| Mariele Millowitsch als Kommissarin Marie Brand (NRZ, 13.04.09) |
| Mariele Millowitsch ermittelt im ZDF. Da löst
sie als Kommissarin Marie Brand ihren dritten Fall. Ironie mag sie nicht,
Respekt dagegen sehr. Ein Gespräch über Fernseh-Kommissarinnen,
den Respekt vor Menschen und ihren Vater Willy Millowitsch. Mariele Millowitsch mag die Menschen. Und vielleicht gerade deshalb mögen die Menschen auch Mariele Millowitsch. Sie schalten ein. Und so bringt die 53-Jährige den Sendern die Quote, die sich Intendanten wünschen. Das ZDF hat für sie den Ostersonntag reserviert. Da löst Kommissarin Marie Brand ihren dritten Fall. Es geht um Seitensprung und Eifersucht, drohende Firmeninsolvenz und einen Vater-Sohn-Konflikt. Ein spannender Krimi, aufgelockert und angereichert mit viel Humor und menschlicher Wärme. "Das war mir wichtig", sagt die Schauspielerin im Gespräch mit der NRZ. "Ich bin ein Menschenfreund." Bella Block und Rosa Roth im ZDF, Charlotte Lindholm, Lena Odenthal, Inga Lürsen und Klara Blum im ARD-"Tatort" - warum noch eine Kommissarin? Für gute Geschichten ist wichtig, dass Menschen mit Menschen zusammenkommen. Da gibt's ja nicht so viele Berufe zur Auswahl: Anwälte, Pfarrer, Ärzte oder Krankenschwestern und eben Kommissare. Ich war schon Schwester und Familienanwältin und auch Diakonisse. Und jetzt wieder Kommissarin. Ich habe mich sehr gefreut, dass das ZDF mir die Rolle gegeben hat. Was mögen Sie an Marie Brand? Dass sie so gar nicht abgebrüht ist und Humor hat. Ich mag diesen Trend zur Ironie und zum Zynismus nicht. Wo bleibt denn da das Positive? Wenn ihr Kollege schnoddrig sagt: "Ein Massaker fängt für mich erst ab fünf Toten an", dann weist Marie Brand ihn zurecht. Sie betonen den Respekt vor den Menschen. Gibt's davon in Zeiten von "Dschungelcamp" und "DSDS" zu wenig im Fernsehen? Diese Sendungen schaue ich mir nicht an. Ich schäme mich dann immer so. Ich will selbst nicht schlecht behandelt werden; wer gibt einem also das Recht, andere schlecht zu behandeln. Respekt vor anderen und vor sich selbst zu haben - das ist mir sehr wichtig. Gibt es eine Rolle, die Sie unbedingt noch spielen wollen? Ich habe doch ein Riesenglück, soviel Verschiedenes spielen zu dürfen. Ehedrama, Komödie, Krimi - ich bin noch nicht in einer Schublade gelandet. Die Rolle einer Serienmörderin würde man wohl nicht mit Ihnen besetzen... Sowas werde ich nie kriegen. Wir Millowitschs sind halt Sympathieträger. Aber das ist doch auch eine große Ehre. War ihr Vater Willy enttäuscht, als sie ihm erzählten, sie wollten lieber Tierärztin werden. Er war natürlich nicht begeistert, aber mit der Zeit hat er verstanden, warum ich Tiermedizin studiert habe. Und heute sind Sie doch Schauspielerin... Ja, es hat eine Weile gedauert, bis ich genau wusste, was ich wollte. Nach dem Examen bin ich zum Düsseldorfer Köm(m)ödchen. Da habe ich nach einem Jahr gedacht: "Das können andere besser" und habe meine Doktorarbeit in Tiermedizin geschrieben. Über Bandscheibenbeschwerden bei Dackeln. Mit 35 haben Sie dann in der ersten Fernsehserie gespielt. Ja, das war "Heidi und Ernie". Davor habe ich ganz schön viele Klinken putzen müssen. Fünf Jahre später kam dann der Durchbruch mit den "Girlfriends". In der dritten Folge von "Marie Brand" halten Sie eine Würgeschlange. Hilft da das Tiermedizinstudium? Ich hatte noch nie Angst vor Tieren. Nur Tiere, die sich in andere hineinbohren, die mag ich nicht. Zecken zum Beispiel. © 2009 NRZ |