| Jede Krise hat mich stärker gemacht (Das goldene Blatt, 03.01.96) |
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| Sie schlug stets Umwege ein, um ans Ziel zu kommen. Ihr letztes
hat Mariele Millowitsch, Willys Jüngste, gerade erreicht: Sie spielt
die Hauptrolle in der Vorabend-Serie "girl friends", die am zweiten
Weihnachtstag im ZDF startete. "Diese Marie Malek kommt als trampel vom Land in die Großstadt Hamburg. Und findet Geschmack am Kämpfen, am Karrieremachen. Sie entdeckt, dass sie viel mehr drauf hat, als sie glaubte. Das zeigt sich auch in ihrem Äußeren: Aus Aschenputtel wird eine attraktive Frau." Diese Veränderung, so Mariele Millowitsch, habe ihr beim Drehen großen Spaß gemacht, und mit Marie Malek könne sie sich gut identifizieren. "Wir Frauen neigen ja leicht dazu, unser Licht unter den Scheffel zu stellen. Das kenne ich von mir selber. Anstatt eine Sache anzupacken, bekomme ich Angst." |
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| Viele solcher Krisen gab es im Leben der Kölnerin aus
der sechsten Generation der Schauspieler-Dynastie Millowitsch. Das fing
schon mit sieben Jahren an, als sie zum ersten Mal auf der Bühne von
Vater Willy Millowitschs Volkstheater stand. "Auch wenn alle über
mich lachten und mir applaudierten, fühlte ich mich als dickes, häßliches
Monster." Als gute Tochter spielte sie, genau wie die älteren
Geschwister, die ganze Schulzeit hindurch Theater, nahm dafür Sechsen
in Mathe und Englisch in Kauf. "Auf der Bühne wegen eines Wehwehchens
fehlen? Niemals. Diese Disziplin hat uns der Vater vorgelebt." Freunde der Familie vermittelten Mariele nach dem Abitur einen Platz am Salzburger Mozarteum. "Alles war vorbereitet und plötzlich sagte ich: Nein, da fahre ich nicht hin. Ich will auf keine Schauspielschule.' Ich traute mir das einfach nicht zu." Stattdessen studierte die Hundenärrin Tiermedizin. Doch als sie 1990 ihren Doktor anhängte, wusste sie längst, dass Schauspielerei ihre wahre Passion war. Sie gibt zu, als Mitglied des Millowitsch-Clans einen gewissen Hang zur Selbstdarstellung zu haben: "Wenn ich in einer Arzt-Praxis verschwunden wäre, hätte keiner mehr über mich geredet." Das tat auch so eine Zeitlang niemand, und Mariele stürzte in eine tiefe Krise, nachdem sie sich endgültig von Vaters Bühne verabschiedet hatte, litt heftig unter Liebesentzug. "Vater war sauer und beleidigt. Eigentlich hat er es mir bis heute nicht verziehen." Es folgten ein paar Monate Klinkenputzen bei den Produzenten, "beim Namen Millowitsch fiel allen nur das Wort Schwank' ein." Doch dann ging plötzlich alles sehr schnell: Fernsehrollen, eigene Quiz-Sendungen, Auftritte in Talkshows. Und eine extra für sie geschriebene Serie, eben "girl friends". Hamburg wurde während der monatelangen Dreharbeiten für Marieles zweiter Heimat. "Ich bin doch eine richtige Wasserratte." Jetzt will sie ganz umziehen. Doch ihr Freund Ulrich Schmissat, Schauspieler und Regisseur bleibt in Köln. "Wir sind seit acht Jahren zusammen. Unsere Beziehung verträgt Trennungen", glaubt Mariele. Und sie verträgt auch ihren Aufstieg zum Fernsehstar. "Uli ist kein Macho. Er mag Frauen, die mit beiden Beinen auf der Erde stehen." © 1996 Das goldene Blatt; Ingeborg Prior |
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