"Ein neuer Partner? Woher soll ich die Zeit nehmen?"
(Frau im Spiegel, 02.01.97)
 
Mit "girl friends" wurde sie der Publikumsliebling. Seitdem dreht sie ununterbrochen.
   
"Anne Schickedanz" Mariele Millowitsch stürzt sich auf jedes Horoskop, verschlingt es, findet es entweder blöd oder gut - und vergisst es. Eigentlich schade! denn vermutlich haben die Sterne ihr schon Anfang 1996 den absoluten Karriere-Höhenflug prophezeit. Mariele war einer der meistbeschäftigsten Stars des letzten Jahres. Doch wegen mangelnder Erinnerung an die Vorhersage wurde die 41jährige Millowitsch - Tochter von den gehäuften Rollenangeboten völlig überraschend getroffen.

Gerade kommt sie dick eingepackt vom Außendreh. Schnell streift sie Puls- und Handwärmer ab und genehmigt sich in der Kantine ein fixes Mittagessen, bevor der Regisseur sie wieder ruft. Seit Ende der Dreharbeiten für "girlfriends" im März hat sie drei Folgen als Staatsanwältin Schickedanz gedreht und steht seit Oktober (mit ihrem Kollegen Walter Sittler) für "Nikola" vor der Kamera. Im Januar gibt's dann den fliegenden Wechsel: Die Arbeit für "girl friends" hat bereits begonnen, wenn sie quasi mit "Blaulicht" dazustößt.
"Selbst meine kolossale Arbeitswut ist mittlerweile befriedigt", sagt die Schauspielerin und schiebt sich ein Stück - mittlerweile kalten - Hackbraten in den Mund. "Manchmal stehe ich selbst mit offenem Mund vor der Entwicklung und denke: Das ist ja Wahnsinn!"
 
Dieser Wahnsinn hat Mariele schon zum "Goldenen Löwen" und eine Nominierung für den TeleStar verholfen. "Ich halte nichts davon, den Star raushängen zu lassen, dazu bin ich nicht geboren. Das würde mich viel zu sehr anstrengen, deshalb lasse ich es lieber gleich. Es ist auch gefährlich, sich ganz selbstverständlich als Star behandeln zu lassen. Es ist ja nicht garantiert, dass alles so bleibt mit dem Job. Dann ist der Tag X und das große Nägelkauen angesagt."
Mariele, die sechs Tage in der Woche mindestens zehn Stunden arbeitet, muss das allerdings kaum befürchten. Wer viel arbeitet, verdient auch viel Geld. Was macht sie damit? "Nee, die Steuer schluckt sehr viel", sagt sie, schluckt einen Bissen runter und fügt hinzu: "Aber ich habe ohnehin keine großen Wünsche. Prestigeobjekte interessieren mich nicht. Im vergangenen Jahr hatte ich einen zwölftägigen Urlaub mit meiner Mutter in der Bretagne. Das war wunderschön."

Was macht sie an den raren freien Tagen? "Oh letztes Wochenende hatte ich mal nichts zu tun - und lag mit einem Magen-Darm-Virus im Bett. Meine Freundin hat mich gepflegt. Und auch mein Freund Uli Schmissat hat sich um mich gekümmert. Ich bin dankbar, dass wir nach unserer Trennung so gute Freunde geblieben sind."
Gibt es eine neue Beziehung in ihrem Leben? "Wann denn? Ich bin bis '98 ausgebucht. Aber ich habe gute Freunde, mir fehlt nichts." Wirklich nichts? "Manchmal wäre es schön, jemanden im Hintergrund zu haben, der beruhigt: Setz dich ruhig hin, atme tief durch, es wird alles gut! Oder einer, der mir die Wasserkiste trägt. Aber dann macht man es halt doch selbst." Und dann stocknüchtern: "Ich renne nicht mit ausgefahrenen Antennen herum und suche den nächsten Partner. Irgendwann wird einer kommen. Ich werde diese Welt sicherlich nicht verlassen, ohne dass ich noch mit dem einen oder anderen nette oder schlechte Erfahrungen gemacht habe!"

P.S.:
Wortlaut Schütze-Horoskop '97: "Im Februar und April steht Venus günstig. Sie können Ihren Traumpartner kennenlernen."

© 1997 Frau im Spiegel, U. Schankat