"Man sollte öfter mal den Mut haben, ganz von vorn angefangen"
(Das neue Blatt, Oktober 1997)
 
Selbstbewusst, attraktiv und (beinahe) jeder Lebenslage gewachsen zeigt sich Mariele Millowitsch (41) derzeit gleich in zwei TV-Produktionen: In der ZDF-Serie "girl-friends" (dienstags, 19.25 Uhr) und in der RTL-Comedy "Nikola" (freitags, 21.15 Uhr). Auch privat tut sich eine Menge im Leben der Schauspielerin. Im letzten Jahr zog sie von Köln nach Hamburg, trennte sich von ihrem Lebensgefährten und genoß erstmal ihr Single-Dasein. Inzwischen ist sie wieder neu verliebt. DAS NEUE BLATT sprach mit Mariele Millowitsch.

Als "Nikola" fällt Ihnen auf jeden blöden Macho-Spruch eine passende Antwort ein. Sind Sie privat auch so schlagfertig?

Leider nicht immer. Wenn mir ein Mann auf die ganz dumme Tour kommt, drehe ich mich meist einfach um und geh'. Bei völliger Selbstüberschätzung kann ich auch sauer werden.

Mögen Sie Machos?

Nein, ich mag Männer, die sich und anderen nicht dauernd ihre Stärke beweisen müssen. Eitle Gecken finde ich eklig. Ich schätze Humor, Natürlichkeit und Bodenständigkeit.

Sie haben seit Februar einen neuen Partner, den Juristen Alexander Isadi. Wie haben Sie ihn kennengelernt?

Bei einem Essen mit Freunden.

Ihr Partner lebt in Köln, Sie in Hamburg. Können Sie sich vorstellen, eines Tages zusammenzuziehen?

Schau'n wir mal... Momentan mache ich solche Pläne noch nicht.

Wie wirkt sich das Verliebtsein bei Ihnen aus?

So, dass die Leute sagen: "Mariele, du strahlst aus allen Knopflöchern!"

Ist Ihr neuer Partner der einzige Mann in Ihrem Leben?

Nee, seit einigen wochen gibt's einen Zweiten: Hans-Günther. Er ist eine Mischung aus Yorkshireterrier und Dackel, drei Jahre alt und super-süß. Hans-Günther gehörte einem Kameramann, der mit seiner Frau Nachwuchs bekommen hat. Die beiden könnten sich wegen ihrer Berufstätigkeit nicht um Kind und Hund gleichzeitig kümmern und suchten daher ein neues Zuhause für Hans-Günther. Ich hab' den Rüden gesehen und mich gleich in ihn verknallt. Jetzt ist er mein ständiger Begleiter.

Haben Sie Ihren privaten Neuanfang vor einem Jahr je bereut?

Nein. Ich denke, man sollte im Leben öfter mal den Mut haben, ganz von vorn anzufangen. Für mich hat sich das beruflich und privat stets gelohnt. Natürlich hätte ich auch auf die Nase fallen können. Aber man muss auch Fehler machen dürfen und lernen, sie zu akzeptieren, ohne sich selbst komplett in Frage zu stellen.

Wer hilft Ihnen, wenn Sie doch mal an sich zweifeln?

Meine Freundinnen. Ohne Die Weiber um mich 'rum wäre ich ganz schön aufgeschmissen.

© 1997 Das neue Blatt