"Manchmal habe ich Sehnsucht nach meinen Tieren"
(Das goldene Blatt, April 1989)
   
Sprechstunde in der Tierarztpraxis von Dr. Beate Degen am Kölner Ebertplatz. Vierbeiner, die sonst ihr Terrain mutig verteidigen, warten ängstlich mit Frauchen oder Herrchen auf ihre Behandlung. "Der nächste bitte", sagt die freundliche junge Ärztin im weißen Dreß und findet gleich beruhigende Worte für den Rauhhaardackel mit der gequetschten Pfote. Sie registriert den erstaunten und fragenden Blick seines Besitzers. "Ja, ich bin's wirklich", sagt sie lachend, ohne die Frage abzuwarten.
Schauspielerin Mariele Millowitsch (33), jüngste Tochter von Willy Millowitsch, arbeitet gerade mal wieder in ihrem zweiten Beruf - als Tierärztin. "Auch wenn ich mich für die Schauspielerei entschieden habe", erzählt Mariele, "habe ich doch manchmal Sehnsucht nach den Tieren. Wenn ich hier gebraucht werde, springe ich ein. Die Untersuchungen und Operationen bereiten mir keine Probleme." Gelernt ist gelernt.
Sieben Jahre studierte Mariele Tiermedizin, dann mußte sie sich entscheiden: Tierärztin oder Schauspielerin. Letztendlich gab sie der Bühne den Vorrang. Doch weil sie keine halben Sachen mag, schreibt Mariele Millowitsch zur Zeit auch noch ihre Doktorarbeit. Thema: Bandscheibenvorfälle bei Dackeln. "Wer weiß", sagt sie, "vielleicht steige ich eines Tages ja doch noch um."

© 1989 Das goldene Blatt; Uschi Coenen