| "Mein Vater gibt mir immer noch Kraft"
(bella, Ende September 2001) |
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| Gleich in zwei beliebten Fernseh-Serien ist sie erfolgreich.
In "Nikola" (RTL, neue Staffel läuft jetzt - Anm.d.W.
stimmt nicht so ganz *g*) spielt Mariele Millowitsch die freche TV-Krankenschwester
gleichen Namens. Für das ZDF steht sie gerade für die fünfte
Staffel der Erfolgserie "girl friends" vor der Kamera. Wir trafen
die 45-jährige Schauspielerin am Drehort in Hamburg. In beiden Serien ist Walter Sittler hier Partner. Was verbindet Sie? Ich respektiere ihn als Schauspieler und als Mensch, er ist ein guter Freund, ein guter Arbeiter und Kollege. Er will nie seine eigenen Eitelkeiten bedienen. Ihn stört es nicht, wenn ich einen Gag mehr habe. |
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| Worüber lachen Sie? Über absurde Sachen, die jeden Tag passieren, Alltagskomik, über trockene Witze. Ich liebe den englischen und jiddischen Humor. Und ich habe kein Problem, wenn mal ein Witz auf meine Kosten gemacht wird. Haben Sie das Serien-Dasein nicht irgendwann mal satt? Nein, beide Serien sind ja nicht platt, sondern qualitativ hoch angesiedelt. Ich mache lieber eine gute Serie als drei schlechte 90-Minüter. Aber es ist natürlich eine Frage der Kraft. Für "girl friends" stehe ich jetzt ca. 100 Drehtage vor der Kamera, da versuche ich mal eine Pause zu machen. |
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Wie soll die aussehen? Wir, also mein Freund und ich, arbeiten daran, dass wir zusammen vier Wochen Urlaub in Australien machen können. Da Alexander ein vielbeschäftigter Mann ist, ist es nicht so einfach, das unter einen Hut zu bringen. Die Flüge haben wir aber vorsichtshalber schon mal gebucht. Sie sind Ihrem Freund zuliebe wieder nach Köln gezogen. Sie wollten doch Abstand von Ihrer Heimatstadt? Ja, aber erstens können wir uns so öfter sehen und zweitens weiß man seine Heimat besser zu schätzen, wenn man länger fort war. Leben Sie immer noch in getrennten Wohnungen? Ja, wir sind beide sehr freiheitsliebend, können gut allein sein. |
| Heirat in Sicht? Nein, ich brauche das nicht. Man weiß ja auch so, dass man zusammengehört. Woran sind Ihre früheren Beziehungen gescheitert? Weiß ich gar nicht. So wahnsinnig viele waren es ja auch nicht, immerhin dauerte die letzte acht Jahre. Er war Schauspielerkollege, wir waren viel unterwegs, da verliert man den Kontakt. Wir hatten uns auseinander gelebt. Man verändert sich ja auch. Sind Sie kompromissloser geworden? Ohne Kompromisse geht's nicht, aber eine finanzielle Abhängigkeit vom Partner wäre für mich undenkbar. Wenn Sie Prioritäten setzten müssten. Beruf - Partner, wie wichtig ist dann Ihr Partner für Sie? Mein Privatleben ist mir wichtiger als mein Beruf. Was nützt mir Erfolg im Beruf, wenn es privat keiner mit mir aushält? Das Privatleben ist der Rückhalt, den man braucht, um Kraft zu schöpfen? |
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| Sie haben erst relativ spät diese Selbstsicherheit
bekommen... Stimmt, druch den Beruf. Vor allem durch "girl friends", ich wusste vorher ja nicht, ob das Konzept aufgeht: Mögen mich die Leute? Glauben sie mir die Geschichten? Dann merkte ich, wow, klasse, der Weg stimmt. Das gab mir Sicherheit. Sie sind promovierte Tierärztin. Haben Sie nie bereut, diesen Beruf nicht auszuüben? Nein, nie. Ich bereue auch nicht den Weg dahin, das Studium der Naturwissenschaften hat mir eine andere Perspektive aufs Leben gegeben. Was würden Sie auf die berühmte einsame Insel mitnehmen? Drehbücher ganz bestimmt nicht. Aber Romane, Biografien, Hör-Cassetten. Es ist herrlich, etwas vorgelesen zu bekommen. Und mehrere Kisten Rotwein! |
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| Sie führen mit Ihrem 1999 gestorbenen Vater Zwiegespräche... Ja. Pro- und Kontra-Dialoge: Wenn es zum Beispiel um die Lösung eines Problems geht, übernimmt er dabei den Gegenpart. Sitzen Sie dann vor seinem Foto? Nein, das passiert meistens, wenn ich in der Natur spazieren gehe. In der Natur habe ich das Gefühl, dass Energien, auch seine, um mich herum sind. Bei Körper und Seele unterscheide ich zwischen Hardware und Software: Hardware ist der Körper, der verfällt. Software ist die Seele. Ich glaube, dass ihre Energie in einen beständigen Kreislauf übergeht und nie verschwindet. Vielleicht wird daraus eine Windbö oder eine Welle... © 2001, bella; Doris Bürger |
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