"Ich möchte so gerne an die große Liebe glauben"
(Das goldene Blatt, 10.11.99)
 
Aus dem übermächtigen Schatten des Vaters ist Mariele Millowitsch schon vor langer Zeit herausgetreten. Und macht keinen Hehl daraus, dass sie beide Probleme mit dem "Abnabeln" hatten.
"Als ich mein Tiermedizin-Studium begann, dachte Vater immer noch, ich käme zurück an sein Theater", sagt sie. "Aber dann spielte ich an anderen Bühnen, machte Fernsehen. Diese Endgültigkeit war für uns beide zunächst nicht leicht." Natürlich war Willy Millowitsch stolz auf seine jüngste Tochter (am 23. November wird sie 44), die mit den TV-Serien "girl friends" und "Nikola" die Herzen der Zuschauer eroberte. "Noch kurz vor seinem Tod hat Vater sich die letzten 13 Folgen von 'Nikola' angesehen und danach anerkennend den Daumen gehoben. Für ihn war das schon viel - er war sparsam mit Lob."

Ab Januar werden 13 neue "Nikola"-Folgen ausgestrahlt, und im Jahr 2001 kehren auch die "girl friends" wieder auf den Bildschirm zurück. Mariele Millowitsch lebt gut damit, dass sie in ihren Rollen immer die kumpelhafte Sympathieträgerin ist - wie übrigens auch privat. "Ich bin nun mal nicht der Typ geheimnisumwitterter Vamp", stellt sie nüchtern fest.
   
Sie charakterisiert sich selbst als optimistische Frohnatur, auch wenn sie eher in sich gekehrt als eine Stimmungskanone ist. Vor allem aber ist sie realistisch. Selbst wenn es um ein so romantisches Thema wie ihre Liebe zu Alexander Isadi, Mitglied der Geschäftsführung von RTL, geht. Seit über zwei Jahren sind die beiden ein Paar, glücklich auch in getrennten Wohnungen, woran sich nichts ändern soll. "Ich möchte so gern an die große Liebe glauben", sagt Mariele nachdenklich. "Aber die Dinge und Menschen ändern sich im Leben. Natürlich werde ich alles dafür tun, dass unsere Beziehung hält!"

Jahrelang war sie zuvor mit ihrem Schauspieler-Kollegen Ulrich Schmissat liiert. Als sie 1996 für drei Jahre von Köln nach Hamburg zog, kam es zur Trennung. Ein Jahr lebte sie als Single, bevor sie eine neue Bindung wagte. "Ich lernte Alexander kennen, als er uns bei den Dreharbeiten zum Pilotfilm von 'Nikola' besuchte", erzählt sie. "Dann verloren wir uns erstmal wieder aus den Augen und trafen uns irgendwann privat wieder. Die Liebe kam erst später."
Alexander Isadi und Mariele Millowitsch
 
Alexander Isadi wohnt vor den Toren Kölns, Mariele im Zentrum. Die beiden sehen sich täglich. "Weil wir hart arbeiten, brauchen wir zu Hause unsere Rückzugsmöglichkeiten - jeder für sich", sagt sie. Ihr einziger dauerhafter Wohnungspartner ist der Dackelmischling Hans-Günther. "Den kann ich in der Reisetasche zum Drehort mitnehmen. Mein Hängebauchschwein Elli ist an Kummer gestorben, als ich es in Hamburg in einen Bauernhof ausquartieren musste, weil ich es nicht in der Wohnung halten konnte."

Wünscht sich Mariele Millowitsch keine Kinder? "Den Zeitpunkt habe ich verpasst", sagt sie, wiederum ganz realistisch. "Aber ich habe ja eine Großfamilie mit meiner Mutter und meinen drei Geschwistern. Nach Vaters Tod sind wir alle noch enger zusammengerückt."

© 1999 Das golden Blatt; Barbro Schuchardt