| "Meine Familie, meine Liebe, meine Zukunft"
(Express, 14.04.02) |
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| In „girl friends“ sorgt sie als patente Hotel-Managerin für die gute ZDF - Donnerstag - Quote. In „Nikola“ ist sie ab kommenden Freitag wieder patente Krankenschwester, die ihrem selbstverliebten Chef Paroli bietet: Mariele Millowitsch (46) gehört zu den erfolgreichsten TV-Frauen, die gleich in zwei Sendern für Quoten sorgen muss. Doch wie lebt das TV-Muster für patente Frauen selbst? Welche Freuden und Ängste hat sie? Was erhofft sie sich von der Zukunft, und was gibt ihr die Vergangenheit? Im großen Sonntag - EXPRESS Gespräch gibt sie Antwort. | |
| Nach Jahren in München und Hamburg leben Sie wieder in
Köln. Was hat das Rheinland, was Sie woanders nicht haben? Den Rhein. Meinen Freund. Und dann die Mentalität der Leute. Man merkt immer und immer, dass Köln die nördlichste Stadt Italiens ist. Selbst der Spendenskandal ist sehr italienisch. Sind es auch familiäre Bande, die Sie jetzt halten? Natürlich. Meine Mutter ist hier, meine Geschwister leben gerade einen Steinwurf entfernt. Es hat mir Spaß gemacht, zwischendurch mal weg zu sein, und noch mehr Spaß, wiederzukommen. Ab und zu muss man weggehen, damit man gern zurückkommt. |
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| Ihre Mutter war zuletzt sehr krank. Wie geht’s ihr heute?
Viel besser. Sie hatte eine Krise, weil sie eine Bronchitis hatte. Jetzt ist sie wieder zu Hause, und ihren Husten wird sie wieder los. Es hieß, es sei eng geworden, weil jemand den Weihbischof bei uns gesehen hat. Dabei ist der öfter bei uns. Mit ihm kann man schöne Gespräche führen. Sie sind damals aus Köln geflüchtet, weil der Name Millowitsch so stark war. Ist es jetzt anders? Ja, denn jetzt habe ich meinen eigenen Weg gemacht. Jetzt wissen die Leute zu unterscheiden zwischen Willy, Peter und Mariele. Ich kann wieder zurück kommen, weil ich es geschafft habe, mich auf eigene Beine zu stellen. Sie tragen einen der berühmtesten Namen des Rheinlandes. Und doch ist die Zeit, die damit verbunden wird, vorbei … Ja, Vater war Vater, Willy war Willy. Da ist nichts mehr zu kopieren, und da kommt auch keiner mehr hinterher. Er sagte noch kurz vor seinem Tod: „Wenn ich heute von vorne anfangen würde, ich würde es nicht mehr schaffen. Diese ganze Bilderflut, diese vielen TV-Programme.“ Mein Bruder hat das erkannt. Wie er das Theater jetzt führt - das ist was Neues, das hat Zukunft. Als Ihr Vater starb, konnten Sie eines Sturms wegen erst später kommen. Was haben Sie empfunden, als Sie den starken Mann tot fanden? Er lag im Sarg, und ich dachte, das kann nicht sein. Der veräppelt uns. Der kommt jetzt wieder raus und macht „bääääh!“ Aber wir können uns nicht beklagen. Er war 90. Da kann man ja nicht sagen, er wurde zu früh genommen. Und es gibt einen trost: Seine Energie ist frei geworden. Vielleicht ist es der Frühlingswind, den wir jetzt verspüren … Vor 40 Jahren begann Ihre Bühnenkarriere. Erinnern Sie sich noch? Aber ja, wie gestern. Es war „Karlemann“. Ich war ein lautes, dickes Kind. Der Vater sagte: „Spiel nach vorn. Die Leute müssen dich verstehen.“ Also stand ich vorne an der Rampe und habe unglaublich krakeelt. Ein Selbstbewusstsein! Davon hätte ich heute gerne noch etwas. Haben Sie das wirklich nötig? Klar. Im Laufe der Erfahrungen des Lebens kommen Versagensängste dazu - die hatte ich mit sieben nicht. Sie haben doch keinen Grund, Angst zu haben. Sicher, bisher ging alles gut. Aber dieses Damoklesschwert schwebt trotzdem über einem, denn diese positive Strecke kann auch mal vorbei sein. Der Geschmack der Leute lässt sich nicht vorhersagen. Und wenn ich die Quoten nicht habe, bin ich weg vom Fenster. Denken Sie schon übers Alter nach? Natürlich, ich find’s nicht lustig. Aber ich kann ja sowieso nichts daran ändern. Ich kann nur versuchen, mit Sport und gesunder Ernährung dagegen zu halten. Haben Sie Angst vor Falten? Falten gehören dazu. Aber ich freue mich natürlich nicht, wenn ich wieder eine entdecke. Es ist schon was mit dem Alter: Ich renne durch die Gegend und fühle mich körperlich wie 20 oder 25 - und dann schau ich in den Spiegel und denk: O Gott, o Gott. Sind Sie gegen Schönheitsoperationen? Das muss jeder selbst entscheiden. Man sollte aber aufpassen, durch die Operation(en) nicht sein Gesicht zu verlieren - in zweierlei Hinsicht: sichtbar und innerlich. Was hilft es am Ende, wenn die Leute sagen: Guter Chirurg - aber dadurch ist sie nur uninteressanter geworden. Sie sind jetzt fünf Jahre mit Ihrem Freund zusammen. Wann wollen Sie heiraten? Ich bin nicht heiratswütig. Ich verspüre diesen Drang nicht. Warum soll man seine Beziehung schriftlich fixieren? Dieses Blatt Papier schützt ja nicht davor, dass irgendwas zu Ende geht. Am Ende freuen sich nur die Anwälte. Haben Sie schon mal über ein Ende von „Nikola“ nachgedacht? Ich mache das so lange, wie die Bücher gut sind. Wir drehen nächstes Jahr auf jeden Fall „Nikola“, übernächstes Jahr wahrscheinlich „Nikola“ - und dann von mir aus, bis ich 80 bin. Sehen Sie sich selbst gern im TV? Ich versuche, nur Filme zu drehen, die ich selbst gern sehen würde. Ich verschenke ja auch nichts, was ich scheußlich finde. Bisher haben Sie hauptsächlich Charaktere verkörpert, die auch im wahren Leben auf Sie zutreffen könnten… Stimmt - was ich gemacht habe, lehnt sich an mein Leben an. Ich habe bisher nie außergewöhnliche Situationen gespielt, noch nie eine Massenmörderin oder eine Frau, die in eine tiefe Lebenskrise geraten ist. Noch nie eine Geschichte, bei der die Leute nicht mehr beurteilen konnten, ob es stimmt, was ich erzähle. Würden Sie gern mal eine Massenmörderin spielen? Ja - aber dann müsste auch erzählt werden, warum sie so ist. Dann würde mich das Psychogramm einer solchen Frau sehr interessieren. © 2002 EXPRESS, Horst Stellmacher |
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