"Willys Vermächtnis für Köln - Wahn, das war sein letztes Wort"
(Express, 08.03.09)
 

Große Schau auf nur 28 Quadratmetern: Am Sonntag wurde in einem Raum der Theaterwissenschaftlichen Sammlung der Uni Köln die Ausstellung "Wahn, das war sein letztes Wort – Willys Vermächtnis für Köln" eröffnet. Und der kleine Raum war schnell überfüllt...

Das Willy-Vermächtnis, es enthielt auch für seine Kinder Katharina, Susanne, Mariele und Peter Millowitsch einige Überraschungen. "Da ist zum Beispiel die Geschichte um das Alter unserer Tante Lucy", erzählt Mariele Millowitsch. "Ihr eigener Sohn durfte sie nicht mit Mutter anreden, musste sie mit ihrem Vornamen ansprechen. Das Familienstammbuch hatte sie auch zerrissen – damit niemand herausbekommt, wie alt sie wirklich ist."

Alte Familienfotos, die jetzt auch in Schloss Wahn gezeigt werden, machen unmissverständlich klar: Lucy ist um einiges älter als ihr Bruder Willy. "Ich denke, vier bis sechs Jahre dürften es schon sein", mutmaßt Peter Millowitsch. Er ist froh, dass der Nachlass seines Vaters ein Zuhause in stilvollem Ambiente gefunden hat.

"Nicht auszudenken, die Sachen wären bei Ebay gelandet. Ich bin ja der letzte Mohikaner unseres Theater-Clans. Um so wichtiger ist es, dass die Erinnerung wachgehalten wird." Er zeigte sich besonders überrascht von Theaterfotos aus den 40er Jahren, die der Fotograf Peter Schneider angefertigt hatte: "Darauf ist unser Vater mit roter Perücke und roter Nase auf der Bühne zusehen. Dabei kam die Tünnesfigur in seinen Theaterstücken gar nicht vor."

Neun Umzugskisten sind seitens der Familie Millowitsch an die Theaterwissenschaftliche Sammlung gegangen – nur ein Bruchteil wird in der Ausstellung gezeigt. "Es wird noch einige Monate dauern, bis wir alles gesichtet, katalogisiert und wissenschaftlich aufgearbeitet hab en", so Professor Dr. Elmar Buck, Direktor der Sammlung.


Millowitsch Geschwister

Mariele und Peter
   
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