Guiness - Die Show der Rekorde
(ARD, 08.04.00)
 
Moderator: Reinhold Beckmann
Gäste: Mariele Millowitsch, Jasmin Gerat, Bernd Stelter (später dann noch Götz Otto)

Beckmann: So, ich freue mich sehr auf meinen nächsten Gast. Ich bin ein großer Fan ihrer Serie bei RTL, nämlich "Nikola", der Comedyserie. Aber Sie kennen sie natürlich auch aus anderen Geschichten, "girl friends" zum Beispiel im ZDF. Sie ist die beliebteste Fernsehschauspielerin bei uns im Lande, hat den Grimme-Preis bekommen, vor kurzem die "Goldene Kamera" noch dazu und sie macht ihren berühmten Familiennamen eigentlich noch berühmter. Hier ist sie: Mariele Millowitsch!

Mariele kommt rein und bekommt langen Beifall
   
Mariele: Hallo!

Beckmann: Herzlich willkommen, freut mich sehr...

Mariele: Freut mich auch!

Beckmann: ...dass es geklappt hat.

Mariele: Ja. Dankeschön!
Guiness - Show 1
 
Beckmann: Es war 'ne ganz enge Anreise übrigens, denn Mariele kommt ganz frisch von der Produktion, es wird wieder "Nikola" gedreht.

Mariele: Ja, und das war toll heute: ich hab meine Premiere gehabt, denn ich bin das erste Mal mit 'nem Helikopter geflogen ... und ich hab meiner Begleitung, glaub ich, die Hand gebrochen als das los ging! Ich hab einen Schiss gehabt. Und dann hab ich mich so dran gewöhnt und das Wetter war schön ... und jetzt könnt' ich's einmal am Tag haben.

Beckmann: So als Dauereinrichtung so.

Mariele: Ja, am liebsten ja. Mann, war das schön!! Also unglaublich toll! (zu Bernd Stelter) Sie sind wahrscheinlich schon geflogen, oder?

Stelter: Ich bin einmal geflogen durch dieses Braunkohlegebiet hinter Köln. Und da ging's dann wirklich immer so runter und dann flog der da diesen Abhang wieder hoch ... also, ich bin fast wahnsinnig geworden.

Mariele: Ja, und was die alles können, diese Schräglage und man kann ganz nach unten gucken: ganz, ganz schön!

Beckmann: Ich bin froh, dass es noch geklappt hat, wir haben uns noch gar nicht gesehen vor der Sendung, so eng war die Nummer heute. Also, "Nikola" hab ich eben angesprochen, "girl friends" - das eine steht für Comedy, das andere für große Emotionen. Was ist leichter zu spielen, was ist schöner zu spielen?

Guiness - Show 2 Mariele: Ach, das kann ich nicht vergleichen, was schöner ist. Also sagen wir mal so: die Emotionen... es ist immer ganz süß, bei Comedy darf man nie hängen, Comedy geht schnell und bei Comedy hängt alles vom Rhythmus ab. Eine Pointe muss zum richtigen Zeitpunkt kommen, das kennt jeder, der schon mal einen Witz erzählt hat. Wenn's zu lange dauert, bis die Pointe kommt lacht kein Schwein. Da kann ich mir, glaub ich bei Bernd Bestätigung holen. Bei der Emotion ist es immer ganz schön, wenn man da einen Hänger hat ... da muss ich immer lachen, das kann man einfach ausreizen. Das ist dann ganz oft so, dass ich meinen Text sag und hänge - und mach einfach ein ganz bedeutungsvolles Gesicht und keiner merkt's - und dann red ich weiter. Und dann sagen die alle: "Die Pause zwischen den Sätzen, die war so genial!". Das war ein klassischer Hänger. Man sagt ja immer, der Hänger ist die Schwester des Ausdrucks und das stimmt irgendwie. (Gelächter)
 
Beckmann: Der Partner an Ihrer Seite ist fast immer der gleiche.

Mariele: Ja...

Beckmann: Und mich hat gewundert, dass Walter Sittler auch im Comedyfach so zu Hause ist, der kann ja richtig komisch sein!

Mariele: Naja, der kommt vom Theater und ich hab ihn auf der Bühne gesehen und ich wusste, dass er einfach ein komödiantisches Pfund ist und hab dann auch ein bisschen dran gedreht, dass er mein Partner wurde bei "Nikola".

Beckmann: Da haben Sie ihn ein bisschen reingeschubst.

Mariele: Mmh, ja (sie lacht verlegen) schon ein bisschen dran gearbeitet.

Beckmann: Wie geht's Hans-Günther?
Guiness - Show 3
 
Mariele: Hans-Günther geht's prima. Der übernachtet auswärts heute.

Beckmann:
Der ist entsorgt sozusagen...

Mariele:
Ja, der ist praktisch entsorgt heute.

Beckmann: Hans-Günther gehört zu welcher Rasse? Das müssen wir hier doch noch mal klären...

Mariele: Gar keine Rasse, ein Mischling. Das ist ein "Dackel-Yorkshire-Misch", der durch mehrere Hände gegangen ist, im Tierheim war und jetzt ist er bei mir gelandet. Ich versuche, alles an ihm wieder gut zu machen, ich verwöhne ihn gnadenlos.

Beckmann: Ja? Wir nannten das früher immer "Dokö", das ist die besondere Rasse, Dorfköter, die gute natürliche Mischung.

Guiness - Show 4 Mariele: Das ist die Sorte Dokö, absolut, ja.

Beckmann: Wie geht Mariele Millowitsch denn raus mit Hans-Günther? Immer 'ne kleine Plastiktüte dabei?

Mariele: Ähh... nee... (etwas verlegen) Ich geh in den Wald und er hat etwas gelernt - nicht bei mir: er versteckt sich im Gebüsch. Er geht nicht auf den Bürgersteig, sondern irgendwo hin, wo's grün ist und dann noch möglichst versteckt an der Seite. Es ist wirklich nicht so, dass er's läßt, wo Menschen reintreten können - bis jetzt (sie grinst).
 
Beckmann: Es gibt bald in der ARD, ich glaub am 12.April ist es soweit, einen neuen Film mit Mariele Millowitsch: "Meine beste Feindin". Das ist auch ein Stück Comedy, aber es ist ein bisschen süß und sauer in der Geschichte, es hat auch so'n paar tragische Momente drin. Die Geschichte ist die: Mariele Millowitsch ist in der Rolle verheiratet, glücklich und urplötzlich kriegt der Kerl 'nen Herzkasper. Und dann taucht da ein zweites Leben auf. Was passiert dann weiter?

Mariele: Naja, er hat ein Nebenleben geführt mit einer Dame vom Kiez. Und die Johanna, die ich dann spiele, will einfach sehen "Was war meine Ehe wert? Ich will das jetzt auflösen, was da passiert ist." Sie fährt auf'n Kiez und lernt dann diese Andrea kennen und sie kommen in Umstände, dass sie zusammen fliehen müssen und die Mädels wachsen aneinander.

Beckmann: Die Andrea ist aber so'n bisschen anderer Typ, ne?

Mariele: Ja (sie lacht), die ist ein bisschen anders, weil die ein transvestit ist, also ein transsexueller. Und das lernt Johanna dann auch kennen, dass transsexuelle keine bösen Menschen sind und die irgendwie ekelig sind, sondern ganz normale Menschen wie du und ich, aber einfach nur im falschen Körper geboren sind und das kann ja nun jedem passieren.

Beckmann: Wollen wir mal eben hingucken?

Mariele: Gerne!

Gezeigt wird der Ausschnitt, wo Johanna und Andrea im Häuschen in Dänemark streiten und Johanna Andrea eine deftige Ohrfeige gibt - es gibt langen Beifall

Beckmann: Also, ich bin schon beeindruckt von dieser ansatzlos geführten und geschlagenen rechten Geraden, die da um die Ecke kam.

Mariele: (lacht) War Doris Kunstmann auch, die hat's fast rumgesemmelt! Wir mussten gerade solche Szenen... es ist so gemein: wir haben's einmal gedreht und es sind Sachen ... ich wusste zwar, wann ich was werfen musste, vorher ist noch ein Wutausbruch, aber man hat das so, wenn man in so'ner Emotion ist, nicht immer so genau drauf. Also gut, ich hab zwar den Kameramann erwischt, der hatte eine Platzwunde am Finger, aber das ging noch. Und dann hatten die einen Fussel. Also Fussel kann passieren, dass in der Kamera was drin steckt, was hinterher auf dem Film zu sehen wäre und das geht nicht, dann muss man das noch mal machen.
Und dann wollte ich es ganz besonders gut machen - das zweite Mal pumpt man dann besonders, weil man denkt "ich darf nicht nachlassen". Und beim ersten Mal hatte Doris den Kopf weggezogen - was auch o.k. war - und beim zweiten Mal war auch sie ein bisschen nervös und hat gegengehalten. Die ist mir wirklich fast aus dem Bild geflogen, die hatte ein feuerrotes Ohr und musste das wirklich zwei Stunden lang kühlen. Ich hab ihr dann noch zwanzig Mal gesagt, dass ich sie lieb hab und dass das nicht böse gemeint war und sie soll's nicht persönlich nehmen (sie lacht). Aber die hat eine gesemmelt gekriegt, heiliges Blechle!!

Beckmann: Wenn der Klitschko doch diese gehabt hätte, diese rechte Kante, am letzten Wochenende.

Mariele: Die hätte auch ihm gelangt, nehm ich mal an (sie lacht)

Beckmann: Also, bald zu sehen, ARD, 12.April, Regie unser Utz Weber. Kann Mariele noch irgendwo in den Supermarkt gehen, in Köln oder in Hamburg oder einfach ganz normal einkaufen?

Mariele: Ach ja, schon. Ich geh gerne ungeschminkt und hab die Haare strubbelig und 'ne Gammelhose an, dann ist das nicht so, dass die Leute gleich wissen "ui" - so wie bei meinem Vater mit seinen weißen Haaren und der war einfach ein Charakterkopf. Der hatte es da schon schwerer. Ich kann mich da schon ein bisschen verstecken, das geht. Und geh auch gerne einkaufen und muss auch meistens samstags, weil wir drehen die ganze Woche und Samstag morgens bleibt mir nichts anderes übrig, als mich in die Reihe zu stellen und los geht's!
Guiness - Show 5
 
Beckmann: Ja wie ist das? Wenn man in der Reihe steht, also Kasse rechts, Kasse links, Kasse in der Mitte - man macht's doch immer falsch, oder?

Mariele: Ich steh immer falsch. Dann ist irgendwie, dann denke ich "ui, das sieht besser aus", dann husch ich rüber und dann seh ich, was ich vorher nicht gesehen hab, jemand mit soooo einem Riesen Einkaufswagen. Oder die Kassiererin hat einen schlechten Tag oder was auch immer...

Beckmann: Oder an der Kasse ist irgendein Fehler und plötzlich ist es kaputt und dann stehste da.


Guiness - Show 6 Stelter: Rollenwechsel!

Mariele: Rollenwechsel! Genau!

Stelter: Oder jemand, der sagt "kleinen Moment, kleinen Moment, ich hab das auch irgendwo noch klein"

Mariele: Oder Schecks ausstellen auch noch. Hab ich auch mitunter. (alle lachen)

... und dann folgt schon der nächste Rekord - Versuch: mit den Kassiererinnen.
 
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