TV-Film, der die Dreiecksgeschichte mal auf eine andere Art und Weise beleuchtet. Ob diese Variante letztlich überzeugt und eine Übertragung in das wahre Leben realistisch erscheint, muss jeder für sich selbst entscheiden. Gute Unterhaltung ist in jedem Fall garantiert.



NRZ, 20.09.09

[...] Doch obwohl sich der Film von Autorin Laila Stieler und Regisseurin Dagmar Hirtz ganz auf den Blickwinkel der mit Mariele Millowitsch stimmig besetzten Identifikationsfigur Rike einlässt, werden die anderen Beteiligten dieser Dreiecksgeschichte, die heute im ZDF läuft, keineswegs diffamiert oder lächerlich gemacht. [...]

Dagmar Hirtz' Film schafft es tatsächlich, aus der altbekannten Dreiecks-Konstellation noch ein paar neue Funken zu schlagen: So bringt Rike ihre neue „Freundin” Dana sogar mit nach Hause und riskiert damit ganz bewusst eine peinliche Situation - Erik aber ist viel zu uninteressiert an seiner Frau, um nachzusehen, mit wem sie da nachts auf der Terrasse Wein trinkt, und bleibt lieber im Bett liegen.
Aufgelockert wird das Ehedrama durch nette Gags: Wenn die erboste Rike die Wutrede übt, die sie Erik um die Ohren hauen will, dann schreit sie anstelle ihres Mannes einen Müllcontainer an, und auch ihre Bemühungen, das eingeschlafene Liebesleben wieder aufzumöbeln, scheitern kläglich - ein eindeutiges Angebot seiner Frau wehrt der wegen seiner Freundin sexuell voll ausgelastete Erik mit dem lahmen Vorschlag ab, doch erst einmal etwas zu essen.


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