| "Berühmter als der Papa? Das
will ich nicht" (Bild und Funk, März 1997) |
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| Mit der ZDF-Serie "Girl Friends" gelang ihr
der Durchbruch. Jetzt ist die Tochter von Willy Millowitsch als Staatsanwältin
in einem 90-Minuten Film zu sehen. Neben ihre Rolle als Marie Malek in "Girl
Friends" stand Mariele Millowitsch gerade für die neue RTL-Comedy "Nikola"
und zwei 90minütige TV-Filme vor der Kamera. Am Samstag spielt die 41jährige
auf SAT1 die Staatsanwältin Anne Schickedanz. Was hat Sie an Ihrer Rolle in "Schwanger in den Tod" gereizt? Anne Schickedanz ist ein Kopfüßler, der aber trotzdem auch Gefühl hat. Sie kombiniert mehr, das ist in ihrem Job ja auch wichtig. Sie versucht, Gefühle wegzulassen, und wenn ihr mit Männern etwas schief geht, verdrängt sie den "Mißerfolg." Diese Rolle reizte mich, weil ich mich ungern festlege. So ist Marie Malek aus den "Girl Friends" sehr herzlich und gefühlsbetont und "Nikola" wiederum frech und gelassen. Die drei Frauen haben vollkommen unterschiedliche Charaktere - darauf kam es mir an. Welcher der drei Frauen stehen Sie persönlich denn am nächsten? Vielleicht bin ich ein Mischmasch aus allen dreien. Jeder verdrängt ein bißchen, ich auch. Jeder trifft seine Entscheidungen mal ein bißchen zu sehr aus dem Bauch heraus, und manchmal ist man auch total auf den Kopf bezogen und versucht, alles im Kopf zu lösen. Ich denke, so eine Mischung aus allen dreien trifft auf mich zu. Aber keine ist so, dass ich sagen könnte: Die ist mein Aushängeschild. Jetzt haben Sie gerade die 13teilige Serie "Nikola" gedreht. Was gefällt Ihnen an Comedy? Die Bücher waren so grandios, dass ich mir gesagt habe: "Das ist ein muss. Da wäre ich ja doof, wen ich es nicht mache." Ich habe auch nie gesagt, dass ich mit diesem Nachnamen keine Komödien mehr spielen will. Ich wollte einfach mal etwas anderes machen, um dem Namen Millowitsch eine neue Nuance zu geben. Ich denke, das ist mir mit "Girl Friends" durchaus gelungen. Und deshalb kann ich es mir jetzt leisten, eine 13teilige Comedy zu machen. Sie haben im Herbst für "Girl Friends" den "Goldenen Löwen" bekommen. Welche Bedeutung hat diese Auszeichnung für Sie? Ich habe mich wie verrückt gefreut. Ich habe zwar geahnt, dass wir mit "Girl Friends" nicht wirklich auf die Nase fallen, denn jeder hat wirklich das gegeben, was da war und alle zogen an einem Strang. Was ich aber nicht erwartet hatte ist, dass ich so einen Erfolg damit habe. Das hat mich ein wenig überrollt. Ich freue mich, dass aufgefallen ist, dass wir uns alle Mühe gegeben haben. Denn wenn man sich ein Leben lang abmüht, und keiner sieht's, ist das tragisch. Ich habe Glück gehabt. 1996 sind Sie von Köln nach Hamburg gezogen und drehen prompt unentwegt in Köln. Irgendwie verhext, oder? Man darf diesen Beruf nicht ergreifen, wenn man immer seine eigenen vier Wände um sich haben und jeden Abend brav nach Hause kommen will - das geht nicht. Man muss eben auch mal ein Jahr lang improvisieren und in möblierten Wohnungen leben können. Außerdem ist Köln meine Heimat, ich weiß wo alles ist, ich habe meine Familie und meine Freunde hier. Insofern ist das nicht so schlimm. Steht der Beruf bei Ihnen an erster Stelle? Ich liebe es, solche Arbeiten wie jetzt "Nikola" zu machen, das ist wirklich klasse und da blühe ich bei der Arbeit auf. Auch bei "Girl Friends"." Ja, ich muss sagen, ich arbeite sehr gerne. Ich halte mich aber nicht für einen Workaholic, denn ich kann auch gut abschalten und mit mir alleine sein - was auch besser ist. Denn wenn man den ganzen Tag gearbeitet hat und dann noch irgendeine Form von Kommunikation vom Zaun brechen muss, kann das schon sehr anstrengend sein. Deswegen bin ich im Moment eigentlich ganz froh, wenn ich meine Tür hinter mir zu mache und alleine bin. Gibt es inzwischen wieder einen Mann in Ihrem Leben? Nein, nein. Nicht das ich jetzt sage: Ich will auf keinen Fall einen. Nur im Moment liegt es nicht vorne an. Möchten Sie einmal eine Karriere wie Ihr Vater machen? Ich meine, was ist eine Karriere ? Ich bin immer der Meinung: Der Weg ist das Ziel. Jetzt bin ich bis hierher gekommen - was habe ich davon, wenn ich noch berühmter werde und dann überhaupt nicht mehr unerkannt über die Straße gehen kann ? Das reizt mich nicht, ich habe das, was ich will: Erfolg und tolle Rollen, und damit bin ich happy. © 1997 Bild und Funk |