|
Was hat Sie an dem Stoff gereizt?
Der Roman ist ganz schräg. Er hat einen besonderen Humor und
wunderbare Figuren. Man lernt diese Figuren zwar nicht wirklich kennen,
aber trotzdem interessieren sie einen. Ich mag es, wenn ich mir selber
etwas zu den Figuren denken muss. Kurz gesagt: Maarten 't Hart schwafelt
nicht, und das mag ich.
Wie verlief die Zusammenarbeit mit der Produktion?
Zunächst war die Frage, was aus dem Stoff gemacht wird: ein Krimi
oder eher eine psychologisch ausgefeilte Charakterstudie. In der ersten
Drehbuch-Fassung lag der Fokus auf der Hauptfigur Leonie. Das war aber
fade da waren sich alle einig. Dann hat man sich für die Krimivariante
entschieden und festgestellt, dass man trotzdem die Entwicklung der Hauptfigur
Leonie gut erzählen kann. Sie wird durch den Tod ihrer besten Freundin
Roos ins kalte Wasser geworfen, und während sie zusammen mit einem
Ex-Lover von Roos versucht herauszufinden, ob diese ermordet wurde
und wenn, von wem, nutzt sie die Chance, ihr Leben neu zu ordnen. Sie
ist neugierig geblieben und flexibel genug, sich darauf einzulassen, dass
nicht alles läuft wie geplant. Das trifft auch wieder meine Haltung
zum Leben: Man kann und sollte nicht alles planen.
War es dann vom Buch zum Film eine große Umstellung?
Oh ja, es ist ja immer schwierig, ein Buch umzusetzen. Vor allem den Humor
zu treffen, war uns allen ja so wichtig. Im Buch kann man viel mehr mit
den Vorstellungen der Leser arbeiten, innere Monologe beschreiben. Im
Fernsehen muss man Bilder zeigen, und diese müssen für sich
sprechen und die Augen bedienen. Im Gegensatz zum Buch ist es etwas Fertiges,
das wir dem Zuschauer geben.
Lieben Sie Katzen?
Ich müsste keine haben, aber wenn mir eine zuläuft und sich
mit meinen beiden Hunden gut versteht, dann würde ich sie auch noch
bei mir aufnehmen. Ich bin ja ein großer Tierfreund. Am liebsten
hätte ich einen Bauernhof, aber darum müsste sich dann halt
jemand kümmern, denn ich bin ja viel zu selten da.
Können Sie sich vorstellen, dass Bekannte oder Freunde von Ihnen
ein solches Doppelleben führen wie Roos?
Ja klar! Da halte ich es mit einem Kölner Motto: "Jede Jeck
is anders!" Ich würde mich bei keinem einmischen, sondern
bin zufrieden mit dem, was Menschen mir von sich aus erzählen. Insofern
könnte mir das wohl selbst bei meiner besten Freundin passieren.
Ich habe großen Respekt vor den Eigenarten eines jeden.
Wie war die Zusammenarbeit mit Jürgen Vogel?
Sehr schön! Ich bin ja schon schnell, aber Jürgen arbeitet blitzartig
in der Umsetzung von Regieanweisungen. Ich fand beeindruckend, wie er
aus der Hüfte improvisiert und Varianten anbietet. Außerdem
ist er ein reizender Kollege. Wir haben Tränen über ihn gelacht,
so dass manchmal die Maskenbildnerin die Spuren beseitigen musste.
© ZDF 2005; Claudia Maxelon
|