Lottoschein ins Glück
(AT: Geld oder Liebe)
(ARD, Erstausstrahlung: 13.06.03)
 
Handlung | Darsteller | Produktion | Quote & Kritiken | Sonstiges

Astrid (Mariele Millowitsch) hat alle Hände voll zu tun, um ihr Leben mit ihren beiden Töchtern Luzie (Diane Siemons Willems) und Imke (Lea Kurka), ihren Job als Kellnerin in einem SB-Restaurant, die laufende Trennung von ihrem Ex Robert (Max Herbrechter) und den Familienhund Anton in Schach zu halten. Lottoschein 1

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Als Imke einem Sportunfall hat, lässt sie im Restaurant alles stehen und liegen, um sie zum Arzt zu bringen und trifft dort zum ersten Mal auf den Pharma-Vertreter Felix Michels (Miroslav Nemec), dem sie augenscheinlich sehr gefällt, was auch Astrids Tochter gleich auffällt.

 
Ihren Job ist sie durch diese Aktion aber leider los und auch die üblichen Streitereien mit ihrem Noch-Ehemann zerren an ihren Nerven. Einzige Ablenkung bietet ihre Leidenschaft fürs Lottospielen. Sie bittet ihre beste Freundin Karin (Marie-Lou Sellem), den Lottoschein abzugeben. Doch durch widrige Umstände verliert Karin den Schein, und er fällt in die Hände von Felix (Miroslav Nemec), der zu diesem Zeitpunkt natürlich nicht weiß, wer Karin ist bzw. wem dieser Schein überhaupt gehört.

Astrid geht Felix seit der ersten Begegnung nicht mehr aus dem Kopf. Er ist alleinerziehender Vater von Björn und hat nach dem Tod seiner Frau keine Frau mehr angesprochen. Sein bester Freund Carlos und sein Sohn Björn geben ihm den letzten Impuls, sein Einsiedlerdasein endlich mal wieder zu verlassen. Nach kurzer Zeit traut er sich dennoch Astrid zu einem Date einzuladen und beide finden schnell Gefallen aneinander. Auch wenn es beiden nicht leicht fällt, sich auf jemand neues einzulassen, so sind sie doch dieser romantischen Begegnung gegenüber machtlos.

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Ihre Beziehung wird getrübt, als Astrids Hund Anton plötzlich verschwindet, und sie befürchtet, dass er auf dem Tisch eines Tierversuchslabors gelandet sein könnte. Denn Felix arbeitet als Pharmavertreter und hat wenig Verständnis für Astrids Sorge, gleich jeder weggelaufene Hund würde Opfer der Pharmaindustrie.
Als Anton allerdings nach einigen Tagen ausgerechnet in Felix Garten wieder auftaucht und er ihn zu ihr zurückbringt, scheint ihrem Glück erstmal nichts mehr im Wege zu stehen.
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Ihre Zweisamkeit muss allerdings noch härtere Proben bestehen, als der Lottotipp von Astrid sechs Richtige bringt und sie verzweifelt ist, weil ihr Schein abhanden gekommen ist. Felix hingegen ist außer sich vor Freude, kann er doch endlich mit dem Gewinn die Schulden seines Hauses abbezahlen. Doch schon nach kurzer Zeit wird ihm klar, wessen Lottoschein ihm zu diesem Glück verholfen hat. Bevor er Astrid allerdings davon erzählen kann, hat sie bereits von ihrem Noch-Ehmann Robert erfahren, dass Felix ihren Gewinn eingestrichen hat.

Lottoschein 6 Zutiefst enttäuscht beendet sie die gerade erst begonnene Beziehung und wehrt jegliche Erklärungs- oder Versöhnungsversuche ab. Felix steht nun vor der alles entscheidenden Frage: Geld oder Liebe? Er trifft eine klare Entscheidung und auch wenn Astrid nach wie vor nichts mehr mit ihm zu tun haben will, überlässt er ihr kurzerhand die 3 Millionen des Lottogewinns.
Während für Astrids Töchter und auch ihre Freundin Karin damit alle Probleme gelöst scheinen, ist Astrid trotz des plötzlichen Reichtums nicht glücklich.

Felix steht die Zwangsversteigerung seiner Villa bevor und bevor er Köln verlässt um mit seinem Sohn nach Berlin zu ziehen, verabschiedet er sich noch mal von Astrid, die allerdings erstmal keinen Versuch unternimmt ihn aufzuhalten.
Aber nur wenige Stunden später treffen sich die beiden in Felix Garten wieder. Denn Astrid hat mit ihrem Lottogewinn die Villa ersteigert und die Frage "Geld oder Liebe" somit eindeutig beantwortet...
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Darsteller
 
Mariele Millowitsch Astrid Seibel
Miroslav Nemec Felix
Lea Kurka Imke Seibel
Diane Siemons Willems Luzie Seibel
Max Herbrechter Robert Seibel
Marie-Lou Sellem Karin
   
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Produktion
   
Regie Dirk Regel
Buch Markus Mayer
Produktion Real Film GmbH
Produzentin Jutta Lieck-Klenke
Redaktion Stefan Kruppa (ARD/Degeto)
gedreht wurde vom 12. November - 13. Dezember 2002 in Köln
   
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Quote & Kritiken
   
Einschaltquote:
Der Film hatte bei der Erstausstrahlung 4,64 Mio Zuschauer (20,5%) und lag damit auf Platz 1 (!!) vor den Nachrichtensendungen und "Der letzte Zeuge" (ZDF) und "Aktenzeichen XY..." (ZDF)

WAZ, 13.06.03
"Lottoschein ins Glück" (ARD, 20.15 Uhr) ist zwar wieder einmal so ein böser Titel - doch was dahinter steckt, hat das Zeug zu einer wirklich witzigen und durchaus romantischen Beziehungs-Komödie - wie sie auf unseren Kanälen selten ist.
Die Geschichte ist gut, weil sie so alltäglich wie außergewöhnlich ist: Lottoschein verloren - und dann den Volltreffer gelandet. Wenn das keine Emotionen freisetzt. Wohl jeder hat sich schon einmal gefragt, wie das ist, wenn dieser Supergau eintritt. Und so schaut man mit dem kleinen bisschen Herzklopfen zu, das für einen Freitagabend gerade richtig ist.

Die Pechmarie heißt Astrid Seibel. Gespielt wird sie von Mariele Millowitsch, die wir aus vielen Rollen kennen, auch als Kommissarin. Und derjenige, der so plötzlich in ihr Leben tritt, ist Felix Michels. Gespielt von Miroslav Nemec, den wir aus vielen Rollen kennen, auch als Kommissar. Doch Nemec kann anders. Kann den Skeptiker wegstecken, kann ein verträumter großer Junge sein, der sich nicht scheut, in dicken Autos herumzukutschieren und sogar eine kleine linke Tour zu starten.

Mariele Millowitsch, die Tochter des legendären Volksschauspielers Willy, ist wohl das, was man einen Glücksfall für das deutsche Fernsehen nenen kann. Überzeugend steckt sie in jeder Rolle, immer natürlich, immer glaubwürdig - und immer anders. Und so sehen wir sie hier, geradlinig und abseits aller Frauenklischees - kein Mäuschen und auch keine Powerfrau. Das Schöne: Dieser Abend ist mehr Märchen als abgefilmte Realität. Und das tut manchmal richtig gut.

FAZ, 14.06.03
[....] Es ist eine entspannte, flott erzählte Geschichte. Der Zuschauer verliert sich nicht in umständlichen Introduktionen: Markus Mayer (Drehbuch) und Dirk Regel (Regie) springen mit Tempo in die Geschichte, finden einen nahezu amerikanischen Rhythmus mit frechen Dialogen, bittersüßen Momenten zwischen dezenter Verliebtheit und patentem Überlebenswillen. Störend gelegentlich der Griff in den Fundus der antiquierten und viel zu häufig wiederholten Weisheiten ("Wie bringst du Gott zum Lachen? Du erzählst ihm deine Pläne." Oder: "Wenn das Dach über dem Himmel zusammenbricht, kannst du den Sternenhimmel sehen.") Solche Oldies gehören wirklich nicht in einer moderne Komödie.
Das Darsteller-Pärchen ist übrigens bestens ausgesucht worden: Mariele Millowitsch mit der von ihr bekannten wunderbaren Mischung aus hausfraulichem Charme und kecker Erotik, aus Chuzpe und beseeltem Humor. Ihr zur Seite steht Miroslav Nemec, diesmal nicht im Stile des spröden und gelegentlich aufbrausenden "Tatort"-Kommissars aus München, sondern mit nuancenreicher Wehmug, lakonischem Witz und dieser Sehnsucht danach, noch einmal so etwas wie Liebe verwirklichen zu können.

Sächsische Zeitung, 13.06.03
[....] Der Film lebt von den beiden Hauptdarstellern. Mariele Millowitsch glänzt einmal mehr in der Rolle einer tapferen Frau, die sich vom Schicksal nicht unterkriegen lässt und trotzig ihr Mott lebt: "Wenn das Dach über mir einstürzt, kann ich die Sterne sehen". Diverse Dialogzeilen im Stil von "Girl Friends" sorgen allerdings dafür, dass die Grundstimmung der Geschichte nicht schwermütig wird. Regisseur Dirk Regel lässt Millowitsch und Nemec viel Raum und sorgt mit einigen wortlos inszenierten Passagen für ein paar sehr hübsche romantische Höhepunkte.

Westfälische Rundschau, 13.06.03
[....] Dass sich die Frage "Geld oder Liebe" letztlich ganz einfach beantworten lässt, zeigt sich am Ende dieses Fernsehstreifens, der trotz der reichlich konstruierten Handlung von seinen glaubwürdigen Figuren lebt. Da die Chemie zwischen dem vor allem durch die Rolle des Münchner "Tatort"-Kommissars populär gewordenen Miroslav Nemec und der natürlich wirkenden Mariele Millowitsch stimmt, gelingt es ihnen, die Gratwanderung zwischen alten Verletztheiten und neu aufkeimenden zärtlichen Gefühlen sympathisch zu vermitteln. Und so lädt diese romantische Komödie die Zuschauer doch noch zum Mitfühlen und Mitschmunzeln ein.

Neue Osnabrücker Zeitung, 14.06.03
[....] Mariele Millowitsch garantiert unprätentiöse Frauenfiguren, denen man meist alles abnimmt, was ihnen passiert. Miroslav Nemec ist auch immer wieder für Überraschungen gut, und schon deshalb konnte man diesem Fernseh-Einstieg ins Wochenende ruhig eine Chance geben.
Und siehe da: Das war ganz nett. Astrid Seibel war einmal nicht die allein erziehende Wundermutter, der die Probleme nur scheinbar über den Kopf wuchsen. Mariele Millowitsch scheute sich nicht, in ihrer Rolle zuweilen gar mit Selbstmitleid zu nerven ­ menschlich eben. [....]

TV Spielfilm, März 2003

Sechs Richtige für den Freitagabend [....] Frischer Wind weht in der ersten Reihe! Gratulation an die ARD für diese heitere Komödie über die Tücken neuer und alter Partner. Und die Millowitsch ist sowieso immer ein Gewinn!

Gong, März 2003

Top-Tipp. Eine romantische Komödie mit erstklassigen Mimen. Unterhaltsam und gut gespielt. Einfühlsame Regie, ausgezeichnete Darstellerinnen."

Teleschau, 12.06.03

[....] Im Gegensatz zur mittlerweile verflossenen "Lauter tolle Frauen"-Reihe, die sich im Hinblick auf ihren emotionalen Tiefgang konsequent in unmittelbarer Ufernähe bewegte, lässt "Lottoschein ins Glück" (Drehbuch: Markus Mayer) immerhin genügend Platz für die ganze Bandbreite großer Gefühle. [....] Amüsant und regelrecht tröstlich ist es aber schon, den beiden Turteltäubchen durch den Irrgarten der Liebe zu folgen.

TV Today, März 2003

Sehr sympathisch gespielte, herzerwärmende Romanze mit kleinen Hindernissen. Nette Unterhaltung nach bekannter Rezeptur.

prisma-online, März 2003

Regisseur Dirk Regel inszenierte diesen unterhaltsamen Liebesfilm mit den typischen Zutaten. Dank der stark spielenden Darsteller kann man über die arg konstruierten Sentimentalitäten hinweg sehen, denn immerhin wird hier das Motto "Pech im Spiel, Glück in der Liebe" einmal etwas anders aus.
 
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Sonstiges
 
Artikel, Interviews, Berichte
3 Fragen an Mariele Millowitsch (Mai 2003, ARD Pressedienst)
"Tofu Chop Suey ;-)" - ein Tag bei den Dreharbeiten (19.11.02, Susanne - die Webmasterin)

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