| "Ich kann auch anders!" (Fernsehwoche, 25.04.03) |
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| Die Kölsche Frohnatur macht Ernst: In ihrem ersten
Thriller spielt sie eine knallharte Kommissarin Leichte Unterhaltung ist ihr Fach. Sollte man meinen. Doch nach ihren Rollen als charmante Marie in "girl friends" und als liebenswert - chaotische Krankenschwester "Nikola" zeigt Mariele Millowitsch (47) jetzt ihre beinharte Seite: Für die Romanverfilmung von Christa Bernuths "Die Stimmen" lernte sie sogar den Griff zum Revolver. Von der Krankenschwester zur Kommissarin. Ein neues Image? Nein, meiner "Nikola" bleibe ich treu. Aber ein Thriller hat mich einfach gereizt. Eine neue Rolle zu spielen, das ist immer spannend. Was erzeugt bei Ihnen Gänsehaut? die Vorstellung, von heute auf morgen, meine Identität zu verlieren. So wie es zum Beispiel Sandra Bullock in "Das Netz" ergeht: Ausweis weg, Kreditkarte gesperrt, keiner weiß, wer du bist. Ein Albtraum! Was ist schwieriger - das Publikum zum Lachen oder zum Zittern zu bringen? Es is eindeutig schwerer, die Leute zun unterhalten. Das muss natürlich auch ein guter Krimi, aber eben auf andere Art. Wie schwer es ist, lustig zu sein, merken Sie, wenn Sie einen Witz erzählen: Ist die Pointe versemmelt, ist nichts mehr zu retten. In Ihrem Beruf schlüpfen Sie in verschiedene Rollen. Wenn Sie für einen Tag mit einem anderen Menschen den Job tauschen könnten, wer wäre das? Ein Archäloge. Ich habe schon als Kind die Entdecker von Pompeji beneidet: Die dicke Lavaschicht hat die armen Opfer, die damals in Sekunden den Tod fanden, vollständig konserviert. Sie öffnen eine Tür, entdecken ein Gewölbe und atmen für Sekunden die gleiche Luft wie Menschen vor vielen tausend Jahren... Wahnsinn! Vor Ihnen steht die die sagenumwobene Fee mit den drei Wünschen und ruft: "Jetzt oder nie!" Wunsch eins: Gesund bleiben. Wunsch zwei: So lange wie möglich engagiert bleiben. Ich hoffe, dass mir erspart bleibt, irgendwann in ein tiefes Karriereloch zufallen. Wunsch Nummer drei halten Sie wahrscheinlich für komplett verrückt... Lassen Sie hören! Na gut: Obwohl ich erst 47 bin, weiß ich schon wie ich mal sterben möchte. Am liebsten wie die Oma einer Freundin: Sitzt mit Mitte achtzig beim Pokern, in der einen Hand eine Hähnchenkeule, in der anderen ein Spitzenblatt - und plötzlich kippt sie vom Stuhl. Einfach so. Ist doch ein Traum: Nicht erst krank im Heim leben, sondern noch voll im Saft stehen, Quatsch machen und sich dann schnell und stilvoll verabschieden. © 2003 Fernsehwoche; K. Zapletal |