"Nikola - und kein Ende"
(Märkische Allgemeine, 12.06.03)
 
Geld oder Liebe? Was jahrelang mit Jürgen von der Lippe als Spielshow über den Bildschirm lief, wird immer häufiger auch als Spielfilm-Thema zum Quotenbringer der Fernsehsender. Neuester ARD-Coup: "Lottoschein ins Glück" mit Mariele Millowitsch und Miroslav Nemec in den Hauptrollen. Ein vergnüglicher Spaß um einen verloren geglaubten Millionengewinn. Mit der Schauspielerin Mariele Millowitsch sprach Harald Heinzinger.

Verraten Sie mir Ihre persönlichen Glückszahlen für meinen Lottoschein?
Damit haben Sie aber schlechte Karten, ich gewinne nichts. Ich spiele auch nur, wenn der Jackpot prall mit Milliönchen gefüllt ist. Oft kreuze ich dann meine Geburtstagszahlen an: die 23 und die 11. Dann guck ich mich auch schon mal in der Familie um. Aber die Zahlen dürfen nicht zu dicht hintereinander folgen. Ich tippe jedenfalls nicht die 13, 14, 15, 16...

Was hat Sie gereizt an der Rolle als betrogene Lottogewinnerin?

Diese Astrid muss sich durchkämpfen, das fand ich ganz spannend. Es war auch ein schöner Gegenpart zum RTL-Krimi "Die Stimmen", wo ich ja die Münchner Mordkommission leite.

Die alleinerziehende Mutter, die sich durchkämpft wie in "Lottoschein ins Glück", ist Ihnen ja aus anderen Arbeiten schon vertraut.
Richtig, in "Nikola" bin ich das ja auch. Allerdings ist die Astrid ein bisschen vorsichtiger, mehr nach innen gekehrt. Aber als sie fürchten muss, dass jemand sie um ihren Gewinn betrügen will, wird es ihr zuviel.

Sind Sie schon mal von Leuten um Geld betrogen worden?

Ja. Aber ich lerne nicht daraus. Wenn plötzlich ein guter Freund vor der Tür steht und um Hilfe bittet, würde ich einspringen. Aber das ist ein heikles Thema.

Sie drehen neue Folgen von "Nikola". Ist kein Ende abzusehen?
Vor kurzem habe ich im Spaß gesagt: Walter Sittler und ich werden solange drehen, bis wir im Altenheim sitzen und uns die Gehhilfen gegenseitig um die Ohren schlagen.

Aber das Thema "Girl friends" ist erledigt?

Walter und ich haben noch zwei Ausstiegs-Episoden zusammen gedreht, dann ist Schluss. Jetzt soll mal das "Jungvolk" ran.

Ist das Thema Serie damit für Sie abgehakt?
Ich reiß mich nicht um eine neue Serie, weil ich ja "Nikola" noch mache. Und als ich "Girl friends" parallel dazu drehte, habe ich gemerkt, welch ein Höllenstress das sein kann. Also: Es ist alles nur eine Frage der Kraft.

Sie merken noch nichts von einer Produktionskrise?
Ich klopfe auf Holz - nein. Aber natürlich haben Schauspieler, die vielleicht noch nicht so bekannt sind, ein paar Probleme zur Zeit, ausreichend beschäftigt zu werden.

Schauen Sie gerne fern?

Eher wenig. Manchmal zeichne ich Sachen auf. Zum Beispiel "Emergency Room". Ich bin süchtig nach dieser Krankenhaus-Serie. Die ist toll und unglaublich emotional gemacht.

Was wäre, wenn Ihnen jemand eine neue Rolle auf den Leib schneidern würde.
Wenn das Drehbuch wirklich gut wäre, würde ich mich sogar selber darum bemühen, es bei Sendern unterzubringen. Ich glaube, die Programmverantwortlichen wissen inzwischen meine Ansprüche an Form und Inhalt einzuschätzen und respektieren sie.

© 2003 Märkische Allgemeine; Harald Heinzinger.