| "Ganz die Neue" (RTL Club Magazin, März 2003) |
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| Mariele Millowitsch ("Nikola") zeigt in dem
Thriller ("Die Stimmen") ein anderes Gesicht Mit "Nikola" sorgt Mariele Millowitsch (47) bei RTL für Spitzenquoten und gehört längst zu den erfolgreichsten TV-Frauen im Lande. In dem RTL-Thriller "Die Stimmen" ist sie die neue Leiterin der Münchner Mordkommisson und beweist Wandlungsfähigkeit auf hohem Niveau. Von ihren männlichen Kollegen unter Druck gesetzt, muss sie eine Mordserie aufklären, die sie in die Vergangenheit und in ein Nobelinternat führt. Frau Millowitsch, Sie wurden schon als TV-Muster für patente Frauen bezeichnet. Wie reagieren Sie auf solche Bezeichnungen? Ich habe gelernt, dass das ein Lob ist. In der Tat hat man bei Ihnen immer das Gefühl: "Die hat alles im Griff." Dabei wirken Sie zudem authentisch. Das hat wohl damit zu tun, dass ich immer ein Stück von mir selber, von Mariele, in eine Rolle einbringe, dadurch bekommt die Figur mehr Authentizität und damit wohl mehr Glaubwürdigkeit. Was nicht heißen soll, dass ich tatsächlich immer alles im Griff habe. Was hat Sie dazu bewegt, eine TV-Kommissarin zu spielen? Zunächst dachte ich: Oh je, schon wieder eine neue Kommissarin. Doch nach der Lektüre der Romanvorlage von Christa von Bernuth war mir klar, dass es sich um eine interessante Perons handelt. Mona Seiler ist ein ruhiger, besonnener Typ. Außerdem finde ich die Geschichte spannend. In "Die Stimmen" geht es Ihnen auch körperlich ganz schön an den Kragen. War Ihnen das manchmal zu viel? Als Kind habe ich mich gerne "geprügelt". Dabei meine ich jetzt keine Schlägerei. Auch in "Nikola" habe ich es gerne, wenn die Komik ab und an physisch wird. Nach den Würgeszenen in "Die Stimmen" hatte ich zwar Striemen und tatsächliche Würgemale, aber so etwas passiert halt. Solange ich mir nichts breche... Wie war das, eine Pistole in den Händen zu halten? Ich kam mir damit fremd vor. Etwas in der Hand zu haben, womit man einen anderen töten kann, ist mir sehr unheimlich. In den Szenen , in denen tatsächlich echte Munition im Revolver war, hatte ich richtigehend Herzklopfen. In Ihren Rollen sind Sie oft verheiratet und haben fast immer ein Kind. Glauben Sie, eine Art Mütterlichkeit auszustrahlen? Ich mag Kinder sehr gerne. Die Tatsache, dass es in meinen eigenen Leben nicht so ist, bedeutet ja nicht, dass ich keine Mütterlichkeit ausstrahlen kann. Ich entspreche einem bestimmten Typ, dem man die Mutterrolle durchaus zutraut. "Die Stimmen" basiert auf einem Roman. Welche Krimis lesen Sie gerne? Donna Leon und die Wallander-Krimis lese ich gern. Aber dann brauche ich auch wieder Abwechslung. Hervorragend finde ich "Die Korrekturen" von Jonathan Franzen (2002, Rowohlt). War der Name Millowitsch am Anfang Ihrer Karriere eher förderlich? Zu Anfang war es ein Vorteil. Die meisten Produzenten waren damals neugierig auf mich. Später habe ich mir selber einen ziemlichen Druck gemacht, weil es mir sehr wichtig war, dem Namen Millowitsch eine eigene "Mariele-Farbe" zu geben. Warum sind Sie nicht am Theater geblieben, wie Ihr berühmter Vater oder Ihr Bruder? Es war immer klar, dass mein Bruder Peter später die Theaterleitung übernimmt, und da wir uns in gewisser Weise ähnlich sind wäre das auf Dauer nicht gut gegangen. Aber ohne die Erfahrungen, die ich dort gemacht habe,gäbe es "Nikola" nicht. Wie wird es mit "Nikola" weitergehen? Von mir aus ewig. Ich könnte mir vorstellen, dass Walter und ich in der allerletzten Folge vor dem Altersheim sitzen und mit unseren Gehhilfen aufeinander losgehen. © 2003 RTL Club Magazin |