| "Ich bin doch keine Zicke, nur weil ich meine
Meinung sage!" (Das neue Blatt, 22.09.99) |
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| Anm.d.W.: Dieses Interview gab Mariele schon bevor ihr Vater am 20.09 gestorben ist | |
| Die erfolgreiche Schauspielerin sagt immer offen, was sie
denkt... Mit der ZDF Serie "girl friends" schaffte sie den absoluten
Durchbruch zum Fernseh-Star. Millionen von Zuschauern kennen und lieben
Mariele Millowitsch (43) als patente und herzliche "Marie Malek".
DAS NEUE BLATT sprach mit der vielbeschäftigten Schauspielerin (Nikola,
freitags auf RTL, 21.15 Uhr) über Privates und den kleinen, aber feinen
Unterschied zwischen Männern und Frauen... Sie sind im März von Hamburg nach Köln gezogen, um näher bei Ihrem Freund Alexander Isadi zu sein. Sie beide leben jedoch in getrennten Wohnungen - warum ziehen Sie nicht zusammen? Ich brauche manchmal einfach Ruhe, wenn ich müde und kaputt vom Drehen nach Hause komme - und Alexander kann das gut verstehen. Er ist Mitglied der Geschäftsleitung bei RTL, auch immer sehr beschäftigt und unterwegs. Haben Sie ihn Ihren Eltern vorgestellt? Ja, ich hab ihn eines Tages einfach mitgeschleppt - und mein Vater war begeistert, die beiden mögen sich sehr. Sie wollten niemals heiraten. Haben Sie sich das in der Zwischenzeit anders überlegt? Nein - daran hat sich wenig geändert! Ich bin wirklich nicht heiratswütig. Ich glaube auch nicht, dass die Zweierbeziehung so viel Zukunft hat. So etwas wie unsere Eltern das geschafft haben - 40 oder 50 Jahre Ehe - das klappt doch heute gar nicht mehr. Und woran liegt das? Daran, dass das oft zu Lasten der Ehefrau ging. Heute sind Frauen selbstständiger, verdienen ihr eigenes Geld, haben eigene Ziele. Die müssen heutzutage nicht mehr mit jemandem zusammenleben, mit dem sie gar nicht mehr zusammenleben wollen. Sie sind mit drei Geschwistern aufgewachsen. Hatten Sie nie Sehnsucht nach einer eigenen Familie? Ich bin ein Familienmensch, liebe die Großfamilie, wie es sie früher gab, nicht die moderne Vater - Mutter - Kind - Familie. |
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| Warum haben Sie keine eigenen Kinder? Nun ja - ein Einzelkind wollte ich auf keinen Fall. Ich fand es sehr schön, mit Geschwistern aufzuwachsen. Wir Schwestern haben untereinander gerauft, Dampf abgelassen, haben uns schon mal gegen die Eltern verschworen. Und bei ZWEI Kindern hätte ich meinen Beruf aufgeben müssen - und das wollte ich nicht. Denn Erziehungsurlaub - das machen die Kerle ja dann doch meist nicht mit. Sie sind sehr selbstbewusst, halten mit Ihrer Meinung selten hinterm Berg. Manchmal werden Sie deshalb als Zicke bezeichnet - was sagen Sie dazu? Nun, wenn das jemand glaubt, kann ich damit prima leben. Ich bin doch keine Zicke, nur weil ich meine Meinung sage! Als Frau muss man nur zweimal seinen Standpunkt vehement vertreten - an einem Drehbuch herummäkeln, eine Szene anders spielen wollen - und schon gilt man als Zicke. Bei Männern heisst es dann "toller Kerl" oder "der weiss, was er will". |
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| Müssen Frauen deswegen gegen die Männerwelt
zusammenhalten? Tja, daran hab ich früher mal geglaubt, aber das hat sich heute auch erledigt. Da können Frauen sich eine Scheibe von den Männern abschneiden. Wieso? Männer haben einfach mehr Erfahrung darin, ihre Pfründe zu schützen - die halten doch zusammen, die Buben! © 1999 DAS NEUE BLATT; Gaby Lentzen |
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