"Spiel's noch einmal, Mariele!"
(Prisma, 11.01.02)
 
Die "girl friends" waren nach vier Staffeln reif für die Rente. Jetzt wurde Frau Millowitsch zum fünften Mal schwach

Die Fans setzten sich durch. Zwei Jahre lang belagerten sie die ZDF-Briefkästen und -Anrufzentralen und fragten nach Marie Malek und Ronaldo Schäfer, nach dem Hansson-Hotel und den Damen aus dem Schreibpool. Dann kam die ersehnte Nachricht: "girl friends" geht weiter (Serienpilot, Mittwoch, ZDF, 20.15 Uhr).
Mariele Millowitsch (46), die sich auf die RTL-Comedy "Nikola" und TV-Filme konzentrieren wollte, war weich geklopft worden. Im Prisma-Interview spricht die Tochter der Kölner Humor-Institution Willy Millowitsch (starb 1999) über Grundqualitäten, Älterwerden und ihre tierärztlichen Rudimentärkenntnisse.
 
Sie haben 1998 gesagt, mit "girl friends" sei definitiv Schluss. Warum machen Sie jetzt weiter?
Weil Christian Pfannenschmidt wieder die Drehbücher schrieb. Er sorgt für eine Grundqualität, auf die man sich verlassen kann.

Der Mann für die Grundqualität sagt, dass Walter Sittler und Sie zum Traumpaar des deutschen Fernsehens geworden sind. Fühlen Sie sich schon wie ein altes Ehepaar?

Irgendwie schon. Wir kennen uns aus dem Effeff. Walter guckt mich morgens an und weiß, ob ich Kopfweh habe oder mir eine Laus über die Leber gelaufen ist. Das bleibt aber unter uns.

Ehepaare kennen auch die Macken des anderen. Welche hat Walter Sittler?
Walter hat mich noch nie genervt, da stimmt einfach die Chemie. Er ist ein richtig guter Freund geworden.
   
In den ersten Staffeln von "girl friends" ging es häufig um Sandkasten-Freundschaften. Die neuen Folgen handeln davon, als Erwachsener Freunde zu finden. Fällt es Ihnen heute leicht, neue Freundschaften zu schließen?
Ich versuche, nicht extrem misstrauisch zu sein. Aber ich öffne mich niemandem gegenüber so schnell, weil ich nicht weiß, ob es um mich geht oder um den Promi aus dem Fernsehen.

Ist das schon lange so?
Ich bin eigentlich kein misstrauischer Typ, ging früher allerdings etwas zu blauäugig durchs Leben. Und habe dabei leider auch eine Menge schlechter Erfahrungen gemacht. Ich sage immer: Als Menschenkenntnis verteilt wurde, war ich nicht da (sie lacht).

Dafür waren Sie an der Uni immer voll da. Legen Sie als examinierte Tierärztin eigentlich Hand an Ihren Rauhhaardackel Hans-Günther?

Zecken entfernen, Ohren säubern und Zahnstein entfernen kriege ich selber hin. Vielleicht auch mal einen Zahn ziehen. Von größeren Operationen lasse ich aber die Finger weg. Ich kriege ihn zwar auf, würde ihn aber nicht wieder zu kriegen (sie lacht).

Apropos Operationen: Viele Schauspielerinnen lassen sich jenseits der 40 liften. Kann das für Sie ein Thema werden?

Ich hoffe, dass ich hart bleibe und nicht den Rappel bekomme und sage: 'Das muss alles weg'.

Was wäre ein Grund fürs Lifting?
Da fällt mir spontan keiner ein. Ich beobachte jedoch manchmal Kollegen, die beim Drehen den Hals immer schön strecken, damit das Doppelkinn nicht so auffällt. An deren Stelle würde ich lieber das Rollenfach wechseln. Es ist doch Quatsch, in meinem Alter noch ganz bewusst auf knusprige Dreißigjährige machen zu wollen.

Möchten Sie nicht nochmal zarte 25 sein?
Ehrlich gesagt, nein. Ich bin mit meinen 46 ganz zufrieden. Ich würde aber gerne die Uhr ein bisschen anhalten. So zehn Jahre vielleicht.

© 2002, prisma; Sabine Weiß