| Tiere suchen ein Zuhause - Weihnachtsshow (WDR, 22.12.01) |
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| Neben Mariele waren zu Gast: Gaby Köster (mit ihren beiden
Hunden), Michael Aufhauser (Privatstiftung für Tierrechte),
Bernd Stelter, Henning Krautmacher (Sänger von "De Höhner")
und zwischendurch noch Renate Künast und später Kathy Kelly. Weitere Infos zur Sendung |
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C. Ludwig: Mein nächster Gast hat sein Interesse an
Tieren gleich zu seinem Beruf gemacht. Zu EINEM seiner Berufe. Sie hat nämlich
Veterinärmedizin studiert. Sie stammt aus einer der berühmtesten Schauspieler-Familien
Deutschlands und bei ihr war es eigentlich umgekehrt, wie es sonst oft ist.
Sonst ist es ja oft so - in einer bürgerlichen Familie - dass ein Kind sagt
"Ich möchte Schauspieler werden" und es heißt "Lern erstmal etwas Anständiges!"
Hier war es so, dass sie erstmal etwas Solides studiert hat, nämlich - wie gesagt - Tiermedizin und dann wurde sie doch Schauspielerin und das ist auch gut so. Denn wir möchten nicht auf sie verzichten. Herzlich willkommen: Mariele Millowitsch. |
| Mariele kommt herein und begrüßt ziemlich gut gelaunt
die Moderatorin und die anderen Gäste auf dem Sofa. C. Ludwig: Guten Abend. Mariele: Hi! C. Ludwig: Lotta [G. Kösters Dogge] wird immer ruhiger hier. |
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| Mariele: Ja, die reagiert schon gar nicht mehr. (zu
G. Köster) Hast du sie in den Schlaf gekrault? Süß. C. Ludwig: So findet sie es jetzt ganz gemütlich. Mariele: Ist das die berühmte Dogge, ist ja toll. Herrlich. C. Ludwig: Was aus der geworden ist, ne? Mariele: Ja, ist schon klasse. |
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C. Ludwig: Frau Millowitsch, die Weihnachtszeit, die
Zeit der großen Festessen steht vor der Tür und Sie haben sich ganz besonders
engagiert in einer Kampagne mit der
WSPA. Mariele: Ja, mit der Welttierschutzgesellschaft und wir wollen einfach drauf aufmerksam machen, in welcher Art diese Gänsestopfleber zu Stande kommt und was die Tiere aushalten müssen, wenn sie diese Prozedur über sich ergehen lassen. Man muss sich das so vorstellen, dass jeder einzelne von uns festgeschnallt wird in einem Käfig und so da drin sitzt und ein bis vier Mal... C. Ludwig: Also, wir haben ein paar Bilder. |
| Mariele: Ja, vielleicht zeigt man das vorher mal und
dann kann man sich das vorstellen. C. Ludwig: Ich denke auch, man muss unseren Zuschauern einfach mal zeigen, warum man sich darüber so aufregt und warum man dagegen vorgeht. Also tagtäglich müssen mehrmals die Tiere diese schmerzhafte Prozedur über sich ergehen lassen. |
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Mariele: Ein bis vier Mal, das ist je nach Technik
und man muss sich das vorstellen, dass wir vier Mal am Tag in so eine Maschine
gestopft werden, Maul auf, so ein Ding in den Hals und dann umgerechnet
18 Kilo Spaghetti pro Tag essen müssten. Das ist so das, woran man sich
orientieren kann und das finde ich schon eine ziemlich herbe Vorstellung. Und kurz bevor man an einer Leberverfettung stirbt, wird man dann schnell noch geschlachtet. Und ganz viele Tiere schaffen's auch nicht, weil sich die Leber in so einer Geschwindigkeit verfettet und vergößert, dass sie die anderen Organe eindrückt. Und viele verenden vorher. C. Ludwig: Erstaunt Sie mitunter die Gedankenlosigkeit vieler Menschen? |
| Mariele: Ja, das ist unglaublich. (die Dogge fängt
auf einmal unruhig an zu bellen) Lotta, was ist? Hast Du den Film gesehen?
C. Ludwig: Lotta regt sich auch auf. Mariele: Ja, völlig richtig. Diese Gedankenlosigkeit verstehe ich sowieso nicht in vielen Zusammenhängen. Ich hab heute morgen einen Bericht darüber gehört, dass ein Hasenzucht-Verband jetzt dafür sorgt, dass das Fell für Barbie-Puppen verbraucht wird, dass Barbie-Püppchen jetzt Pelzmäntel ankriegen. |
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| C. Ludwig: Das ist unglaublich. Mariele: Und ich hab heute morgen da gesessen und dachte: "Sag mal, wie blöd müssen die Leute eigentlich noch...?" Gaby Köster: (kann's auch nicht fassen) Wir haben Jahre dafür gekämpft, dass aus der Mode diese Pelze rauskommen, jetzt guckst du dich um, jetzt hast du überall wieder dieses Fell, da kriegst du wirklich zu viel! Das geht mir auch so! Mariele: Ja, ich versteh's auch nicht. Es wird wieder so oberflächlich. Und ich finde, die Leute sollten a) darüber nachdenken was sie tun, b) was sie essen und c) dass wir nicht alleine auf der Welt sind. |
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Gaby Köster: Ja, genau! (Applaus vom Publikum) M. Aufhauser: Aber ich glaube, der Gesetzgeber muss da einfach das Machtwort sprechen. Weil man gesehen hat, dass immer wenn Models erklären "ich trage keinen Pelz mehr" - plötzlich tragen sie wieder Pelz. Es ist nicht nur der Einzelne, der es offensichtlich nicht versteht, ... Mariele: Ich glaube aber doch... M. Aufhauser: ... es muss ein Gesetz her. |
| Mariele: Herr Aufhauser, darauf verlasse ich mich
gar nicht mehr. Da kann ich nur an die Verbraucher appellieren: Wo keine
Nachfrage, da keine Produktion! Und wenn wir das Zeug nicht essen, dann
wird's auch nicht importiert aus Frankreich. Und damit haben wir schon mal...
also ich finde, die Macht haben WIR und nicht die Gesetzgeber. M. Aufhauser: Bei der Gänsestopfleber sehe ich schon eine Chance, aber schauen Sie sich einmal an: Blue-Jeans Jacken gefüttert mit Pelz. Mariele: Ja, abartig! |
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M. Aufhauser: Das ist ja eigentlich im Grunde genommen
wieder eine Werbung durch die Hintertür, es ist nicht mehr elegant, sondern
für Jedermann. Und ich glaube, der Gesetzgeber müßte eigentlich dafür sorgen.
Wir wollen ja hier keine Tierquälerei. 90% der Menschen wollen das nicht
und es gibt... Gaby Köster: Aber wenn die Leute es nicht kaufen würden, wäre das genauso wirksam wie mit der Stopfleber. Mariele: Das ist es, du hast vollkommen recht. Die Leute müssen drauf aufmerksam gemacht werden, was das bedeutet für die Tiere. Und dass auch für eine Jeansjacke, die mit Fell gefüttert ist, Tiere sterben mussten, bzw. unter furchtbaren Bedingungen gehalten wurden. |
| Gaby Köster: Vor allem gibt es doch Alternativen.
Es gibt Webpelze, die kannst du kaum von echten unterscheiden. Es besteht
auch absolut keine Notwendigkeit dafür, das ist der Schwachsinn. C. Ludwig: Sprechen Sie denn, wenn in Ihrem Bekanntenkreis jemand mit Pelz irgendwo aufkreuzt... bei Ihrem Weihnachtsevent, Herr Aufhauser, ist es ja auch geschehen, zu unserem Erstaunen, dass Leute mit Pelz ankamen auch zu einer Tierschutz-Veranstaltung. Sprechen Sie [Mariele] sie drauf an? |
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| Mariele: Ich sage Gott sei Dank: ich kenne keine Leute,
die mit Pelzmantel rumlaufen und bin auch ganz froh. Also, ich würde mich
da, glaube ich, sehr aufregen. M. Aufhauser: Ich seh es halt einfach anders. Ich glaube, dass wir eine Kultur haben... so wie wir Radar-Fallen haben und nicht sagen, "ach bitte, fahrt doch mal langsamer", sondern "Führerschein weg"- Strafen. So muss eigentlich der Staat und unsere Kultur die Tiere schützen. Denn alle Appelle haben nichts genutzt. C. Ludwig: Gut, Gänsestopfleber ist ja verboten in Deutschland, aber man darf sie leider importieren. Mariele: Das ist ja die Hintertür, die ganz linke Nummer. Aber gerade der Import würde nicht so funktionieren, wenn wir sagen würden: Wir essen es nicht! M. Aufhauser: Aber glauben Sie nicht, es ist wahnsinnig mühsam 360 Millionen Menschen "sehen zu lehren", zu bilden, Erkenntnisse zu bekommen. Würde jeder von diesen Einwohner langsam in einer Stadt fahren? Er wird's nicht tun. Es MUSS ein Gesetz her. Und wenn 90% der Menschen Tiere nicht quälen wollen, warum erlaubt es der Staat noch? |
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Mariele: Ja, aber wie gesagt, das Thema "Gänsestopfleber".
Es ist ja nun verboten. Aber es gibt ja immer Hintertüren für alles. Also
selbst, die Pelze. Die würden wir von Gott weiß woher beziehen, weil die
Leute es haben wollen. Weil sie es WOLLEN! Weil der Bedarf da ist, und den
muss man einfach abstellen! C. Ludwig: Ich hoffe, wir haben jetzt ein wenig zur Nachdenklichkeit und zur Aufklärung beigetragen. Mariele: Ja, das hoffe ich sehr. |
| C. Ludwig: Sie haben einen Dackel-Mischling. Beschützt der Sie eigentlich, Frau Millowitsch? Oder würde der Sie retten? Hat der Sie schon mal irgendwie gerettet? | |
| Mariele: Also darauf würde ich mich jetzt nicht verlassen
(sie lacht), aber Hans-Günther passt schon auf, das ist wahr. Aber wie soll
er mich retten, der ist ja nur so [klein]. Aber er ist fit und er passt
schon auf. C. Ludwig: Und immer dabei normalerweise? Mariele: Ich schleppe den Kerl immer mit, deswegen habe ich einen schauspielerfreundlichen Hund. Ich muss ja immer in der Gegend rumfliegen und der passt genau in so eine Reisetasche, die man mitnehmen kann in die Kabine. Und ich würde ihn nie so in den Frachtraum geben wollen in so eine große Kiste, denn das bringt nichts. Und so ist er immer dabei... |
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| C. Ludwig: Das ist ja auch eine handliche Größe. Mariele: Und immer wenn die Stewardessen weggucken, mache ich den Reißverschluß auf und dann kann er so halb aus seiner Tasche... C. Ludwig: Vielleicht hätte Hans-Günther ja Interesse, an dem was wir Ihnen jetzt zeigen. Denn da folgt ein Besuch der Rettungs-Hunde-Staffel Wesel. © WDR 2001 |
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