| Sie waren jung und brauchten das Geld (RTL, 31.12.98) |
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| Atze Schröder: Wir kommen nun zu einem ganz
besonderen Schmankerl! Eingespielt wird eine Szene aus dem Theaterstück "Drei kölsche Jungen" aus dem Jahre 1965, in dem Mariele als 9jährige mit ihrem Vater auf der Bühne steht. Eingeblendet ist die Frage "Wer ist wohl der kleine Junge?" Atze Schröder: Klasse! So'n Dingen! Und wer war der Junge? Es war eine Sie. Sie ist nämlich das beste Girlfriend, das man sich wünschen kann. Als Schwester Nikola pflegt sie dich dann gesund, wenn's dir mal richtig dreckig geht. Ich freu mich, dass gerade sie heute hier ist. Begrüßen wir die charmante, die umwerfende, die einzigartige Mariele Millowitsch! Mariele: Hallo, danke! Das hörte sich schön an. Die Anmoderation. Atze Schröder: Hast du dich erinnert gefühlt? |
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Mariele: Ja, wunderbar, natürlich. Ich weiß
noch. Echt, das war so süß. Alle haben zu mir gesagt "Du musst
ganz nach vorne an die Rampe, du musst laut sprechen". Resultat: Kind steht
vorne und brüllt die Leute zusammen. Es war so süß, weil
sie alle sagten "Dich versteht sonst keiner". Wunderbar. Atze Schröder: Kam die Berufsgenossenschaft oder gab's Ärger wegen dem Schreien? Mariele: Nee, nee, nee. Ich hab da soviel Spaß gehabt dabei, da hat keiner gemeint, das Kind wird gequält. Die Zuschauer eher. |
| Atze Schröder: Und Vatter hat gesagt "Gib Gas"?
Mariele: Papa hat gesagt "Gib Gas"! Ja, süß. Atze Schröder: Klasse. Ja, aber wir haben dich auch als Mädchen. Mariele: (lacht) Mann, mann! |
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| Atze Schröder: Spitze! Damals schon äußerst
charmant. Du hast aber dann nicht so den Weg direkt fortgesetzt und ...
Mariele: Nein, einen kleinen Umweg geflogen über die Tiermedizin. War so ein Fluchtversuch von Theater weg. Der ist mir gründlich missglückt. Gott sei Dank möchte ich sagen heute. Aber ich möcht es trotzdem nicht missen, es hat viel Spaß gemacht, die Ausbildung. Atze Schröder: Du warst erst ne ganz lange Zeit am Theater? Oder erst mal Schule, studiert... Mariele: Erst schön brav Schule gemacht und dann hieß es, jetzt muss das Kind auf die Schauspielschule und dann hab ich gesagt "Nee!". Und dann war großes Rätselraten, was macht sie. Und dann kam irgendwie ... durch eine göttliche Fügung bin ich an einen Studienplatz gekommen, bei furchtbaren Noten von 3,4 - mein Durchschnitt. Also, das war ein kleines Wunder. Und dann hab ich dies Studium machen dürfen und dann hab ich's nicht gemacht. Also die Tiermedizin weiter praktiziert. Atze Schröder: Du hast dann Tiermedizin studiert und nicht Veterinärmedizin. |
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Mariele: (gespielt ernsthaft) Nein, nein. Das ist
ein großer Unterschied. Ja, ja. Atze Schröder: Ja, aber wir haben Bilder besorgt aus deiner Zeit als Tierärztin. Mariele: (entsetzt) Du liebes Christkind. Oh, wei! Atze Schröder: Mariele am Euter. Ja, hätt ich auch gern mal gemacht. Aber man hat mich ja nicht studieren lassen. |
| Mariele: Lohnt nicht! So lange studieren, um einmal
an 'nen Euter zu fassen. Das kannste billiger haben. Atze Schröder: Ich hatt ja auch nicht den Notendurchschnitt von dir, ne? Mariele: (ironisch) Ja, ist auch schwer dranzukommen. Man muss sich hart anstrengen. Das ist nicht einfach. Atze Schröder: Ja, ich war weit drunter. Wir haben aber noch einn anderes Bild weiter hinten an der Kuh. Gezeigt wird ein Bild, auf dem Mariele als Tierärztin zu Untersuchungszwecken mit der Hand in den Allerwertesten der Kuh fährt. Atze Schröder: Ja, Mariele, diese Handschuhe. Schützt man sich selbst oder die Kuh damit? |
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| Mariele: (lacht) Das ist ´ne gute Frage, wirklich.
Also jedenfalls ist es da schön warm. Das ist immer im Winter ganz
schön. (Allgemeines Gelächter.) Atze Schröder: Ich würd jetzt sagen, ich weiß wie sich das anfühlt. Mariele: Weißt du wirklich? Atze Schröder: Nein, ich weiß es nicht wirklich. Ich weiß es nicht wirklich. Aber ich kann mir irgendwie vorstellen, dass man wirklich warme Hände kriegt. |
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| Mariele: Schön, wirklich. Du bist gut aufgehoben
da. Atze Schröder: Ja, wat will man auch sonst machen, ne? Mariele: Ja, jedem das seine. Nee, es war okay, und wie gesagt, es hat alles seine Zeit. Aber es ist okay, dass es vorbei ist. Atze Schröder: Du bist ja gerade noch bei den Dreharbeiten zu "Nikola". Mariele: (strahlend) JA! Atze Schröder: Der erfolgreichen Serie. (Mariele grinst sichtlich stolz.) Atze Schröder: Da bist du ja 'ne Krankenschwester. Könntest du dir auch vorstellen, Krankenschwester zu sein? Mariele: Nee, glaub ich nicht. Weil ich hab so das Gefühl, ich muss immer selber entscheiden, was ich tue und lassen will. Und wenn irgend so'n beknackter Oberarzt wie der Dr. Schmidt da steht und mich dann auflaufen läßt oder mir Befehle gibt, ich glaub, ich würd dauernd rausfliegen. Das hätt überhaupt keinen Sinn mit mir. Atze Schröder: Ja, ich mein, so ab und zu schmierst du ihm ja verbal auch schon mal eine, ne? Mariele: Ja, das ist schön. Das steht ja im Buch. Da bin ich immer toll schlagfertig. Und meistens fallen mir sonst so im Leben immer die besten Antworten 10 Minuten zu spät ein. Da sind die anderen schon alle weg und dann "Jetzt fällt mir was ein!" (winkt ab). Zu spät, hat keinen Sinn. Aber wenn´s da steht, wenn´s mir geschrieben wird, ist es ja nicht so schwer. Atze Schröder: Ja, klasse! Leute, Mariele Millowitsch! Im wahren Leben noch charmanter als auf der Leinwand. Danke, dass sie heute bei uns war. Danke schön, Mariele. Mariele: Gerne! Tschüß! (geht ab) © 1998 RTL |
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