| "Ausrutscher mit üblen Folgen" (Kölner Stadtanzeiger, 16.09.05) |
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| Seit dem 12. September 1997 streitet sich Schwester Nikola
mit Dr. Schmidt (Walter Sittler). Heute (21.15 Uhr) startet auf RTL die
letzte Staffel. Marianne Kolarik sprach mit der Kölner Schauspielerin.
Warum muss sich Nikola demnächst von ihren vielen Fans verabschieden? Weil wir wollten, dass die Leute sagen: Das tut uns leid. Außerdem hatten wir nach neun Jahren das Gefühl, bereits viele Geschichten erzählt zu haben. Bevor man beginnt, sich im Kreis zu drehen oder sich wiederholt, ist es besser, wenn wir mit einer Knaller-Staffel aufhören. Ein Knaller ist es ja auch, dass Nikola noch einmal schwanger wird. Wie alt ist Nikola eigentlich? Sie ist alterslos. Aber um ein Kind zu bekommen, muss sie noch nicht nach Italien fahren. Bei ihr kann ein One-Night-Stand noch üble Folgen haben. Und noch etwas: durch die Schwangerschaft wird die Beziehung zwischen Schmidt und Nikola auf eine der härtesten Proben gestellt. Die kriegen sich noch schlimmer in die Haare als jemals zuvor. Sie versuchen zwar beide, mit dem Zustand fertig zu werden, aber es gelingt ihnen hinten und vorne nicht. Jeder von den beiden hat eine andere Vorstellung davon, was eine Familie bedeutet. Die Schwangerschaft macht's nicht leichter. Sie werden im Laufe der nächsten Folgen immer voluminöser ... Ich hatte im Frühjahr, als wir gedreht haben, fünf verschiedene Bauchgrößen in meiner Garderobe hängen. Da musste die Kostümbildnerin ein ordentliches Gewicht reinpacken, damit man nicht wie ein Luftballon herumhüpft. Wo sehen Sie Vor- bzw. Nachteile des Älterwerdens? Ein großer Vorteil ist, dass man gelassener wird. Man weiß mehr über sich selber, man kennt seine Stärken und Schwächen besser und man ist nicht mehr so darauf bedacht, letztere zu verstecken. Man kann mit dem, was man hat oder nicht hat, besser umgehen. Außerdem bin ich viel rigoroser als früher, wenn ich merke, dass der Pegel meiner Batterie nach unten geht. Das Nein-Sagen fällt leichter. Hat das Älterwerden irgendwelche beruflichen Auswirkungen? Schnell auf Holz geklopft: Nein. Ich glaube, dass gerade die privaten Sender begriffen haben, dass man Jugendliche nicht vor den Fernseher lockt, indem man versucht, sich ihnen nach dem Motto: Wir machen mal ein pfiffiges jugendliches Programm anzubiedern. Das löst eher Gähnen aus. Wenn Geschichten gut erzählt sind, kann man damit Menschen zwischen 14 und 80 Jahren unterhalten. Demnächst wird man Sie in einer neuen RTL-Serie als Familienanwältin erleben. Gleich in der ersten Folge wird ihr das Leben schwer gemacht. Ihr Mann verlässt sie wegen einer jüngeren Frau. Er schiebt ihr einen Fall zu, den er nicht übernehmen will: es geht um eine Mutter, die ihre Kinder hat fast verhungern lassen. Da muss sie auf Autopilot stellen, damit sie durchkommt: eine spannende Geschichte, die auf einer wahren Begebenheit beruht. Sie haben zu Hause zwei Dackel. Könnten Sie diese als ausgebildete Tierärztin bei einem Bandscheibenvorfall behandeln? Ja schon, aber ich würde ihn nicht operieren. Dabei macht man im Prinzip das Gleiche wie mit einem Menschen, der Rückenschmerzen hat: Wärme, Rotlichtlampe draufhalten. Ich bin eine Verfechterin der Naturheilkunde und habe immer meine Homöopathie-Apotheke dabei. Bis jetzt habe ich bei Hans-Günther und Zoppo alles - egal ob sie sich was verstaucht oder Husten hatten - mit diesen Kügelchen in den Griff bekommen. Was ist aus dem Hängebauchschwein geworden, das Sie hatten? Das ist gestorben. Damals hatte ich ein sehr schlechtes Gewissen. Als ich mich entschlossen hatte, nach Hamburg zu ziehen, habe ich Püppi auf einen Bauernhof gegeben zu anderen Schweinen. Ich dachte, da ist sie unter Kumpels. Aber die war so auf mich fixiert, dass sie kurz darauf eingegangen ist. Das mache ich nie wieder. Ich habe gerade in Bayern, wo ich wandern war, eine Geschichte von einem Ziegenbock gehört. Als die beiden Besitzer sich getrennt haben, musste er auf einen anderen Hof. Drei Tage später war er tot. Wie kam es, dass Sie zunächst eine Ausbildung als Tierärztin gemacht haben, bevor Sie Schauspielerin wurden. Hatte Ihr Vater Willy Millowitsch damit zu tun? Ich hatte keine Angst vor einem Vergleich mit Willy, das ist ja für mich als Frau nicht so problematisch wie für Peter. Vielmehr hatte ich früh das Gefühl, dass ich was eigenes machen sollte, ausprobieren, was ich kann. Ich bin immer neugierig und muss einfach immer neue Dinge testen. Stillstand ist für mich ein gruseliger Zustand. Was nicht bedeutet, dass ich nicht dazu in der Lage wäre, auch einmal stehen zu bleiben und durchzuatmen. Ich brauche meine Aus-Zeiten wie jeder andere Mensch auch. Inzwischen haben Sie alle renommierten Preise, die es in der Branche gibt, bekommen. Aber deswegen mache ich keinen Film. Ich freue mich, wenn die Leute ihn sehen wollen und die Nachfrage nach dem, was man tut, da ist. Im Fernsehen spiegelt sich das in Quoten wider. Aber der Druck kommt nicht bis zu mir als Schauspielerin durch. Das würde mich auch nicht tangieren. Ich kann nicht zaubern, sondern nur eine anständige Arbeit abliefern. © 2005 Kölner Stadtanzeiger; M. Kolarik |