"Lieber ein ruhiges Gespräch als Geschrei"
(Kölnische Rundschau, 16.09.05)
 

Seit neun Jahren verkörpert Mariele Millowitsch die resolute Krankenschwester Nikola in der gleichnamigen Sitcom von RTL, die heute (21.15 Uhr) in die letzte Staffel geht. Barbro Schuchardt sprach mit der jüngsten Tochter von Willy Millowitsch.

Neun Jahre Nikola und Dauerclinch mit Dr. Schmidt - hat das bis zum Schluss Spaß gemacht?

O ja, jeder einzelne Tag. Für mich war "Nikola" nach "Girlfriends" ja ein Schritt in eine ganz andere Richtung. Zum Glück war er erfolgreich. Denn bei Comedy musste ich mit meinem Nachnamen ja vorsichtig sein ...

Gibt es ein Happy End für Nikola und Dr. Schmidt? Die erste Folge mit dem Titel „Die Heiratsanträge“ und Nikolas Schwangerschaft lassen ja hoffen...

Ich will nichts verraten. Nur so viel: Es wird den beiden schwer gemacht!

Ist Schmidt ein Ekel?

Das wäre zu einfach. Er hat viel Tiefe und eingemauertes Gefühl, das er hinter der ruppigen Fassade verbirgt. Aber Nikola schnappt ja auch wie ein Terrier zurück...

Wie war die Zusammenarbeit mit Walter Sittler?
Wunderbar. Er ist ein sehr guter Freund geworden.

Ist es realistisch, dass sich ein Paar neun Jahre lang fetzt, obwohl es sich doch eigentlich liebt?

Jedes Paar fetzt sich mal, und jeder fetzt anders. Ich persönlich löse Streit lieber im ruhigen Gespräch als durch Geschrei.

Sie sind seit 1997 mit dem Juristen und Medienberater Alexander Isadi liiert, leben im selben Haus, aber in getrennten Wohnungen. Ist das die ideale Paarbeziehung?

Bei uns funktioniert das prima. Wir brauchen viel Luft und Platz um uns herum. Aber vielleicht ziehen wir doch noch mal in ein gemeinsames Haus. Ich hätte gern wieder einen Garten.

Sie werden am 23. November 50. Ist dieses Datum für Sie ein Einschnitt?

Nö. Ich feiere auch nicht besonders, habe dieses Jahr keine Lust auf Party - wahrscheinlich arbeite ich.

Ist das Format der Sitcom für Sie ideal?

Comedy mit ihrem Tempo und dem Humor haben viel mit mir zu tun. Ich kann aber nur übertragen, was ich selbst lustig finde.

Haben Sie nicht Angst, jetzt nur noch in die Schublade gesteckt zu werden?

Nein. Ich mache ja zur Zeit etwas ganz anderes - die RTL-Drama-Serie „Die Familienanwältin“ (Start im Januar, d. Red.). Die Hanna Lorenz, die ich da spiele, ist das Gegenteil von Nikola: streng, konzentriert, gewissenhaft, eine Frau mit viel Lebenserfahrung, die schon viele schwierige Fälle gelöst hat, aber trotzdem keine Kümmermutter. Im Gegensatz zu Nikola drehen wir ohne Studio, überall in Köln - meine Kanzlei ist im Mediapark.

Halten Sie manchmal Zwiesprache mit Ihren verstorbenen Eltern?
Immer mal wieder. Aber meistens als inneren Dialog mit mir selber. Probleme spiele ich dann durch, indem ich den beiden gegensätzliche Positionen zuordne.

© 2005 Kölnische Rundschau; B. Schuchardt