"So sorge ich fürs Alter vor"
(Das neue Blatt, 16.08.00)
 
Eine, die nichts umhaut, die mit beiden Beinen fest im Leben steht - das ist Mariele Millowitsch (44). Die Schauspielerin wirkt genauso patent wie die Marie Malek, die sie in "girl friends" spielt. DAS NEUE BLATT wollte von ihr wissen, ob sie beim Thema Geld ähnlich vernünftig ist, wie ihre Serienfigur.
 
Mariele Millowitsch Hat jemand wie Sie, der beruflich so erfolgreich ist, Angst vor Armut?
Naja, das ist schon schlimm... Man weiß ja gerade in meinem Beruf nie, wie es kommt. Ob man auch in Zukunft noch genug Rollenangebote hat. Mir soll es nicht so ergehen wie vielen Kollegen...

Wie haben Sie finanziell vorgesorgt?
Ich sorge ganz klassisch vor - mit Rentenfonds oder Lebensversicherung. Anderes, wie Immobilien, ist mir zu unsicher und zu ungewiss.

Hat Sie das Börsenfieber gepackt?
Nein, dafür bin ich nicht der Typ. Ich habe zwar einige Aktien, aber ich hacke nicht ständig auf dem Computer herum, kaufe und verkaufe nicht wild, um tausend Mark Gewinn zu haben. Denn davon hängt mein Glück nicht ab.
 
Wovon dann?
Dass man Situationen bewusster wahrnimmt, sich an den kleinen Dingen freut. Ich jogge häufig, freue mich dabei an der Natur - wenn ich ein Eichhörnchen im Park sehe, ist der Tag schon gerettet. Ohne schwermütig wirken zu wollen - es macht mich schon traurig und nachdenklich zu sehen, wie viele Menschen auch in meinem Freundeskreis viel zu früh sterben. Ich versuche jeden neuen Tag zu genießen und mir bewusst zu machen, wie zufrieden ich mit meinem Leben sein kann.

Welchen Luxus gönnen Sie sich?
Am liebsten einen schönen Urlaub - da gucke ich nicht aufs Geld. Traumziele sind für mich zum Beispiel noch Südamerika oder Vietnam. Ansonsten bin ich kein Luxusmensch: Es gibt viele Dinge, die ich nicht brauche.

Wofür würden Sie niemals viel ausgeben?

Für ein Auto! 80000 oder 90000 Mark für einen Wagen würde ich nie bezahlen. Dafür sind mir andere Dinge viel wichtiger: eine schöne Wohnung zum Beispiel. Das ist wie eine Burg für mich.

Fehlkäufe, Frust-Einkäufe - kommt das bei Ihnen vor?

Ja, sicher - von meinen Fehlkäufen profitieren dann meine Schwestern. Ein enger silberfarbener Rock, in dem ich mich nie recht wohl gefühlt habe, wandert als nächstes zu meiner älteren Schwester. Und Frustkäufe passieren mir auch. Meist dann, wenn ich mal einen halben Tag drehfrei habe und nichts Vernünftiges unternehmen kann.

Was würden Sie mit einem Millionen-Gewinn anstellen?

Den würde ich sicher anlegen, so dass ich nicht mehr arbeiten müsste und mir meine Rollen, die ich spielen will, noch pingeliger aussuchen könnte.

Gehen Sie sparsam mit Geld um?

Ich versuche mein Geld zusammenzuhalten, auch für später vorzusorgen. Alt werden wir schließlich alle, aber dann auch noch ohne Geld dazustehen - das ist schlimm...

© 2000 Das neue Blatt; G. Lentzen