Weg von Köln - ich brauche Luft zum Atmen
(das neue, Januar 1996)
 
Mariele Millowitsch (40) hat sich neu verliebt. In eine Stadt. Hamburg. Seit über einem Jahr dreht der frischgebackene Serienstar aus "girl friends" (ZDF, ab 26. Dezember, dienstags, 29.25 Uhr, 24 Folgen) in der Hansestadt. Konsequent - wie die Tochter von Willy Millowitsch nun mal ist - macht sie gleich ganze Sachen. Sie zieht um. Weg aus dem gemütlichen Reiheneckhaus in Köln - ab an die Elbe.
 
Sehr zum Bedauern ihres Lebensgefährten Ulrich Schmissat (41). Der Theater- und Fernseh-Schauspieler, mit dem sie seit 1987 Tisch und Bett teilt, bleibt in Köln. Mariele Millowitsch: "Es ist nicht anders zu machen. Ich krieg immer so einen Rappel und dann muss ich einfach weg. Ich muss mich verändern, brauche Luft zum Atmen. Und Uli ist clever genug, kein Theater zu machen. Er kennt mich. Denn wenn's mich wirklich packt und ich wohin will, dann bin ich schwer aufzuhalten.

Kein Aufhalten gibt es auch für ihre Karriere. Vor 31 Jahren stand die Jüngste aus dem Millowitsch Clan zum ersten Mal auf der Bühne. Sie blieb zunächst dem Theater treu, später moderierte sie auch Shows ("Techtelmechtel" und "Stargeflüster" im WDR.) Und jetzt kommt sie im Fernsehen ganz groß raus. "Ich bin eben ein Spätzünder", sagt sie von sich. "Aber besser spät als nie."
Was war der Grund? Mariele zögert. Manche Entwicklungen dauern eben länger. Ich brauchte viel Zeit, um herauszufinden, was ich wirklich wollte. Schauspielerin werden oder doch etwas anderes." Sie entschied sich zunächst für etwas anderes. Nach dem Abitur begann sie ein Studium der Tiermedizin. "Aber ich wusste schon nach dem ersten Examen, dass das eigentlich nichts für mich war." Doch sie hat es durchgezogen. Warum? "Ich mag es nicht Sachen einfach abzubrechen. Liegt mir einfach nicht. Das mag manchmal aufhalten - aber trotzdem."
Sie ist eben konsequent. Hat sie nicht manchmal Angst, bei soviel Dickschädel für ihre Beziehung zu gefährden? Mariele überzeugt: "Nein, wir lieben uns nämlich. Aber Liebe beruht auf Freiwilligkeit." Und verschmitzt fügt sie hinzu: "Und dass ich kein Puschelchen bin, das wusste Uli von Anfang an."
   
© 1996 das neue; C. Bollhorn