| Ich kaufe mir einen Mann (SAT1, Erstausstrahlung: 21.03.00) |
| Handlung | Darsteller | Produktion | Kritiken |
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"Good girls go to heaven, but bad girls go everywhere" - Helen Loderer
(Mariele Millowitsch) ist so ein "good girl", die immer alle Pflichten
erfüllt, immer für alle da ist, niemals Forderungen stellt, nie von den
eingetretenen Pfaden abweicht und sich permanent für alles entschuldigt.
Helen merkt gar nicht, wie unglücklich sie eigentlich ist: in ihrer Ehe
und auch als älteste Studentin in ihrem Psychologie - Semester oder ihrem
Job als gute Seele in einer Versicherungs-Agentur. |
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| Im Treppenhaus zu ihrer neuen Wohnung trifft Helen kurz darauf
zum ersten Mal ihren Nachbarn Christian Voss (Gabriel Barylli), der - wie
sie in den nächsten Tagen miterleben kann - ein wahrer Frauenheld zu sein
scheint. Während Helens Mutter Ruth (Birke Bruck) ihre Tochter wie ein kleines
Kind bemitleidet, versucht Helens Freundin Olga (Sabrina White) sie durch
die Einladung zu einer Party abzulenken. Doch auch das hat leider nicht
den gewünschten Erfolg. Zu allem Überfluss versagt sie am nächsten Tag trotz der Hilfe ihres verständnisvollen Professors Kainer (Rudolf Kowalski) bei der Abschlussprüfung. Und das Elend geht immer weiter: Helens abtrünniger Ehemann Jan verunglückt tödlich. |
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Doch dann zeigt sich für Helen endlich ein goldenes Glänzen am Horizont:
Ein Zufall führt sie in ihrer alten Wohnung zu einem Koffer voller Geld.
Jan und seine Geliebte Jeanette haben ihren gemeinsamen Arbeitgeber -
eine Bank - betrogen und wollten sich mit 680.000 DM ins Ausland absetzen.
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Helen beschließt, das Geld zu behalten und ihrem Leben eine neue Wendung zu geben. Sie kündigt den Job in der Agentur, teilt ihrem Professor mit, dass sie das Studium an den Nagel hängen will. |
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Bei einem Disco-Besuch mit ihrer Freundin Olga merkt sie jedoch, dass
ein neues Leben anzufangen, leichter gesagt ist als getan, denn sie fühlt
sich auch mit dem vielen Geld genauso einsam und verloren wie vorher.
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Widerwillig läßt sie sich auf einen Abend mit ihm ein, unter
anderem auch, um der Geliebten ihres verstorbenen Mannes zu entkommen,
die sie schon seit längerem wegen dem Geld verfolgt. |
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Helen entschließt nach dieser Nacht ihr Leben ab sofort selbst
in die Hand zu nehmen. Sie schafft es mit einer Ausnahme-Regelung doch
noch mal zur vermasselten Prüfung zugelassen zu werden und besteht
diese mit Bravur. |
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Anstatt Jeanette das Geld zu überlassen, nimmt Maurice es aber erst
einmal heimlich an sich. Ohne Helen Bescheid zu sagen, kündigt er
seine Wohnung und verschwindet... vorläufig. |
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| Darsteller | |
| Mariele Millowitsch | Helen Loderer |
| Gabriel Barylli | Maurice / Christian |
| Feo Schenk | Jeanette |
| Sabrina White | Olga |
| Birke Bruck | Helens Mutter |
| Rudolf Kowalski | Prof. Kainer |
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| Produktion | |
| Regie | Gabriel Barylli |
| Buch | Natalie Scherf |
| Produktion | Jutta Lieck-Klenke (Objektiv Film GmbH) |
| gedreht wurde | von November - Dezember 1999 in Hamburg |
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| Kritiken |
Berliner Morgenpost, 21.03.00 [....] Gabriel Barylli lässt sich mit der Geschichte Zeit, ohne Langeweile aufkommen zu lassen. Nie verliert er das eigentliche Thema aus den Augen: die Wandlung der ängstlichen Helen zu einer selbstbewussten Frau, die endlich weiß, was sie will. Der größte Pluspunkt des Films ist aber Mariele Millowitsch, der es gelingt, mit ihrem zurückhaltenden Spiel die unterschiedlichen Facetten Helens wie Unsicherheit, Verzagtheit und neu entdecktes Selbstvertrauen zum Ausdruck zu bringen. Neuer Osnabrücker Zeitung, 22.03.00 [....]Ein Drama ersten Ranges, zumindest für Helen, nicht jedoch für den Zuschauer. Denn der wurde von der ersten Minute an blendend unterhalten. Daran hatte hauptsächlich die Hauptdarstellerin Anteil: Mariele Millowitsch spielte die Rolle der Helen sehr engagiert und fesselnd. Regisseur Gabriel Barylli unterstützte zudem mit stimmungsvollen Bildern und passender Musikuntermalung das bis dahin spritzige und pointierte Drehbuch. [....] Für den Zuschauer hingegen wendete sich mit dem Fund des Geldes der bis dahin gute Eindruck des Films: Mehr Romanze als Komödie, schlichen sich unnötige Längen ein, die Musik nervte zunehmend. Turbulenzen - wie in einer Komödie eigentlich üblich - gab es nur auf Nebenschauplätzen, die zwar ganz amüsant, aber leider nicht so witzig waren, wie sie hätten sein können. Der Grund, warum man nicht abschaltete, lag wieder einmal bei Mariele Millowitsch. Wenigstens sie hielt ihr hohes schauspielerisches Niveau bis zum Ende durch. Wie heißt es sonst immer: Auch die guten Darsteller konnten den Film nicht retten? Mariele Millowitsch konnte... Mannheimer Morgen, 22.03.00 [....] Regisseur Gabriel Barylli traut sich, die Produktion zur nicht immer erdenschweren Komödie anzuheben. Und dann diese Musik: Abba, Beatles - dieser Sound lässt beide Geschlechter vibrieren. Mariele Millowitsch spielt Helen, das Puttchen, das die Ketten abwirft. Starke Leistung. Wo eine Uschi Glas mit ihren übertoughen Frauen zunehmend verkrampft, da spielt sich Mariele Millowitsch auf der Normalo-Linie nach vorne. SPIEGEL, März, 2000 [....] Das Drehbuch von Feo Schenk hat zu viele Handlungsstränge und fällt zum Ende hin deutlich ab. Aber das macht nicht so viel aus, weil die Millowitsch mit dezentem Spiel Verletzlichkeit exzellent darzustellen weiß. Hamburger Abendblatt, 22.03.00 Mariele Millowitsch war wohl in glänzender Spiellaune, als sie in die Rolle der Helen schlüpfte, die vom grauen Mäuschen zur selbstbewussten Frau mutierte. Von Selbstvertrauen und Ehemann verlassen, kassiert sie einen Genickschlag nach dem anderen. Als Höhe- und Wendepunkt in dieser Misere stellt sich der Tod ihres Gatten heraus, denn der wollte sich mit seiner jungen Geliebten und einem stattlich gefüllten Koffer Geld absetzen. Der Koffer fällt nun Helen in die Hände und lässt sie zu einem anderen Menschen werden. Die Geschichte hat dabei anfänglich die genialen Züge der Loriot'schen Milieu-Studien. Sehr humorvoll und pointenreich inszeniert, verliert die Komödie indes zum Ende hin ein wenig die Luft. Doch Mariele Millowitsch läuft kontinuierlich auf Hochtouren und lieferte somit eine überaus überzeugende Leistung ab. Oberösterreichische Nachrichten, 23.03.00 [....] Der Verdienst des Regisseurs Barylli bestand darin, aus der Hauptdarstellerin Mariele Millowitsch eine staunenswert bunte Palette von Gefühlsfarben herauszulocken. Zwar strotzte der Text des Drehbuches vor Lebenshilfe-"Merksätzen", dennoch war es vergnüglich mitzuverfolgen, wie sich eine graue Maus, die vom Ehemann hintergangen, den Kollegen in der Firma ausgenutzt und von der Freundin als seelischer Müllabladeplatz missbraucht wird, zur selbstbewussten Frau wandelt. ebenfalls Oberösterreichische Nachrichten, 23.03.00(??) Mariele Millowitsch, Tochter des Volksschauspielers Willy Millowitsch, hat als Seriendarstellerin eine späte, aber steile Fernsehkarriere gemacht. Sie ist auf den Typ der Zweite-Reihe-Frau abonniert, der kumpelhaften Freundin mit Herz und Hausverstand, die sich in ihrer Schüchternheit selbst im Weg steht. Wenn sich dieses Mauerblümchen aber einmal aus dem Schatten heraus wagt, erblüht es zum personifizierten Glück. Mariele Millowitsch kann eine solche Wandlung ganz ohne Griff in die Glamourkiste glaubhaft machen. Deshalb war die Rolle der Helen in Gabriel Baryllis schwungvoll startender Komödie "Ich kauf mir einen Mann" (SAT.1) wie für sie massgeschneidert. Anstoss zur Wandlung der grauen Maus, die vom Ehemann hintergangen, den Kollegen in der Firma ausgenutzt und von der Freundin als seelischer Müllabladeplatz missbraucht wird, geben ein Koffer voll ererbtes Geld und der Mann aus einer Callboy-Agentur, die Helen in ihrer Einsamkeit angerufen hat. Gabriel Barylli - wie meist in seinen Stücken Regisseur und Darsteller - spielt diesen "käuflichen" Maurice sympathisch. Seiner Hauptdarstellerin kann er aber in keiner Phase auch nur das Wasser reichen. Salzburger Nachrichten, 18.04.02 [....] Ich kaufe mir einen Mann" war Unterhaltung von der feineren Art und bot mehr, als der oberflächliche Filmtitel verhieß. Denn Mariele Millowitsch spielte eine liebenswerte, aber äußerst naive Frau, die von Minute zu Minute lernte, ihre "toughe" Seite nach außen zu kehren: Sie ließ sich nicht mehr ausnutzen und stellte irgendwann fest, dass einem viel Geld auch nicht die Angst vor dem Leben nehmen kann. Vor allem erlangte sie folgende weise Erkenntnis: "Es besteht immer die Chance, sein Leben zu verändern." prisma - online [....] Mariele Millowitsch überrascht hier mit einer brillanten schauspielerischen Leistung. Denn sie schafft es problemlos, den Wandel des Mauerblümchens in eine selbstsichere Frau glaubhaft darzustellen. teleschau Trotz der etwas konstruierten Story kann "Ich kaufe mir einen Mann" durchaus gefallen. Das liegt zum einen an der Inszenierung: Gabriel Barylli lässt sich mit der Geschichte Zeit, ohne dass Langeweile aufkommt. Nie verliert er das eigentliche Thema aus den Augen: die Wandlung der ängstlichen Helen zu einer selbstbewussten Frau, die endlich weiß, was sie will. Der größte Pluspunkt des Films ist aber Mariele Millowitsch, der es gelingt, mit ihrem zurückhaltenden Spiel die unterschiedlichen Facetten Helens wie Unsicherheit, Verzagtheit und neu entdecktes Selbstvertrauen zum Ausdruck zu bringen. nach oben |