"Mit Engagement auf Erfolgskurs"
(Mobilzeit VRS, Juni 2002)
 
Mariele Millowitsch gehört zu den erfolgreichsten TV-Frauen. Zurzeit begeistert sie als Nikola in der gleichnamigen RTL-Reihe. Der große Durchbruch gelang der jüngsten Tochter des bekannten Kölner Volksschauspielers 1995 als Marie Malek in der ZDF-Serie "girl friends". Doch die 46-jährige promovierte Tierärztin ist nicht nur ein Star, sondern auch eine engagierte Kölner Bürgerin: Für die Kampagne "Kölner lassen keinen allein" von der Polizei und der Stadt Köln strahlte sie von Plakaten und warb für mehr Zivilcourage. MOBILZEIT befragte Mariele Millowitsch zu Mut, Bahnfahren, dem Glamour-Faktor und jüngeren Liebhabern.

Frau Millowitsch, die Polizei Köln hat gemeinsam mit der Stadt Köln die Kampagne "Kölner lassen keinen allein" ins Leben gerufen. Im vergangenen Jahr waren Sie Zugpferd der Aktion. Warum haben Sie mitgemacht?
Es mangelt heute ein bisschen an Zivilcourage. Da war es mir wichtig, darauf hinzuweisen, dass in Notsituationen die ersten fünf Sekunden entscheidend sind - wer bis dahin nicht handelt, hilft nicht mehr. Ich möchte einfach, dass viele den Mut entwickeln zu reagieren.
Damit meine ich nicht, dass man sich in eine Schlägerei stürzen sollte. Aber ich glaube, mittlerweile haben die meisten ein Handy. Ich würde auf jeden Fall telefonieren und versuchen, auf die Situation aufmerksam zu machen.
Hi - Ha - Ho
 
Die VRS (Verkehrsverbund Rhein-Sieg) Partnerunternehmen Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) und die DB Regio unterstützen die Aktion. Viele der Plakate hängen an U-Bahn-Stationen oder Bahnhöfen. Haben Sie hier schon mal brenzlige Situationen erlebt?
Nein, Gott sei Dank noch nicht.

Fahren Sie mit Bus und Bahn?
Ja, schon mal, wenn ich in die Stadt fahre. Aber nich so oft, das muss ich zugeben. Das liegt auch daran, dass ich denke, ich komme nicht mehr weg, wenn mich jemand erkennt. Ich bin kein Menschenfeind, aber ich möchte irgendwann auch sagen können, "Das war ein nettes Gespräch, aber jetzt möchte ich es lassen."

Welche Rolle entspricht Ihnen mehr - die der Nikola oder der Marie Malek?
Ich hab sicherlich von beiden etwas. Bei der Nikola mag ich die Schnelligkeit und das Timing bei der Arbeit - das ist wie Theater spielen. Die Marie Malek hat natürlich die viel größere Gefühlswelt, denn bei "girl friends" ist einfach mehr Zeit für Gefühle.

Mariele Sie spielen vor allem sympathische, patente Frauen. Wenn Sie die Wahl hätten - welcher Frauentyp würde Sie sonst noch besonders reizen?
Ich habe nichts spezielles im Auge. Mich interessieren einfach Menschen - mit ihren Widersprüchen, ihren Schwierigkeiten. Das finde ich spannend.

Was denken Sie, ist das Geheimnis Ihres durchschlagenden Erfolges?
Es könnte daran liegen, dass ich verhältnismäßig normal bin - so wie die meisten Frauen auf der Straße. Ich bin nicht glamourös und abgehoben. Mein Vater war auch kein abgehobener Mensch. Ich sehe mich mehr als Handwerkerin - mit viel Spaß an guter Arbeit. Ich glaube, mein Glamourfaktor geht gegen null. Und das finde ich nicht sonderlich schlimm!
 
Wenn Sie noch mal 20 wären, würden Sie wieder den Weg über die Tiermedizin gehen?
Ja, ich glaube schon. Der Umweg über die Medizin hat mich anders gepolt - den Blick auf das "Normale" gelenkt. Bei Prüfungen war es eben egal, wie ich heiße oder wie ich aussehe. Wenn ich meine Fakten nicht drauf hatte, war eben Feierabend.
Ich vermisse auch keine Schauspielschule. Im Grunde war es bei mir umgekehrt: Ich war mit sechs Jahren bereits auf der Bühne und habe versucht davon wegzukommen - das ist mir nicht gelungen, aber den Versuch war's wert!

Männer ab 40 nehmen sich gerne deutlich jüngere Frauen - was ist mit Frauen ab 40? Sollten die sich nicht auch mehr junge Männer als Partner wählen?
Na klar! Das wird ja heute schon ein bisschen lockerer gesehen. Allerdings: in der ersten Staffel von "girl friends" hatte ich eien jungen Liebhaber. Und da kam viel Empörung, auch von weiblicher Seite. Das habe ich nicht verstanden. Ich bin schon der Meinung, dass Frauen auch jüngere Männer haben sollten. Bloß, die Frauen selber müssen noch lernen damit umzugehen.

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