| "Ein Leihmann ist nicht nur
gut für die Horizontale" (Leipziger Volkszeitung, 21.03.00) |
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| Mann weg, Job weg, Abschlussprüfung an der Uni
versaut - Helen (Mariele Millowitsch) hat nicht gerade eine Glückssträhne
erwischt. Aber mit Hilfe eines Koffers voll Geld und eines Leihmanns sieht
ihr Leben schon bald wieder ganz anders aus ... Mariele Millowitsch ("Girl
Friends", "Nikola") spielt Helen, die lernen muss, ihr Leben selbst in die
Hand zu nehmen. Sabine Weiß sprach mit der 44-Jährigen. Was hat Sie an dem Projekt gereizt? Ich fand die Geschichte schön erzählt - ganz ohne Schlenker. Ich mochte auch die Rolle der Helen, weil die sich in kleinen Schritten etwas traut. Sie bringen für die Rolle eine enorme Körperlichkeit mit, es gibt zum Beispiel viel Slapstick. Hat Ihnen das Spaß gemacht? Rasend. Ich liebe alles, was mit Requisiten und Timing zu tun hat. "Nikola" ist immer ein gutes Training dafür. Kannten Sie Ihren Filmpartner und Regisseur Gabriel Barylli vorher? Nein. Wir haben uns gesehen, miteinander zu Abend gegessen und dann ahnte ich schon, dass es eine gute Zusammenarbeit werden kann. Ich habe immer genau verstanden, was er in der Regie wollte. Wie finden Sie es, wenn Frauen sich einen Leihmann nehmen? Eigentlich in Ordnung. Ich bin mir aber nicht sicher, ob die Frauen in erster Linie nur auf "das eine" aus sind. Ich glaube, dass auch ein großes Bedürfnis besteht, einen Abend zu verbringen, sich zu unterhalten, vielleicht mal durchzutanzen. Ich glaube nicht, dass das unbedingt in der horizontalen Ebene enden muss. Helen ist ein richtiger Computer-freak ... Ich habe von Computern keine Ahnung. Ich habe einen I-Mac, putzig und himbeerrot, und dieses Ding bringt mich zur Verzweiflung, Obwohl es eine Benutzeroberfläche für Hochunbegabte hat, kann ich es nicht richtig bedienen. Ich kann jetzt E-Mails verschicken und im Internet rumsurfen, aber ich schöpfe die Möglichkeiten meines Computers nicht wirklich aus. Helen hat viele Ängste. Sind Sie ein mutiger Typ? Nein. Ich bin vorsichtig und mache mir lieber drei Gedanken zu viel, bevor ich etwas tue. Ich habe nicht so viel Angst. Aber Unsicherheiten, Dinge zu schaffen, die habe ich. Bevor wir "Ich kaufe mir einen Mann" gedreht haben, war ich auch nicht sicher, woher ich die Kraft nehmen soll. Gerade war Vater gestorben, und ich hatte gar kein Gefühl dafür, wo meine Energien sind. Ich habe nicht gut geschlafen vor Drehbeginn. Aber es lief. Was machen Sie in Ihrer freien Zeit? Ganz normal leben oder wegfahren. Ein Buch lesen, meinen Hund lüften - ein Tagesprogramm haben, das nicht von der Uhr bestimmt wird. Das ist für mich wie Ferien. © 2000 Leipziger Volkszeitung |