| „Dickkopf mit verborgenen Schwächen“ (die zwei, 04.11.98) |
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| Erst ist alles ganz schwierig. Dann plötzlich alles ganz leicht. Die Geschichte einer Frau, die sich gefunden hat. | |
| Sie ist gerade eingetroffen, vor wenigen Minuten. Noch leicht
genervt von der Fahrt Hamburg - Köln. In einem Auto, das vollgeladen
ist mit persönlichen Dingen. Mariele Millowitsch (42) kehrt zurück
in die Heimat, zumindest für die nächsten vier Monate. Dreht 13
neue Folgen der Comedy-Reihe „Nikola“, verbringt die Nächte in einer
möblierten Wohnung und hat ein paar persönliche Dinge mitgebracht,
um auch Vertrautes um sich zu haben, nicht nur fremdes Mobiliar. Ein
wenig eigenwillig ist sie, die Tochter des großen Willy. War sie immer
schon. Und ein Dickkopf ist sie - vielleicht Familien-Erbgut. Und richtig
wütend kann sie werden, bis hin zum Jähzorn. Von wem sie das wohl
haben mag... Ein solcher Mensch geht keinen geraden Lebensweg, begibt sich eher auf die beschwerlichen Pfade. Mariele Millowitsch hat das lange so gehalten. Sagt aber: „Meine Lebensführung war kein System, es ergab sich alles so. Ich hatte einfach zwischen 30 und 40 eine sehr bewegte Zeit.“ Die bewegte Frau ist dann vom Erfolg nach oben getragen worden, seit 1994, zuerst mit „girl friends“, dann mit „Nikola“. Und plötzlich ist alles ganz einfach, manches sogar irritierend einfach. |
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„Es dreht sich alles um den Hauptdarsteller“ sinniert Marie - Nikola.
„Für die Zeit der Produktion setzen sie dich auf einen Sockel - danach
kommt die große Leere, die Depressionen.“ Sie versucht damit fertigzuwerden,
indem sie die Euphorie zurückdrängt. Skepsis wohnt in dem kleinen
Dickkopf, vor allem, was die Zunft der Schauspieler betrifft. „Sie sind
ein Völkchen für sich, mit starken Schutzmechanismen. Sie lassen
nicht gerne in sich hineinschauen. Manche sind eitel, manche haben wenig
Wurzeln.“ Die große Ausnahme: Marieles Partner Walter Sittler. „Weil
er mit beiden Füßen auf der Erde steht“, erklärt sie.
„Er ist uneitel und fair. Er hat verstanden, dass es ein Miteinander geben
muss, kein Gegeneinander. Schade, dass er mit seiner Frau und seinen Kindern
in Stuttgart wohnt, sonst würden wir uns auch privat öfter sehen.“
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