|
Der folgender Text stammt von Katrin, die Walter bei dieser Kästner
- Lesung "Als ich ein kleiner Junge war" zum ersten Mal live
"erlebt" hat und nachher im Fanpage-Forum
mit diesem Bericht davon erzählt hat.
Also ich kann Euch ja absolut verstehen, warum Ihr mir alle so von der
Kästner-Lesung vorgeschwärmt habt - ab sofort schwärme
ich mit. Aber ich will mal ein bisschen von vorne anfangen. Dank map24
(*g*) habe ich das Literaturhaus in Stuttgart auf Anhieb gefunden. Weil's
noch etwas früh war bin ich erst noch ein bisschen in der Gegend
rumgeschlendert. Gegen 18:45 Uhr habe ich mich aber dann auf den Weg zur
Abendkasse gemacht, um meine reservierte Karte abzuholen.
Es war dann noch ein wenig Zeit, bevor man in den Saal durfte. Und ehrlich
gesagt, kam ich mir in dieser Zeit etwas fehl am Platze vor. Irgendwie
machten die Leute um mich rum alle den Eindruck, als ob sie viel gebildeter
sind als ich, naja, und dann kannte man sich halt untereinander durch
die Schule, über die das Ganze veranstaltet wurde. Ich riss mich
dann aber selber am Riemen, schließlich leide ich ja sonst nicht
unter mangelndem Selbstbewusstsein - und als dann die Tür zum Saal
aufging war ich unter einer der ersten, die rein kamen - und so bekam
ich sogar einen Platz in der ersten Reihe ab. (Schräg hinter mir
saßen übrigens Walters Frau und seine Mutter.) Und dann ging
es auch relativ schnell los.
Als Walter und das Streichquartett unter großem Applaus die Bühne
betraten musste ich mich echt zusammenreißen, um nicht in gar zu
seliges Grinsen auszubrechen - ich fand's halt echt genial, Walter mal
"in echt" zu sehen! Bevor dann die eigentliche Lesung begann,
wurde vom Leiter (?) des Literaturhauses und der Moderatorin des Abends,
Esther Saoub, noch ein paar einleitende Worte gesagt. Es ging halt darum,
dass die Veranstaltung ja vom Dillmann-Gymnasium und der Dillmann-Stiftung
organisiert worden ist, die gerade dabei sind das Geld zusammenzubekommen,
um für das Gymnasium eine Aula zu bauen. Walter Sittler ist wohl
mit einer Lehrerin an diesem Gymnasium befreundet, und so kam es zu dieser
Lesung.
Die Moderatorin meinte dann nur noch, dass sie ja schon am Applaus gemerkt
hat, dass man den Schauspieler Walter Sittler ja nicht weiter vorstellen
muss. Sie erwähnte dann noch, dass er ja selber mit sieben Geschwistern
aufgewachsen ist und drei Kinder hat - und somit weiß, wie wichtig
Kinder und Erziehung sind (so sinngemäß zumindest) und schlug
so den Bogen sowohl zum Dillmann-Gymnasium, als auch zu dem Buch, um das
es ja ging.
Ja - und dann ging's auch wirklich los. Walter holte die Lesebrille raus
- und dann las er...
Wie ich ja an anderer Stelle hier im Forum schon gesagt habe, ich selber
habe (bis jetzt) nur einige Auszüge aus "Als ich ein kleiner
Junge war" gelesen, kannte also das meiste auch nicht. Wobei ich
auch gar nicht weiß, ob mir das Buch auch so zum Lesen gefallen
hätte - denn die Art des Vorlesens war ja das, was dem ganzen noch
einmal einen Extra-Kick gab.
Mal ganz davon abgesehen, dass wir ja alle hier wissen, dass Walter wirklich
eine angenehme, und damit auch eine schöne Vorlese-Stimme hat, gab
es nämlich noch einige Extra-Highlights: Zweimal brachte er das Publikum
nämlich so zum Lachen, dass er selber mitlachen musste!
Das erste Mal war, als Erich Kästner in seinem Buch etwas skurril
von seinem einen Onkel schreibt. In dem Abschnitt ist etwas wörtliche
Rede drin, und es wird halt beschrieben, dass der Onkel eine sehr dröhnende
Stimme hat und sehr dominant auftritt - und genauso las Walter das dann
auch. Für die wörtliche Rede sprach er dann etwas tiefer, lauter
und in befehlsgewohntem Ton. Dazu dann der Text, in der typischen Art
Kästners geschrieben - man hat Tränen gelacht. Das ging ungefähr
drei/vier wörtliche Reden lang gut - und dann wurde Walter von den
Lachern angesteckt. :-)
Das zweite Mal war dann schon relativ am Schluss. Erich Kästner beschreibt
darin, wie seine Mutter den einmaligen Versuch unternimmt, schwimmen zu
lernen. Das ist echt witzig geschrieben - so dass wieder alle laut lachten
- und auch Walter musste hier eine ungeplante kurze Lesepause machen -
um richtig mitzulachen. Das war herrlich - und hat dem Ganzen halt noch
mal eine menschliche Note gegeben.
Abgerundet wurde die ganze Lesung durch das DALA-Quartett (2 Geigen, eine
Bratsche und ein Cello, und die erste Geige wurde halt auch von einer
Lehrerin des Dillmann-Gymnasiums gespielt.) Obwohl ich jetzt eigentlich
nicht so der Klassik-Liebhaber bin - die Musik hat wirklich sehr gut gepasst
und war auch nicht zu lang zwischendrin.
Ich war überhaupt positiv überrascht, wie lange das Ganze gedauert
hat. Inklusive Pause waren das drei Stunden! Wobei Walter eigentlich keine
Pause hatte. Es gab nämlich hinten im Saal einen Stand, wo man Hörbücher
von Walter kaufen konnte (von denen auch EUR 3,- pro CD an die Dillmann-Stiftung
gingen - und soweit ich das gesehen habe, wurden die auch gut gekauft),
und Walter signierte die dann. Und natürlich gab er auch Autogrammkarten.
Das hat mich sehr überrascht, denn dass Künstler nach einer
Veranstaltung Autogramme geben - das kenne ich, aber in der Pause auch
schon, dass war mir neu - Hut ab.
Susannes Worte aus dem letzten Chat im Kopf, dass ich ihn ruhig ansprechen
soll, er würde ja nicht beißen (hat er wirklich nicht *g*),
nahm ich dann auch meinen ganzen Mut zusammen, und ließ mir erst
mal eine Autogrammkarte geben. (Dabei hat er meinen "Privattest"
bestanden. Er hat nämlich genau nachgefragt, wie ich geschrieben
werde - also "Katrin" mit h oder ohne, und mit K oder C. Das
machen nämlich die wenigsten Künstler, die schreiben einfach
drauf los.) Dann habe ich ihn gefragt, ob er denn auch Sachen signieren
würde, die eigentlich gar nicht in diesen Rahmen passen. "Na
mal sehen." Und dann zog ich nämlich mein Buch "GIRLfriends
forever" aus der Tasche. "Hey, das kenne ich doch", meinte
er dann. "Das gibt's ja immer noch - nur halt nicht mehr mit uns."
Worauf ich dann nur meinte, dass ja die alten Folgen auch immer mal wiederholt
werden - und außerdem hat man's ja als Konserve - also auf Video.
Darauf meinte er dann, dass er mal alle Folgen geschenkt bekommen hat
auf DVD. Also von Video auf DVD gebrannt, da wäre jetzt die Qualität
nicht soooo toll, aber es trotzdem schön. Und dann gab er mir auch
schon mein Buch wieder, und ich zog von dannen. Erst dann habe ich auch
gesehen, dass er vorne in das Buch nicht nur seinen Namen geschrieben
hat, sondern "Für Katrin - Viel Vergnügen! Walter Sittler"
Ich habe dann noch ein wenig an der Seite gestanden und mir das Ganze
angeschaut - was ich wirklich klasse fand war halt, wie natürlich
er mit den Leuten umging. Mit jedem hat er ein Wort gewechselt, hat geduldig
Autogramme geschrieben - und war halt einfach super sympathisch. Ich war
auch echt positiv überrascht ob seiner Reaktion auf mein Buch - war
mir nämlich echt nicht sicher, ob ich das auf so einer Veranstaltung
signieren lassen sollte. Aber ich hatte halt nicht das Gefühl, dass
er da irgendein Problem mit hatte.
Na ja, irgendwann war dann halt leider auch der zweite Teil der Lesung
vorbei. Es gab viel Applaus - und es wurde auch noch einmal erwähnt,
dass sowohl das DALA-Quartett, als auch Walter Sittler zu Gunsten der
Dillmann-Stiftung auf ihre Gagen verzichten. Als Dankeschön bekamen
die Damen des Quartetts je einen Blumenstrauß, die Herren je eine
Flasche Wein, und Walter Sittler ein paar Blumen und eine CD des SWR Symphonie-Orchesters.
Es wurde auch gesagt, was für Stücke auf der CD drauf waren,
aber das habe ich mir ehrlich gesagt nicht gemerkt.
Tja - und das war's dann endgültig. Walter Sittler schrieb auch nach
der Veranstaltung noch Autogramme - aber ich hatte mir ja meins, wie schon
erwähnt, bereits in der Pause geholt - und außerdem musste
ich ja auch noch wieder nach München zurück - deshalb wartete
ich nicht weiter sondern machte mich auf den Heimweg.
Fazit des Ganzen:
1.) Walter Sittler ist live genauso sympathisch, wie in den diversen Talk-Shows
und anderen Fernsehsendungen, in denen er als "Privatmann" aufgetreten
ist.
2.) Ich würde mir wünschen, dass er "Als ich ein kleiner
Junge war" auch irgendwann mal als Hörbuch aufnimmt. (Also ich
wäre der erste Käufer dafür!)
3.) Wer so (vor)lesen kann, der sollte unbedingt mal in Elke Heidenreichs
Sendung "Lesen!" - in die Sendung wünsche ich ihn mir ja
schon lange.
Und 4.) Das war definitiv nicht meine letzte Walter-Sittler-Lesung, die
ich erlebt habe!
© 2005 K. Gniosdorz
|