| "Karriere im 2. Anlauf" (Gala, 09.10.97) |
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| Sie ist ihren eigenen Weg gegangen, unabhängig
vom berühmten Vater. Jetzt macht Mariele Millowitsch Karriere als Seriendarstellerin.
Große Gefühle, kleine Gemeinheiten, Mißgunst, Rivalität und viel, viel Liebe - das ist das Erfolgsrezept der ZDF-Serie "girl friends" mit Mariele Millowitsch in der Rolle der Marie Malek. Auch in der neuen RTL-Serie "Nikola" amüsiert sie als bissige Krankenschwester Woche für Woche. Privat liebt's die erfolgreiche Schauspielerin eher ganz ruhig und entspannt. Zum GALA-Interview kam die gebürtige Kölnerin in hellen Jeans und Baumwollpulli. In "girl friends" spielen Sie eine geschäftige, aber gefühlvolle Busineßfrau. Gibt es Parallelen zwischen der Rolle der Marie Malek und Ihrem Privatleben? Einige. Marie zeigt ja ganz natürliche Emotionen, die für jede Frau nachvollziehbar sind. Autor Christian Pfannenschmidt hat diese Rolle für mich geschrieben und vieles, was ich selbst erlebt habe, auf die Figur der Marie Malek projiziert. Zum Beispiel? Dass die Marie über ihren eigenen Schatten springen und gegen ihre Ängste ankämpfen muss. Das habe ich selbst genauso durchgemacht. Sie haben den großen Karrieresprung im Alter von fast 40 Jahren geschafft. Ganz schön spät. Ist das ein Vor- oder Nachteil in diesem Geschäft? Ich würde sagen, es war gut so. Die Schauspieler, die mit 20 Jahren, ohne richtig Schauspiel-Erfahrung in die Soap-Operas geschmissen und von ihren Agenten verheizt werden, nur damit sie schnell Geld bringen, die tun mir eigentlich nur noch leid. Sie haben keine Substanz. Ich bin am Theater meines Vaters großgeworden und weiß, welche Ängste an diesem Job hängen, dass das wirklich nicht nur Zuckerschlecken ist. Haben Sie deshalb dem Theater erst einmal den Rücken gekehrt und Tiermedizin studiert? Ich wollte etwas machen, was ganz alleine mir gehört. Ich wollte weg vom Familienbetrieb, raus aus dem viel zu engen Korsett. Aber dann sind Sie doch zum Theater zurückgekehrt. Ist der berühmte Name eine Belastung für Sie? Heute sicher nicht mehr. Früher schon, weil ich mich selbst unter den großen Druck gesetzt hatte, besonder gut sein zu müssen. Letztlich habe ich mich aber dafür entschieden, dem Namen Millowitsch einen anderen Klang zu geben - eine Farbe, die nur mit der Mariele zu tun hat. Es war hart, aber gut. Sie sind bekannt dafür, dass Sie sehr viel arbeiten ... Ich erhole mich davon jeden Tag bei langen Spaziergängen mit Hans-Günther, meinem dreijährigen Mischlingshund. Und an den Wochenenden. Die verbringe ich meist mit meinem Freund. Dann machen wir Kurztrips, düsen für ein verlängertes Wochenende irgendwohin, wo es schön ist. Ich liebe es zu reisen. Bisher haben Sie sich erfolgreich gegen ein bindendes Jawort gesträubt. Ist das Thema Ehe ein Tabu für Sie? Nicht planen - abwarten. Nein, jetzt mal im Ernst: Ich bin kein Feind vom Heiraten und Kinderkriegen. Ich sträube mich nur gegen Männer, die von mir verlangen, Drehbücher gegen Kinder und Küche einzutauschen. Dafür bin ich nicht geschaffen. Ich habe nicht so hart für meine Karriere gekämpft, um jetzt nur zurückzustecken. Ihr Freund lebt in Köln, Sie in Hamburg ... Im Moment geht das ganz gut so. Meine Gage gebe ich nicht für ein Auto, eine Wohnung, teure Klamotten oder ein Haus im Süden aus, sondern für Flüge. Dieses ewige Hin- und Herfliegen geht ganz schön ins Geld. Im übrigen könnte ich ja jederzeit zurück nach Köln ziehen - das ist ja das Schöne an diesem Beruf, man ist frei. Früher haben Sie ganz in der Nähe Ihrer Eltern gelebt. Machen Sie sich manchmal Sorgen, dass Ihrem Vater plötzlich etwas passieren könnte und Sie nicht bei ihm sind? Man darf sich nicht verrückt machen. Wenn der Tag X kommt, werde ich versuchen, dabeizusein. Mein Vater ist jetzt 88. In diesem Alter wird jeder Tag zum Geschenk. © 1997 Gala; Joncia Jahr |