"Maarten 't Hart schwafelt nicht"
(ZDF, 01.03.05)
 

Was hat Sie an dem Stoff gereizt?
Der Roman ist ganz schräg. Er hat einen besonderen Humor und wunderbare Figuren. Man lernt diese Figuren zwar nicht wirklich kennen, aber trotzdem interessieren sie einen. Ich mag es, wenn ich mir selber etwas zu den Figuren denken muss. Kurz gesagt: Maarten 't Hart schwafelt nicht, und das mag ich.

Wie verlief die Zusammenarbeit mit der Produktion?

Zunächst war die Frage, was aus dem Stoff gemacht wird: ein Krimi oder eher eine psychologisch ausgefeilte Charakterstudie. In der ersten Drehbuch-Fassung lag der Fokus auf der Hauptfigur Leonie. Das war aber fade – da waren sich alle einig. Dann hat man sich für die Krimivariante entschieden und festgestellt, dass man trotzdem die Entwicklung der Hauptfigur Leonie gut erzählen kann. Sie wird durch den Tod ihrer besten Freundin Roos ins kalte Wasser geworfen, und während sie zusammen mit einem Ex-Lover von Roos versucht herauszufinden, ob diese ermordet wurde – und wenn, von wem, nutzt sie die Chance, ihr Leben neu zu ordnen. Sie ist neugierig geblieben und flexibel genug, sich darauf einzulassen, dass nicht alles läuft wie geplant. Das trifft auch wieder meine Haltung zum Leben: Man kann und sollte nicht alles planen.

War es dann vom Buch zum Film eine große Umstellung?

Oh ja, es ist ja immer schwierig, ein Buch umzusetzen. Vor allem den Humor zu treffen, war uns allen ja so wichtig. Im Buch kann man viel mehr mit den Vorstellungen der Leser arbeiten, innere Monologe beschreiben. Im Fernsehen muss man Bilder zeigen, und diese müssen für sich sprechen und die Augen bedienen. Im Gegensatz zum Buch ist es etwas Fertiges, das wir dem Zuschauer geben.

Lieben Sie Katzen?

Ich müsste keine haben, aber wenn mir eine zuläuft und sich mit meinen beiden Hunden gut versteht, dann würde ich sie auch noch bei mir aufnehmen. Ich bin ja ein großer Tierfreund. Am liebsten hätte ich einen Bauernhof, aber darum müsste sich dann halt jemand kümmern, denn ich bin ja viel zu selten da.

Können Sie sich vorstellen, dass Bekannte oder Freunde von Ihnen ein solches Doppelleben führen wie Roos?

Ja klar! Da halte ich es mit einem Kölner Motto: "Jede Jeck is’ anders!" Ich würde mich bei keinem einmischen, sondern bin zufrieden mit dem, was Menschen mir von sich aus erzählen. Insofern könnte mir das wohl selbst bei meiner besten Freundin passieren. Ich habe großen Respekt vor den Eigenarten eines jeden.

Wie war die Zusammenarbeit mit Jürgen Vogel?
Sehr schön! Ich bin ja schon schnell, aber Jürgen arbeitet blitzartig in der Umsetzung von Regieanweisungen. Ich fand beeindruckend, wie er aus der Hüfte improvisiert und Varianten anbietet. Außerdem ist er ein reizender Kollege. Wir haben Tränen über ihn gelacht, so dass manchmal die Maskenbildnerin die Spuren beseitigen musste.

© ZDF 2005; Claudia Maxelon