"Ich wär' gern ein Delphin"
(Funkuhr, Anfang 1996)
 
Ein Name mit Tradition - Millowitsch. Er steht ursprünglich für Theater, rheinische Frohnatur und natürlich für Vater Willy. Das jüngste seiner vier Kinder, Tochter Mariele (40), hat eine weitere Facette in den Familienclan eingebracht: "Serien-Star" im ZDF! Jeden Dienstag um 19.25 Uhr in "girl friends", Geschichten rund um Freundschaft.

Wer ist Ihre beste Freundin?
ich habe eine in Köln, die mir besonders nahesteht. Mit ihr kann ich über alles quatschen.

Welche Eigenschaften sollte eine gute Freundin haben?
Hinter einem stehen, loyal sein. Aber auch kritisch. Man muss sich alles sagen können, nur bitte unter vier Augen.

Nervt eine Freundin mit Liebeskummer?

Nein. Da muss man einfach zuhören. Das tut so gut. Ich habe doch auch schon mit meinem Liebeskummer allen möglichen Leuten die Ohren vollgeheult.

In der TV-Serie lieben Ihre Freundin und Sie denselben Mann ...
(Anm.d.W.: Wie bitte?!?! Ist mir da was entgangen...)
Da würde ich mich im Privatleben sofort zurückziehen.

Wie läuft es mit Ihrer Serien-Partnerin Tamara Rohloff?
Wir arbeiten gut zusammen.Privat sind wir nicht befreundet.

Sind Sie froh, Nesthäkchen und nicht Stammhalter zu sein?

Ja. Der Druck, der auf meinem Bruder Peter lastet, war und ist enorm. Da hatte ich es leichter, meinen Weg zu finden.

Serien-Star mit 40 - sind Sie Spätzünderin?
Ja, ich brauche Zeit. Es hat gedauert, bis ich zu Hause gemerkt habe, dass mir dieser Familienclan nicht guttut. Und da war zum Beispiel mein Tiermedizinstudium ein Fluchtversuch.

Ähneln sich Mensch und Tier?

Ich finde, Tier sind ehrlicher, ohne Hintergedanken.

Und wenn jemand Tiere mehr liebt als Menschen?

Da hört's bei mir auf, wenn Tier höhergestellt werden. trotzdem liebe ich sie. Leider wird soviel Schindluder mit ihnen getrieben - Tierversuche, Tiertransporte.

Was halten Sie von Tierversuchen?
Zweischneidig. Man kann nicht alle Medikamente am Menschen ausprobieren. Aber ich bezweifle, ob jedes neue Make-up stundenlang an Hasenaugen getestet werden muss.

Welches Tier wären Sie gern?

Im Moment Delphin oder Wal. Die vermeintliche Freiheit, die sie haben, das Verspieltsein und ihre Unbekümmertheit.

Apropos Freiheit. Leben Sie noch mit dem Schauspieler Ulli Schmissat zusammen?
Ich bin nicht solo. Wir versuchen, die Entfernung zwischen Hamburg und Köln in den Griff zu bekommen.

Wie wichtig ist Sex für eine Beziehung?
Das läuft in völlig normalen Bahnen. Ich überbewerte das nach ein paar Jahren Zusammensein nicht, da hängt doch keiner mehr am Kronleuchter und zeigt wilde Kunststücke. Nach einiger Zeit macht man's nicht mehr dreimal am Tag.

Und wie steht's mit körperlicher treue?
Bei mir läuft das unter der Rubrik: Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß. Man muss mir ja nicht alles erzählen.

Sie auch nicht?

Nö.

Wie eigensinnig sind Sie?
Ziemlich.

Haben Sie das von Papa Willy?

Ja, ich denke schon.

Wie war Ihre Kindheit?

Ruhig, von der Mutter geprägt. Mein Vater war ja viel unterwegs, auf Tournee.

Und wenn Willy da war?

Wenn er kam, gab's Hektik.

Guckt er auch "girl friends"?

Ja klar, gefällt ihm gut.

Einer meiner Kollegen schwärmt für "girl friends", weil endlich mal keine schönen Menschen dabei sind ...

Schönheit ist ein dehnbarer Begriff. Aber er hat Recht. Schön sind wir alle nicht. Ist doch auch langweilig.

Warum haben Sie jetzt Strähnchen, keine Dauerwelle mehr?
Ich gefalle mir so besser.

Ihre Zukunftspläne?

Der Weg ist mein Ziel. Lange Planungen machen einen nur unflexibel.

Thema Kinder?

Das ist für mich erledigt. Dafür habe ich keine Nerven mehr.

Frau Doktors Weg zum Serien-Star
Mariele Millowitsch wurde 1955 in Köln geboren. Bühnenpremiere als Neunjährige. Nach dem Abitur Studium der Tiermedizin in München. Doktor-Titel 1990 (Arbeit über alternative Behandlungsmethoden des Band-scheibenvorfalls beim Dackel). Kabarettistin am Düsseldorfer "Kom(m)ödchen". TV-Serienrollen u.a. in "Vera Wesskamp", "Ales aus Liebe". 1995 Durchbruch mit "girl friends".

© 1996 Funkuhr