Untreu
(AT: Die Stimmen II)
(RTL, Erstausstrahlung: 25.05.04)
 
Handlung | Darsteller | Produktion | Quote & Kritiken

Thomas Belolavek wird in seiner Nobelvilla tot aufgefunden, seine Frau Karin (Katja Weizenböck) und die 16-jährige Tochter Maria (Jenny Ulrich) sind verschwunden.
 
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Kommissarin Mona Seiler (Mariele Millowitsch) und ihre Kollegen ermitteln in einem äußerst komplizierten Fall: Über eine Freundin der Familie, Theresa Leitner (Adele Neuhauser), erfahren sie, dass die Bilderbuchfamilie nur noch Fassade war. Karin hatte offen ein Verhältnis mit Milan Farkas (Nikolai Kinski), einem Ex-Knacki, den sie im Rahmen ihrer ehrenamtlichen Sozialarbeit auf einer Lesung im Gefängnis kennen gelernt hatte. Von ihrer Tochter war sie total entfremdet. Maria verbrachte jede Minute mit ihrer exotischen Freundin Kai (Ankie Beilke-Lau).

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Auch Milan als Hautverdächtiger bleibt verschwunden. Bei den Ermittlungen in Milans Wohnung wird Mona von einer unbekannten Gestalt niedergeschlagen. Nur mit Hilfe ihres Ex-Mannes Anton (Roland Koch), der Kontakte in die kriminelle Halbwelt hat, gelingt es ihr Milan zu stellen. Untreu 7

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Allerdings müssen sie ihn wieder freilassen, weil Indizien auch dafür sprechen, dass sowohl Karin als auch Maria die Täter sein könnten; Karin um ihren Mann loszuwerden, Maria, weil sie Ihren Vater dafür hasste, dass er nichts gegen die Entfremdung der Familie unternahm.

Als Monas junger Kollege Bauer bei der Beschattung Milans ermordet wird, spitzen sich die Dinge zu. Kai wird festgenommen und führt Mona direkt zu Theresa Leitner, die Kai auf Maria angesetzt hatte. Theresa hatte Thomas B. ermordet, weil sie eifersüchtig auf Karin war. Theresa hatte vor Karin eine Knastbrieffreundschaft und kurze Affäre mit Milan und konnte nicht verwinden, dass der junge Mann sich in Karin verliebt hatte. Theresa hat auch Bauer auf dem Gewissen und hält Karin und Maria in einer angelegenen Hütte gefangen. Mona und ihren Kollegen gelingt es mit Antons Hilfe die beiden in letzter Minute zu retten und Theresa am Flughafen zu stellen.



Darsteller
 
Mariele Millowitsch Mona Seiler
Max von Thun Kommissar Fischer
Roland Koch Anton
Nikolai Kinski Milan Farkas
Katja Weizenböck Karin Belolavek
Jenny Ulrich Maria Belolavek
Ankie Beilke Kai Lemberger
Adele Neuhauser Theresa Leitner
Thomas Darchinger Klaus Degenhardt
Johnny Müller Matthias Höhner
Severin Sonntag Lukas Seiler
Oliver Clemens Patrick Bauer
   
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Produktion
 
Regie Rainer Matsutani
Buch Peter Petersen nach dem Roman "Untreu" von Christa von Bernuth
Kamera Gerhard Schirlo
Producer Bettina Clauss
Produktionsleitung Andrea Oechsner
Produktion Olga Film GmbH im Auftrag von RTL
Redaktion RTL Andrea Klüver und Sascha Mürl
   
gedreht wurde vom 13. Oktober bis Ende November 2003 in München und Umgebung
   
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Quote & Kritiken

Einschaltquote (Erstausstrahlung)

Der Film hatte 5,41 Mio. Zuschauer (18 % MA bei den Zuschauern ab 3 Jahren) und war mit 21,8% MA an dem Abend der Quotensieger in der werberelevanten Zielgruppe

prisma-online, Mai 2004
Sehenswert! Auch diesmal lässt sich der Regisseur einige Besonderheiten einfallen und erzählt vieles in geschickt eingeflochtene Rückblenden.

TV Today, Mai 2004
Tagestipp: Spannende Unterhaltung mit Raffinesse, Leidenschaft und unerwarteten Wendungen.

TV-Spielfilm, Mai 2004
Tagestipp: Auch Star-Kinder haben Star-Potenz. Mariele Millowitsch vermag in ihrem zweiten EInsatz durchaus zu überzeugen, einzig die Erzählweise mit ihren teils absurden Rückblenden wirkt auf die Dauer etwas hilflos. Da wird der Krimi dem Zuschauer irgendwie untreu.

TV Movie, Mai 2004

Tagestipp! Geschickt konstruierte Story, starke Darsteller!

Kölner Stadtanzeiger, 26.05.04

[....] Das Drehbuch-Puzzle war umso ärgerlicher, als die Darsteller zu beachtlicher Hochform aufliefen - allen voran Mariele Millowitsch, die ihrem zweiten Fall als Mona Seiler löste, und Nikolai Kinski, der das Talent seines berühmten Vaters aufblitzen ließ.

teleschau, Mai 2004
[....] Anfangsszenen dieser Art versprechen Spannung, und "Untreu" hält dieses Versprechen. [....] Dennoch wirkt vieles statisch, wird nur an der Oberfläche angerissen. Ausnahme: das bemerkenswerte Ermittlerduo, das der Produktion etwas Tiefe verleiht.

Berliner Zeitung, 26.05.04

[....] Mona Seiler, von Mariele Millowitsch mit großer Zurückhaltung gespielt, hat nur eine vage Spur [....]

Berliner Morgenpost, 26.05.04

Aber Mona, Anton und der Kleine sind ein nettes Gespann, man muss sie einfach gernhaben. Privates, keine Frage, schafft Vertrautheit. Das Private schürt auch Interesse. Man möchte einfach wissen, wie es den dreien geht, schließlich haben wir sie jetzt ein Jahr lang nicht mehr gesehen. Es geht ihnen gut. [...] Verblüffende Wendungen und mysteriöse Andeutungen sind eine Vorliebe der Krimi-Autorin Christa von Bernuth, die nicht nur gerade ihren neuen Roman "Damals warst du still" veröffentlicht, sondern auch die Vorlagen für "Die Stimmen" und "Untreu" geschrieben hat. In "Untreu" arbeitete sie mit Tagebucheintragungen, die der Film durch zahlreiche Flashbacks zu ersetzen sucht. Das stört. Aber Mona und Anton meistern sowohl die beruflichen als auch die privaten Klippen. Und wir sind's zufrieden.

FAZ, 25.05.04
[....] Beide [Kommissarinnen] sind hart in der Sache, empfänglich für Gefühle, clever und smart. [....] Die andere ist Mariele Millowitsch als Mona Seiler – die Kommissarin mit dem mütterlichen Touch, die aber im Ernstfall in Sekundenschnelle von Warmherzigkeit auf Unerbitterlichkeit umschalten kann. Corinna Harfouch und Mariele Millowitsch beweisen, dass man sich als Frau in der wildwuchernden Fernsehlandschaft der Polizistinnen, Fahnderinnen, Polizeipsychologinnen durchaus noch neu positionieren, dann man nicht bloss aufs Plagiat des Plagiats verwiesen ist, sonder statt dessen innovative Charaktere erfinden kann - und dies handwerklich präzise und erstaunlich kreativ. [....] Zwei Kommissarinnen mit unterschiedlicher Aura und unterschiedlichem Temperament und doch zwei Seelenverwandte: zwei sinnliche Frauen, die sich als Repräsentanten staatlicher Gerechtigkeit empfinden, sich aber nicht immer wie devote Staatsdienerinnen aufführen, die beherzt die Verbrecher jagen, aber auch ein Faible für halbseidene Existenzen besitzen, die sich immer auf ihren Verstand berufen, sich aber im Grenzfall auf ihre Bauch-Entscheidung verlassen. Zwei Frauen, die von all den Männern in ihrer Umgebung – Polizisten, Verbrecher, Partner – ständig unterschätzt werden und es deswegen diesen bornierten Kerlen immer wieder gerne heimzahlen.

epd Medien, 29.05.04
[....] Der zweite Fall für die Münchner Hauptkommissarin Mona Seiler, gespielt von Mariele Millowitsch. Vor einem Jahr, bei ihrem Start mit "Stimmen", sahen sechs Millionen Zuschauer zu. Das gehört sich ja auch wohl bei einer Schauspielerin, die wie kaum eine andere das vielfach geschmähte Genre "Serien" durch ihre Professionalität, ihre komödiantische Spielwut und vor allem durch ihre sympathische, natürliche Ausstrahlung geradezu geadelt hat. Warum soll sie nun nicht auch noch Mörder jagen?
Dagegen gibt es kein Argument. Außer: In diesem Fach ist sie nur eine von zu vielen weiblichen Ermittlern. Und: Sie muss, weil der Job ja so belastend ist, ihr Äußeres reduzieren auf ,herb' und ihr Verhalten auf ,gebremst'. Ein Vollblut mit verhängten Zügeln. Trotzdem ist sie so noch weitaus glaubwürdiger als so manche andere. Ein guter Einfall gibt ihr immer wieder die Chance zu zeigen, wie leicht und treffend sie Figuren vielseitig skizzieren kann.
Mona Seiler hat einen Sohn (Severin Sonntag als Lukas) mit Anton, einem charmantesn Gentleman-Ganoven (Roland Koch), der sein Geld mit dem Klau von Nobelkarossen verdient und immer von sich behauptet, seine Geschäfte seien jetzt ganz legal. Mit ihm teilt sie die Erziehung des Kindes, manchmal auch das Bett, benutzt ihn als Informanten und Ein-Mann-Rettungstrupp. Das ist zwar nicht legal, aber effektiv.[....]
Um diese komplizierten Beziehungen, das Verschwinden, Finden, Verhören und Verfolgen der zahlreichen Verdächtigen zu strukturieren, wählte Regisseur Rainer Matsutani die Methode der parallelen Rückblenden. Eingeleitet von einem Schwall weißen Lichts, lässt er sie anfangs wie Visionen erscheinen. Mona in der Wohnung eines Verdächtigen - Rückblende zu Szenen, die sich dort abspielten. Auch wenn Matsutani diese halluzinativen Übergänge nicht durchhält, wird dem Zuschauer die gesamte Vorgeschichte szenisch serviert. Insgesamt zehn Mal. Dann hat die Vergangenheit die Gegenwart eingeholt. Ein interessantes Prinzip, wie bei Monas erstem Fall eine spannungsvolle Konfrontation der Vorgeschichte mit der Realität eines Verbrechens. Es befördert zwar nicht gerade die Fantasie des Zuschauers, war aber doch bei dieser sehr verwickelten Geschichte unbedingt hilfreich. [....]

Anm.d.W.: Es gab auch ein paar Verisse, auf deren Archivierung habe ich aber verzichtet. Nicht weil ich ein unkritischer Fan bin, sondern weil ich diese Kritik in diesem Fall einfach nicht teilen kann und weil die meisten negativen Kritiken auch noch ziemlich unsachlich waren.


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