| "Willy Millowitsch: Dackel Finchens Fehltritt
raubte uns den Schlaf" (Neue Post, Januar 1972) |
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| Meine Dackeldamen Finchen und Emma sind einmalige Exemplare.
Die beiden machen einen Krach, dass man oft sein eigenes Wort nicht versteht.
Aber böse kann ich ihnen nie sein. Eigentlich gehören Finchen und Emma unserer Tochter Mariele. Doch verwöhnt werden sie von der ganzen Familie. Das Ergebnis ist offensichtlich: Beide Damen haben keine schlanke Taille mehr. Aber gesund sind sie. Ich vertrete den Standpunkt, Kinder sollten mit Tieren aufwachsen. Und da auch meine Frau genauso tierlieb ist wie ich, war es für uns selbstverständlich, dass immer ein Hund ins Haus gehört. Wie Finchen und später Emma zu uns kamen - die beiden sind Mutter und Tochter - das ist auch eine drollige Geschichte: |
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| Damals, vor sechs Jahren, trauerten wir gerade um unseren
Boxer Joe, der an Altersschwäche gestorben war. Also musste wieder
ein neues Tier angeschafft werden, zumal sich meine Tochter Mariele, damals
zehn Jahre alt, so sehnsüchtig einen kleinen Hund zu Weihnachten wünschte.
Einige Tage vor dem Fest aber wurde sie ausgesprochen ungezogen und brüllte:
"Der Vati kann sich seine Geschenke an den Hut stecken! Ich will nichts
haben!" Diesen Satz merke ich mir, dachte ich. Der Heilige Abend kam und ich sah, wie Marieles Augen in allen Ecken etwas suchte. Aha, dachte ich, der Hund! Und bei der Bescherung konnte sie sich dann nicht mehr beherrschen. tränenüberströmt stand sie da: "Papi, ich hab es doch nicht so böse gemeint", schluchzte sie. "Warum bekomme ich keinen Hund?" Ich ging in den Duschraum, wo ich unseren Familienzuwachs versteckt hatte und steckte die kleine Zwergrauhaarhündin in die Innentasche meines Smokings. Nur noch das Schnäuzchen guckte heraus. Als Mariele den Hund bemerkte, stürzte sie sich auf mich und jubelte: "O Papi!" Nie wieder hab ich so selige Kinderaugen gesehen. Wir nannten die Hündin Finchen. Ich war der festen Überzeugung, dass dem winzigkleinen und zierlichen Hund in puncto Liebe nie etwas passieren könne. Im Gegensatz zu meiner Frau, die mich warnte: "Du, wir müssen auf Finchen aufpassen!" Und sie hatte Recht. In den großen Ferien, wir fuhren damals zu unserem Haus auf Elba, passierte es. Unser winziges Finchen hatte einen Fehltritt begangen. Ihr Bäuchlein wurde immer dicker. Als wir heimkehrten, war eigentlich ihre Zeit gekommen. Im Schlafwagen Richtung Heimat haben wir alle Blut und Wasser geschwitzt. Doch Finchen hielt sich brav. Aber kaum waren wir zu Hause, sauste sie in ihr Körbchen und die Wehen begannen. trotz 24stündiger Fahrt, dachte keiner der Familie an Schlaf. Finchen brachte in der gleichen Nacht drei männliche Hundebabys zur Welt. Wir verschenkten sie an gute Freunde, weil uns vier Hundekinder zuviel waren. Mariele hoffte nun auf einen zweiten Fehltritt und darauf, dass beim nächsten Mal Hundedamen zur Welt kamen. Ihr Wunsch wurde erfüllt. Vom gleichen Vater, Nachbars Langhaardackel, bekam Finchen ein Baby. Das Hundemädchen tauften wir auf den Namen Emma. Es blieb bei uns. [....] © 1972 Neue Post |
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