"Ohne Freunde ist das Leben nichts wert"
(Freizeitwoche, 24.03.05)
 
"Roos war tot, und ich wusste nicht, was ich anziehen sollte. Wenn es doch Winter wäre, dachte ich, dann würde ich meinen schwarzen Mantel anziehen. Wer stirbt denn auch im Sommer?" So lauten die ersten Sätze im Roman "Die Sonnenuhr oder Das geheime Leben meiner Freundin Roos", von Maarten t' Hart. Jetzt wurde der Roman verfilmt, mit Mariele Millowitsch (49) als Leonie in der Hauptrolle. Und Leonie erbt ein gesamtes Vermögen plus die Wohnung und die drei Katzen ihrer verstorbenen Freundin Roos. Es stellt sich heraus, dass Roos ein bizarres Doppelleben geführt hat und als Domina arbeitete...! Freizeitwoche hat mit der beliebten Schauspielerin über Freundschaften, Arbeit und das Leben als solches geplauert.

Kann man sich von einer grauen Maus in eine Domina verwandeln?
Das kann man schon. In meiner Rolle geht das ja auch in ganz kleinen Schritten über die Bühne.

Glauben Sie, dass man ein solches Doppelleben tatsächlich führen kann?
Aber ja - natürlich kann man das. Oder wissen Sie etwa immer ganz genau, was Ihre Freundin in der Freizeit macht? Ich hatte mal eine, die hat mir Jahre später erst erzählt, dass sie eine Zeit lang Telefonsex gemacht hatte. Ich war richtig geschockt.

Haben Sie viele Freunde?
Richtig enge nicht so viele, hauptsächlich sind es weibliche. Aber auch meine beiden Schwestern Katarina und Susanne sind meine besten Freundinnen.

Was bedeutet für Sie Freundschaft?
Nun, ich finde sie lebensnotwendig. Man kann sich darin widerspiegeln. Ohne Freundschaften ist das Leben nicht richtig lebenswert.

Wann würden Sie eine Freundschaft beenden?
Wenn mich eine Freundin hintergehen würde. Oder belügen. Lügen finde ich ganz schrecklich, dann ist das ganze Vertrauen dahin.

Haben Sie schon mal eine Freundschaft beendet?
Gott sei Dank kam ich nie in die Verlegenheit. Denn das stelle ich mir wirklich nicht einfach vor.

Sie haben mal gesagat, Sie wollen nie im Voraus planen - von einem Tag auf den nächsten Leben. Schaffen Sie das?
Nun ja - ich versuche es zumindest. Wenn man mich fragt, was ich im Somme 2007 vorhabe, kann ich nur mit den Schultern zucken. Das will ich nicht wissen.

Wie war das Verhältnis zu Ihren Eltern?
Sehr, sehr gut. Wir sind liebevoll miteinander umgegangen. Aber leider - und das ist der Lauf der Zeit - mussten sie gehen.

Wo sind Ihre Eltern für Sie jetzt?
Sie sind eigentlich immer um mich. Meine Mutter ist jeden zweiten Tag da. Und zwar dann, wenn ich meine Spülmaschine ausräume. Denn da hat sie früher immer gesagt: "Kind - immer erst das untere Geschirr zuerst ausräumen." Und das höre ich tatsächlich heute noch.

Wie sind Sie mit Ihrer Trauer umgegangen?
Ich habe schon getrauert, dennoch wusste ich, sie haben ihr Leben gelebt. Ich habe gelernt, loszulassen. Konnte mit meiner Trauer gut umgehen.

Wieso haben Sie keine eigenen Kinder?
Es hat sich einfach nicht ergeben. Außerdem liebe ich meinen Beruf sehr und ich wollte nicht, dass meine Kinder hinter meiner Arbeit zurückstecken müssen.

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