| Heute wird sie 50, feiert aber nicht. Im Gespräch mit
Jörk Böhnk gesteht die Schauspielerin Mariele Millowitsch, dass
sie keine Zeit hat: "Ich muss arbeiten."
Glückwunsch. Wie werden Sie heute feiern?
Gar nicht. Ich habe keine Zeit, muss arbeiten. Ich hab eine arbeitsreiche
Woche vor mir, stehe für die RTL-Serie "Die Familienanwältin"
vor der Kamera. Da komme ich aus dem Gericht nicht heraus.
Geburtstag im Gericht, na ja. Wie halten Sie es mit dem Älterwerden?
Die Zahl 50 sagt doch gar nichts aus. Höchstens, dass ich für
bestimmte Leute im Fernsehen nicht mehr zur Zielgruppe zähle. Und
dass die Sanduhr unaufhörlich weiterläuft und im unteren Glas
mehr Sand ist als im oberen. Aber mir bleiben hoffentlich noch 30 oder
35 Jahre.
Wie 50 sehen Sie aber nicht aus.
Vielen Dank für das Kompliment. Ich versuche auch, mich fit zu halten.
Womit?
Jeden Tag eine Stunde laufen und viel Stretching, damit ich nicht schrumpfe.
Müssen wir uns da etwa Sorgen machen? Wie groß sind Sie
denn jetzt?
1,69 Meter. Guter Durchschnitt.
Ihr Vater ist über 90 Jahre alt geworden.
Ja - und dabei hat er keinen Sport getrieben.
Wie sehr hat er Sie geprägt?
Ich habe viel von ihm gelernt, nicht nur die Liebe zur Bühne und
zur Kamera geerbt, sondern auch, dass man in diesem Job eiserne Disziplin
haben muss.
Aber zunächst war an Schauspielerei nicht zu denken. Sie haben
Tiermedizin studiert und anschließend promoviert.
Ich liebe Tiere seit meiner Kindheit und ich wollte damals etwas
Eigenes machen. Deshalb bin ich Tierärztin geworden.
Sie haben zwei Hunde.
Ja, zwei Dackel. Hans-Günther ist elf und Zoppo Trump drei.
Seltsame Namen.
Die Namen aus den Fünfzigern gefallen mir als Hundenamen. Horst,
Manfred, Franz oder Jochen. Hans-Günther gehört auch dazu. Und
Zoppo Trump ist eine Figur aus "Kleiner König Kalle Wirsch",
einem Stück der Augsburger Puppenkiste. Den Namen hat mein Freund
ausgesucht.
Sie sind auch im Tierschutz engagiert.
Ja. In der Welttierschutzgesellschaft WSPA.
Was tun Sie da?
Beispielsweise jetzt zur Gänsezeit auf dieses widerliche Stopfen
von Gänsen und Enten aufmerksam machen. Ich kann nicht verstehen,
wie Menschen so etwas tun können.
Sie haben Geburtstag. Reden wir über schönere Dinge.
Gern.
Sie haben längere Zeit in Hamburg gelebt. Hat es Ihnen dort gefallen?
Sehr! Die Stadt hat in jeder Hinsicht viel zu bieten.
Das müssen wir jetzt fragen. Was ist denn mit Köln?
Köln ist toll. Je länger ich hier bin, desto mehr merke
ich, wie ich mit Köln verwurzelt bin. Ich ben e echt kölsch
Mädche.
Sie sind seit 1997 mit dem Juristen und Medienberater Alexander Isadi
zusammen, leben im selben Haus, aber in getrennten Wohnungen?
Ich bin halt zeitweilig gern allein, brauche meine Ruhe.
Warum haben Sie keine Kinder?
Es hat sich nicht ergeben und ist okay so. Ich bin eine gute Tante
für die Kinder meiner Schwestern Katharina und Susanne.
Was sind Sie für ein Typ?
Ich bin ein ganz normaler Mensch. Ich habe ziemlich viel Energie, kann
auch schon mal wütend werden, aber meistens bin ich eher ruhig, manchmal
auch sentimental oder traurig.
Was ist Ihnen zuwider?
Verrat. Das ist das Schlimmste.
Haben Sie spezielle Vorlieben?
Ich gehe gern spazieren an Tagen ohne Termine.
Sind Sie religiös?
Auf meine Weise ja. Es gibt mehr zwischen Himmel und Erde, als wir
uns träumen lassen. Der Institution Kirche fühle ich mich jedoch
nicht so verpflichtet.
Zum Geburtstag darf man sich etwas wünschen?
Ich würde gern noch einmal an einer Führung über die
Dächer des Domes teilnehmen. Das würde ich zu gerne tun.
Und gefeiert wird heute wirklich nicht?
Nein. Aber ich werde vielleicht am Abend mit meinem Freund ein Gläschen
Rotwein trinken - einen deutschen oder einen aus der Toskana.
© 2005 Kölner Stadtanzeiger; Jörk Böhnk
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