| "Tiere sind ihr lieber" (Hörzu, September 1978) |
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| Mariele Millowitsch bricht mit einer alten Familientradition. Sie will nicht mehr mit ihrem Vater auf der Bühne stehen | |
| "Das ist ja eine schöne Bescherung", knurrte
Willy Millowitsch grimmig. Soeben hatte ihm Nesthäkchen Mariele (22)
mit einem sehr spontanen Entschluss überrascht. "Die Schauspielerei
ist doch nichts für mich", verkündete der Wuschelkopf mit
fröhlichem Lachen. "Ich will lieber Tierärztin werden." Für den Kölner Volksschauspieler, er ist jetzt 69, waren diese knappen Worte ein harter Schlag. Auf seine jüngste und auch hübscheste Tochter hatte er alle Hoffnungen gesetzt. Mariele und ihr sieben Jahre älterer Bruder Peter sollten einmal das väterliche Theaterunternehmen übernehmen. Seit fast 80 Jahren ist die Millowitsch-Bühne in Familienbesitz. Da war es für den traditionsbewussten Patriarchen nur allzu selbstverständlich, dass auch seine Kinder dem Theater treu bleiben. |
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| Doch außer Peter haben die Millowitsch-Sprößlinge
nach ein paar Schwankgastspielen keine rechte Lust am Beruf des Vaters gefunden.
Von den drei Töchtern kehrt keine auf die Bühne zurück. Katharina,
die älteste ist inzwischen glückliche Ehefrau und Mutter. Susanne
(25) arbeitet nach verschiedenen Jobs zur Zeit als Buchhändlerin. Und
auch Mariele hat ihren niedlichen Kopf durchgesetzt und studiert jetzt 600
km fern der Heimat - in München. "Für mich war es sehr wichtig, etwas Eigenständiges zu leisten", sagt die Jüngste, die mit ihren Bühnenrollen bereits Bombenerfolge feiern konnte. "In Köln hätte ich vermutlich nur langsam einen eigenen Weg gefunden". Für ihre Schwestern waren ähnliche Überlegungen ausschlaggebend. Alle drei versichern einmütig: "Das ist bestimmt kein böser Wille." Der sonst so laut polternde Spaßvogel Millowitsch schlägt einen gedämpften Ton an, wenn man ihn auf seinen Nachwuchs anspricht. "Natürlich war es eine Enttäuschung, dass die Kinder nicht bleiben wollten", gibt er unumwunden zu. "Für mich war es einfach das Größte mit ihnen zusammen auf der Bühne zu stehen. Aber ich respektiere selbstverständlich ihren Wunsch voll und ganz." Schließlich heißt das ungeschriebene Gesetz im Hause des Spaßmachers: "Bei uns soll jeder nach seiner Fasson glücklich werden." © 1978 Hörzu |
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