| "Ich mag Figuren mit Ecken und Kanten" Wahl-Hamburgerin Mariele Millowitsch über sich und "girl friends" (Hamburger Morgenpost 12.03.97) |
| Seit dem Start der ZDF -Serie "girl friends" ist sie für Millionen
von TV-Zuschauerinnen die beste Freundin: Mariele Millowitsch (41). Das
nächste Mal auf Sendung ist die Wahl-Hamburgerin übrigens als
Staatsanwältin am 15. 3. (20.15 Uhr) in der SAT.1 -Reihe "Der Mordsfilm".
Die MOPO sprach mit ihr beim Dreh zur dritten "girl friends"-Staffel in
Hamburg. Was muss Ihre beste Freundin haben? Sie muss loyal sein. Wenn ich einen Fehler mache, dann sollte sie mir ihre Meinung unter vier Augen sagen. Ich könnte es nicht ertragen, wenn sie alles in die Welt hinausposaunt. Kann die beste Freundin auch ein Mann sein? Es ist bestimmt schwieriger, über alle Lebensbereiche mit einem Mann zu sprechen. Männer haben andere Probleme und Ängste. Ich hab' es noch nie erlebt. Was macht an der Rolle der Marie so viel Spaß? Was so richtig Spaß macht, ist, dass die Marie sich immer weiter entwickelt. Zuerst vom Landei, wie es so schön heißt, zur Chefsekretärin und in dieser Staffel geht sie das erste Mal richtig mit ihren Ängsten um. Dagegen ist die Staatsanwältin Schickedanz ein Kopffüßler, sie zeigt nur wenig Gefühl. Die Schwester Nikola, die ich in der RTL -Comedy-Reihe "Nikola" verkörpere, ist dafür frech und gelassen. Ich mag Figuren mit Ecken und Kanten. Wie kam es zu der späten Entscheidung, Schauspielerin zu werden? Ich war einfach zu unentschlossen, das war mein Fehler. Ich habe ja seit frühester Jugend neben der Schule Theater gespielt. Aber dann wollte ich doch Tiermedizin studieren. Dann ging das mit Schauspielerei und Studium eine Weile hin und her. 1991 oder '92 habe ich endlich zu mir gesagt: So jetzt mache ich TV! "girl friends" wird nicht mehr im Hotel Steigenberger gedreht, sondern in einem fiktiven Hotel an der Kehrwiederspitze. Ich hoffe, dass wir uns dort besser auf unsere Arbeit konzentrieren können und nicht mehr alles dokumentieren müssen. Wir sind ja nicht immer auf Begeisterung mit unseren Drehs gestoßen. Die Gäste haben manchmal nicht gerade freundlich reagiert. Sie sind Kölnerin. Was fehlt Ihnen in Hamburg? Gar nichts. Ein Karnevals-Fan bin ich nicht und das, was den Hanseaten oft nachgesagt wird, dass sie so dröge und kühl sind, finde ich nicht. Außerdem liebe ich es, im Sommer einen Picknick-Korb ins Kanu zu packen und auf die Alster rauszufahren. Ehrlich, bei gutem Wetter ist ein Sommer in Hamburg kaum zu überbieten. © 1997 Hamburger Morgenpost, B. Göttsche |