| "Mein langer Abschied von Vater..." (Frau im Spiegel, 29.11.00) |
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| Sie ist einer der wenigen deutschen Kultstars. ("Girl friends", "Nikola"). Mariele Millowitsch. In ihren Adern fließt reines Theaterblut. Vom Schatten ihrer berühmten Familie hat sie sich längst befreit und ihren eigenen Weg gefunden. | |
| Vor einem Jahr ist die Theater-Legende Willy Millowitsch
gestorben. Wo ist er heute für Sie? (sie lächelt) Vielleicht in den Wolken. Wenn schönes Wetter ist, lobe ich ihn: "Oh, Papa, Hast du heute wieder wunderbares Licht gemacht." Zugegeben, das sind Kindervorstellungen. Die tun mir aber gut. Sprechen Sie noch mit ihm? Ja. Papa ist gefühlsmäßig immer um mich herum, wird auch niemals weggehen. Wir führen Diskussionen. Bei Konflikten stellt er die Gegenseite. Das ist ja das Irrsinnige: Im Leben hatten wir nie solche Gespräche. Jetzt führe ich sie mit einem Toten. Saublöd. Aber so komme ich innerlich zur Ruhe und zu einer Lösung. In dem TV-Film "Zwei vom Blitz getroffen" (SAT.1, 12.12.) gelingt Ihnen der Wandel von einer reifen Lehrerin zu einer aufmüpfigen 16-Jährigen. Kommen da Erinnerungen an Ihre eigene Jugend hoch? Nein, nein. Natürlich war ich in dem Alter manchmal aufmüpfig. Aber Drogen oder Ähnliches waren nicht drin. Schon von Kindesbeinen an habe ich eingetrichtert bekommen: Ich darf die Theater-Vorstellung nicht platzen lassen. Sonst passiert was. Mein Vater führte ein strenges Regiment. |
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| Ihre Eltern waren 53 Jahre verheiratet. Ein Vorbild? Ich glaube nicht, dass eine Ehe heute noch 30, 40 Jahre halten kann. Wenn überhaupt nur dann, wenn beide Partner gleichberechtigt sind. Das klassische Frauenbild hat sich geändert. Ich möchte nie wegen eines Partners meine Bedürfnisse zurückschrauben müssen. Dem Mann eine Karriere ermöglichen und selbst verkümmern - das kommt bei mir nicht in die Tüte. Das haben mir meine Eltern so vorgelebt und ich sage: No! Heißt das, Ihr Lebensgefährte Alexander Isadi bekommt nichts zu essen, wenn er zu spät kommt? Nö, warten habe ich mir abgewöhnt. Wenn's bei ihm sehr viel später wird, muss er sich die kalten Spaghetti eben noch mal warm machen. © 2000 Ulrike Schankat |
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