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Einschaltquote:
Der Film hatte bei der Erstausstrahlung 6 Mio. Zuschauer und eine Einschaltquote
von 19,7%.
Teleschau
[...] Dieselbe Sache, das alte Leid, und doch läuft diese Geschichte
nicht auf den klassischen Rosenkrieg hinaus. Millowitsch, Krassnitzer
und Natalia Wörner in der Rolle der heimlichen Affäre, bei
der schon der Name - Dana - nach dem Gegenteil von Ehemonotonie klingt,
schwingen sich in einem herausragenden TV-Film zu einer selten so lebensnah
gesehenen Aufbereitung des Dreiecks-Themas auf. Keine Guten, keine Bösen
und keine Helden sind hier auszumachen, nur drei Menschen. Ehemann,
Ehefrau, Geliebte werden gleichberechtigt nebeneinandergestellt. [...]
Wie Mariele Millowitsch jetzt diese Frau agieren lässt, wie sie
Rikes inneren Aufruhr, die Angst, das Leiden, die Depression fast nachfühlbar
macht, ist nicht weniger als überragend gespielt. Rike weiß
nicht, wie ihr geschieht, aber sie weiß, dass sie dieses Leben
weiterleben will, dass sie um Erik kämpfen muss. Die betrogene
Gattin gibt alles, tischt groß auf, will dem überforderten
Gatten plötzlich auf Knien Liebesdienste erweisen wie nie - und
selbst die Dirty-Talk-Übungen per Hörbuch, so übertrieben
sie scheinen ("nehmen Sie ihren Lieblings-Dildo zur Hand und denken
Sie an schmutzige Worte ..."), ergeben aus ihrer verzweifelten
Sicht noch einen Sinn. Das ZDF labelt den Film als Tragikomödie.
Aber: das ist nicht komisch, sondern sehr, sehr traurig. [...]
Fasziniert, manchmal aber mit Schaudern wie im Horrorfilm, sieht man
zu, wie die Lawine aus Gefühlen Fahrt aufnimmt und wächst
... Unaufhaltsam rollt sie Eriks 50. Geburtstag entgegen - die Feier
der Lebensmitte als Show-down? Das wäre diesem Drama kaum gerecht
geworden. Also erscheint Dana zwar zum Fest, doch sie singt dort nur
ein kleines Lied: "Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund, ich
schrie mir schon die Lungen wund nach deinem weißen Leib, du Weib
..." Ein Film, der unterhält, aber im besten Sinne auch irritiert,
weil er die moralische Keule einfach mal weglässt.
Quotenmeter
[...] Doch statt nun auf den klassischen Rosenkrieg zu setzen,
zeigen die Drehbuchautorin Laila Stieler («Wolke Neun»)
und die Regisseurin Dagmar Hirtz («Der Kriminalist», «Bella
Block») den Kampf der Ehefrau um die Liebe zu ihrem Mann. Sie
lernt plötzlich aus ihrer Monotonie auszubrechen, neue Wege zu
gehen und sogar Dirty-Talk-Übungen auf CD auszuprobieren. Die Verzweiflung
kennt zum Teil also keine Grenzen. Auch der Charakter der Geliebten
ist anders als sonst dargestellt. Kein extrem junges Ding, die sich
an der Schulter des mittelalterlichen Mannes anschmiegt. Natalia Wörners
Charakter ist anders, sie gibt sich intelligent, romantisch und als
ganz normale Frau. Der Mann steht zwischen alledem und weiß mit
der Situation nichts anzufangen, versucht dem Ganzen zu entfliehen,
wagt am Ende den Absprung aber doch nicht. Und so mündet alles
auf die finale Geburtstagsfeier hin, zu der jeder Zuschauer ein großes
Finish erwartet. Doch auch hier weit gefehlt.
Es sind also die drei zentralen Figuren, die die Geschichte tragen.
Mariele Millowitsch, Harald Krassnitzer und Natalia Wörner überzeugen
durch die Bank als Liebes-Trio und statten ihre jeweiligen
Charaktere mit großer Glaubhaftigkeit aus. Niemand übertreibt
sein Spiel, alles ist wohl dosiert, und glaubhaft. Hier hat Laila Stieler
ganze Arbeit geleistet, dem Trio glänzende Charaktere auf den Leib
zu schneidern.
Und so entsteht im Endeffekt ein kleiner, nachdenklich stimmender TV-Film,
der die Dreiecksgeschichte mal auf eine andere Art und Weise beleuchtet.
Ob diese Variante letztlich überzeugt und eine Übertragung
in das wahre Leben realistisch erscheint, muss jeder für sich selbst
entscheiden. Gute Unterhaltung ist in jedem Fall garantiert.
NRZ, 20.09.09
[...] Doch obwohl sich der Film von Autorin Laila Stieler und Regisseurin
Dagmar Hirtz ganz auf den Blickwinkel der mit Mariele Millowitsch stimmig
besetzten Identifikationsfigur Rike einlässt, werden die anderen
Beteiligten dieser Dreiecksgeschichte, die heute im ZDF läuft,
keineswegs diffamiert oder lächerlich gemacht. [...]
Dagmar Hirtz' Film schafft es tatsächlich, aus der altbekannten
Dreiecks-Konstellation noch ein paar neue Funken zu schlagen: So bringt
Rike ihre neue Freundin Dana sogar mit nach Hause und riskiert
damit ganz bewusst eine peinliche Situation - Erik aber ist viel zu
uninteressiert an seiner Frau, um nachzusehen, mit wem sie da nachts
auf der Terrasse Wein trinkt, und bleibt lieber im Bett liegen.
Aufgelockert wird das Ehedrama durch nette Gags: Wenn die erboste Rike
die Wutrede übt, die sie Erik um die Ohren hauen will, dann schreit
sie anstelle ihres Mannes einen Müllcontainer an, und auch ihre
Bemühungen, das eingeschlafene Liebesleben wieder aufzumöbeln,
scheitern kläglich - ein eindeutiges Angebot seiner Frau wehrt
der wegen seiner Freundin sexuell voll ausgelastete Erik mit dem lahmen
Vorschlag ab, doch erst einmal etwas zu essen.
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