| Lessings Passion - Stuttgart, 14.05.00 | |
| Der folgende Bericht stammt von Petra, Ulli und Verena,
die am 14.05.00 bei der Lesung "Lessings
Passion" in Stuttgart dabei waren und Walter nach der Lesung noch
kurz getroffen haben. ULLI: Hallöschen! Sorry Mädels, dass Ihr nicht gleich am Montag nach der Vorstellung erste Berichte zu unserem Besuch lesen konntet. Das liegt bestimmt nicht daran, dass wir Euch aushungern wollen *g*, aber wie das halt so ist, muss ab und zu auch was für den Brötchengeber getan werden.... Verena schreibt ja, wie Ihr alle wißt, gerade ABI, Petra hat nur Do und Fr Internetzugriff (was sich hoffentlich bald ändern wird) ... PETRA: Das hoffe ich auch! Dann kann ich endlich auch chatten und muss ausserdem meinen Mann nicht immer zur "Terminüberwachung" einteilen. ULLI: ... und meine Wenigkeit hatte diese Woche leider ziemlich viel am Bein. (.."....ahh, immer is mir die Arbeit im Weg..."). Schließlich habe ich nicht mehr den Luxus, Studentin zu sein, und bis Ultimo im Bett rumlungern zu können *g*...ok, ok, war ein Scherz ....jetzt hab ich mir bestimmt wieder Euren Unmut zugezogen, aber das ist eigentlich nur der pure Neid..... Also, dann werden wir mal berichten, am Besten ganz von vorne: ULLI: Verena und ich haben uns am Sonntag Nachmittag, 14. Mai 2000, bei brütender Hitze in Würzburg getroffen, um den schon mit Spannung erwarteten Ausflug in die "Weltstadt" Stuttgart zu machen. Dank Klimaanlage und Bleifuß sind wir um 17:00 dort auch eingetrudelt, um uns dann sofort bei einem sehr netten "Italiener" im Zeppelincarré von den Strapazen der Fahrt zu erholen. Nach einem Glas Prosecco und einer kleinen Stärkung (Verenas Nachtisch war allerdings ein Reinfall, nicht weil er nicht geschmeckt hätte, aber Vegetarier und Gelatine scheinen keine Freunde zu sein *g*) haben wir uns dann zum treffpunkt mit Petra und ihrer Freundin Sabine (bis zu diesem Zeitpunkt noch kein Walter-Fan) aufgemacht. Die Situation ist echt witzig: keiner kennt den anderen und dann wird gerätselt, sind sie das oder nicht... Aber lange Rede, kurzer Sinn, die beiden waren schon da und auch leicht zu identifizieren. Wer ist schon dunkelhaarig und trägt ne Brille, gell Petra *g*....??!! PETRA: Gut, ich geb's ja zu, der Steckbrief war nicht gerade Kripo-tauglich. Aber es war ja auch nicht so, dass sich sämtliche dunkelhaarigen Brillenträgerinnen aus Stuttgart (und Umgebung) in der Nähe unseres treffpunktes aufhielten. Oder? *g* Zumindest nicht viele … vielleicht n' paar .. also mehr als eine oder zwei waren es bestimmt nicht! Und immerhin wusstet ihr ja auch, dass wir zu zweit sein würden, das ist doch schon mal was?! Wer weiss, wen ihr sonst womöglich noch angesprochen hättet! *lach*. Pünktlich um 19.15 Uhr, trafen also meine Freundin Sabine und ich uns wie verabredet mit Ulli und Verena vor dem Eingang zum "Kleinen Haus" des Stuttgarter Staatstheaters... ULLI: ....und wir haben Euch Dank Deiner Personenbeschreibung und dem künstlerisch wertvollen treffpunkt (so ein Grimme-Preis-Verschnitt) auch gleich erkannt *g*..... PETRA: ... Jooo, es is ja jetzt gut. Wir haben uns ja gefunden … *g* Zu Sabine muss ich sagen, dass sie meine allerbeste Freundin ist, Walter bisher höchstens ein oder zwei Mal in "Nikola" gesehen hatte, aber weder seinen Namen kannte noch sonst irgend etwas über ihn wusste. Von Lessing hatte sie so viel Ahnung wie ich (er war halt ein Dichter, na und?). Zur Einstimmung hatte ich ihr Annes Bericht geschickt. Kurz gesagt, sie kam mir zuliebe mit (und sie sollte es nicht bereuen!). Beim Kartenvorverkauf hatte man mir gesagt, dass die "Saalöffnung" bereits um 19.00 Uhr und der Andrang auch eher groß sei. Als wir dann hineingingen, hieß es plötzlich, wir könnten aber erst um 19.50 Uhr hoch ins Foyer gehen, wo das Ganze stattfinden sollte. ULLI: Mann oh Mann, und wir haben uns beim Essen so beeilt. PETRA: Tut mir ja echt leid! Aber wer weiss, wofür's gut war …. Bevor ich mich über diese Fehlinformation ärgern konnte (wozu auch?), verkündeten die drei erst einmal einstimmig, dass sie sowieso auf der Stelle zur Toilette müssten. ULLI: Leider zur falschen Zeit *g* Denn bei Petra, die draußen die Stellung hielt, hat sich in der Zwischenzeit folgendes zugetragen.... PETRA: Ihr fragt euch jetzt sicher, warum ich so etwas Belangloses überhaupt erzähle. Kommt gleich! Ulli war schon fast in der Herrentoilette drin, bemerkte ihren Irrtum aber gerade noch und folgte den anderen beiden (ob diese Entscheidung klug war? *g*). ULLI: Tja, wie war das, Susanne ??!! Falsche Zeit, falscher Ort!!?? PETRA: Die Tür schloss sich, ich stand noch grinsend da, mit Blick auf die Türen, da öffnete sich die Tür der Herrentoilette,... ULLI: ...die ich kurz zuvor fälschlicherweise für die Damentoilette gehaltenen hatte; um mich damit gleich zum Gespött aller zu machen... Das hätte ja peinlich werden können *g* PETRA: ....und wer kam heraus? Ich brauchte einen Moment, bis ich merkte, dass es Walter war. "So!", dachte ich, "was mach ich denn jetzt? Ich kann den doch jetzt unmöglich einfach ansprechen! Verena, komm! Dich kennt er!" Zum Glück hatte ich noch einen Moment Zeit, zu überlegen: "trau ich mich oder trau ich mich nicht?", denn er ging erst einmal zur Garderobe und unterhielt sich mit einer Frau und einem Mann, die dort arbeiteten. Ich überlegte und überlegte und hoffte, dass die Mädels gleich wieder herauskommen und mir die Entscheidung abnehmen würden. (Kann man so lange auf der Toilette brauchen?) ULLI: ...also hör´ mal, das kam Dir wohl nur so lange vor. Und schließlich musste die Fassade ja noch geprüft werden *g*... PETRA: Walter beendete seine Unterhaltung und ging Richtung Treppe, keine zwei Schritte von mir entfernt. Ich gab mir einen Ruck und ging einen Schritt auf ihn zu, stellte mich vor und sagte auch, dass ich eine von den Internet-Mädels sei. Er gab mir direkt die Hand und sagte: "Schön. Herzlich willkommen!", auf eine ganz nette, freundliche Art. Nach euren bisherigen Berichten hatte ich zwar nichts anderes erwartet, aber so live, face-to-face ist doch noch mal etwas anderes als im Internet darüber zu lesen. Ich sagte, dass wir etwas früh dran wären, und er meinte, es gäbe genügend Plätze. Dann fragte ich noch, ob Fotos während der Vorstellung erlaubt seien (etwas noch Blöderes fiel mir echt nicht ein in dem Moment!), und er sagte auch gleich: "Bitte nicht!" und fügte dann erklärend hinzu: "Dieses Chr Chr, das würde schon stören. Nachher gerne!" Dann gab er mir, glaube ich, noch mal die Hand und sagte: "Also, dann! Viel Vergnügen." Ich: "Danke. Wir freuen uns schon." Bevor er dann zur Treppe entfleuchen konnte, fragte ich ihn schnell noch, ob wir anschließend Autogramme bekommen könnten, und er meinte sofort: "Klar, kein Problem! Können wir gerne kurz machen." Ich bedankte mich, glaube ich, noch mal (zumindest bilde ich es mir ein), dann ging er langsam die Treppe hoch. Irgendwie kriege ich das ungute Gefühl nicht los, dass ich zwischendurch noch ziemlichen Unsinn blubberte, den ich aber zum Glück schnell wieder vergessen habe (Ulli, sorry, ich glaube, ich habe ihm wirklich und wahrhaftig erzählt, dass du fast in die falsche Toilette gegangen wärst! Und dann zu meiner Tochter sagen, sie sei ein Plappermäulchen!). ULLI: Ich hab´s ja gesagt, man macht sich zum Gespött aller ... aber wer den Schaden hat, spottet ja bekanntlich jeder Beschreibung.... PETRA: Tja, Ulli, das hättste vielleicht mal durchziehen sollen. Welche Frau kann schon von sich behaupten, Walter Sittler in der Herrentoilette begegnet zu sein? Du wärst ihm garantiert ewig in Erinnerung geblieben *g* Ich gehe aber einfach mal davon aus, dass er den "Plappereffekt" bei Fans schon gewohnt ist und da voll drüber steht. Sabine kam in dem Moment aus der Toilette und zeigte noch ganz verdattert mit dem Finger auf den langsam sich entfernenden Walter. Ulli und Verena kamen dann kurz danach, und ich sprudelte gleich los und erzählte ihnen alles, was mir gerade noch so einfiel. ULLI: Petra war leicht aufgelöst, als wir aus der Toilette kamen, Sie deutete nur in Richtung zweiten Stock und blubberte was vor sich hin. Sie wollte uns wohl erklären, dass sie gerade ein kleines Gespräch hatte…. PETRA: Ja, ich hatte wohl leichte Artikulationsschwierigkeiten. Semantik und (wie heisst das andere?) waren kurzfristig aus meinem Arbeitsspeicher gelöscht …. ULLI & VERENA: Wir beschlossen, erst noch einmal nach draußen zu gehen, bis es soweit war. Nach ein paar Fotos von uns drei fürs Album (Sabine musste fotografieren; das Angebot eines aufdringlichen jungen Mannes, uns alle vier zu fotografieren, haben wir dankend abgelehnt. Da könnte ja jeder kommen...) und einer kurzen Plauderei (wir hatten ja noch gar keine Zeit gehabt, "Infos" auszutauschen) haben wir uns dann an den Ort des Geschehens begeben. PETRA: Als wir dann ins Obere Foyer gingen, war ich ziemlich überrascht, dass das Ganze doch so klein wirkte. Die "Bühne" war eine quadratische Erhöhung mit zwei dunklen Wänden, davor, übers Eck, waren jeweils drei Stuhlreihen. Wir suchten uns einen Platz in der zweiten Reihe, die andere Seite war etwas voller gepackt. Ich bin nicht so gut im Schätzen, aber ich denke, wir saßen sicher nicht mehr als fünf Meter von der Bühne weg. Als alle einen Platz gefunden hatten... ULLI: Petra brauchte dazu etwas länger, da sie ja möglichst beste Sicht haben wollte, und da vor ihr jemand saß, war das nicht so einfach... Hat schon Vorteile, wenn man nicht allzu klein ist, ne??? PETRA: ...senkten sich von allen Seiten schwarze Vorhänge. Wir waren gefangen. ULLI: Tja, da hätten wir selbst, wenn es uns nicht gefallen hätte, keine Chance gehabt, abzuhauen *g*. Und frieren musste garantiert auch keiner. Ich hab Walter ab und zu echt bedauert, wenn er da mit Anzug, Mantel und Pelz bestückt, von Scheinwerfern angestrahlt auf der Bühne stand. Ich hätte einen Hitzeschlag bekommen... das Leben eines Schauspielers kann schon hart sein. Verena hatte zwar keinen Hitzeschlag, aber einen nicht zu überhörenden Hustenanfall (peinlich, peinlich), der selbst mit geräuschvoll ausgepackten Hustenbonbons (ist schon erstaunlich was in so ´ner Tasche alles Lärm macht) nicht in den Griff zu bekommen war. Hustet man, stört es, sucht man nach Abhilfe, stört es auch wieder... das Leben ist eben einfach ungerecht. PETRA: Barbara Falter saß auf einem der vielen Stühle, stand dann auf und blickte suchend hinter die Seitenwände, bis Walter auftauchte. Zur Handlung selbst müsste ich eigentlich gar nichts mehr sagen, denn Anne hat das ja bereits so schön beschrieben. Ich möchte nur meine Eindrücke und einige Szenen schildern. Die Szene mit dem Wasserglas fand ich auch so lustig, vor allem weil Walter gleich ganz schuldbewusst guckte und vergeblich versuchte, das Glas zu verstecken. Eine weitere gute Szene war, als Eva König sich bei Lessing für den Pelz bedankte, den er ihr geschickt hatte, und Walter gleich aufsprang, ihr ganz hektisch den Pelz um die Schultern legte und auf dem Rückweg über einen Stuhl stolperte. Später fragte ich Walter: "War das mit dem Stuhl Absicht?" Er sah mich strahlend an und sagte: "Ja, klar!" Diesen Blick, mitsamt der Stimme, hätte ich gerne eingefroren und mitgenommen. Meine nächste Frage kam dann auch mit leichter Verzögerung, weil ich erstmal zurückstrahlen und ihm zwei Sekunden lang in die Augen schauen musste. Er hielt dem Blick lächelnd stand, guckte nicht weg! Oh, Mann! Dann fragte ich schnell: "Und das mit den Büchern, die vom Stuhl purzelten?" "Auch. Außer den zwei, drei Versprechern war alles Absicht!" Bei jedem anderen würde ich jetzt sagen: Das hätte ich an seiner Stelle auch gesagt! Komisch, ihm nahm ich's ab. Aber zurück zur Lesung. Sie war exzellent inszeniert, mit Musik und Stimmen aus den Lautsprechern, z. B. von Hamburger tratschtanten, die sich über Eva König den Mund zerrissen, und von Bekannten und Freunden, die sich über sie unterhielten usw. Aber das Beste war natürlich die Ausdruckskraft von Barbara Falter und Walter, die man auch durch die Nähe so gut mitbekam. Je nach Inhalt des Briefes änderte sich die Mimik, Gestik, Körperhaltung und auch die Stimmlage. Man kann es schlecht beschreiben, aber ich war einfach fasziniert! Als z.B. zwischen Lessing und Eva König ein paar Monate totale Funkstille herrschte, stellten sie es auch so dar: Barbara Falter saß einfach da und stierte ausdruckslos in die Luft. Walter saß von ihr abgewandt mit einem trotzigen, schmollenden Gesichtsausdruck. Stille. Absolute Stille. Das ging ziemlich lange, ab und zu hörte man nur ein Kichern im Publikum. Irgendwann fing Barbara Falter dann wieder an, mit stockender Stimme den nächsten Brief vorzulesen. Die Verlobungsszene war auch schön, als die beiden sich anschmachteten. ULLI: ... ja, schön !!! Aber das Beste fand ich, dass es Walter irgendwann schwerfiel, ein Grinsen zu unterdrücken. Um so länger er sie anschaute, um so mehr musste er schmunzeln, bis er sogar den Blick von ihr abwandte, um nicht lachen zu müssen. Und zu dem Pelz bleibt zu sagen: ein wahrlich schmuckes Stück, ihr kennt es ja von Annes Bildern... PETRA: Und toll waren natürlich auch , wie Anne auch schon beschrieb, die Szenen, als Walter richtig laut wurde und mit donnernder Stimme den Text vorlas. ULLI: Wie Dr. Robert Schmidt, wenn er mal wieder in Fahrt ist. Besonders die Geste mit dem erhobenen Zeigefinger. Ihr wisst schon, wenn er z.B. sagt: "...na, Schwester Nikola, Hand auf´s Herz, sollte ich Sie da bei einer kleinen Eifersüchtelei ertappt haben...". PETRA: Aber es war auch sehr viel Humor in dem Stück, der einfach durch den Gesichtsausdruck oder kleine Gesten dargestellt wurde und prompt seine Wirkung nicht verfehlte. Der Schlußapplaus war auch entsprechend, die beiden kamen immer wieder auf die Bühne. Dann gingen die Vorhänge wieder hoch (zum Glück, es war inzwischen recht heiß geworden). ULLI & VERENA: Ja, die Lesung war echt super. Vor allem hätten wir nicht erwartet, dass man Lessing auch komische Seiten abgewinnen kann. Das ist jetzt nachträglich schwer zu beschreiben - wie immer bei Situationskomik - aber es gab wirklich jede Menge zu lachen oder zu schmunzeln. Besonders gut fanden wir die Idee mit den Stühlen. Je nach Aufenthaltsort der beiden Briefeschreibenden saßen Walter und Barbara Falter auf einem anderen Stuhl oder standen an einem anderen Platz auf der Bühne. Und als Walter aus einem "Reklam"-Heftchen Ausschnitte eines Lessing-Stückes rezitierte mussten wir echt grinsen... wie früher in der Schule... was wäre der Deutschunterricht ohne diese kleinen gelben Heftchen gewesen ??!! PETRA: … ja, diese gelben Heftchen! Und diese unendlich langweiligen, für ewig abschreckend wirkenden Textinterpretationen ("Was wollte uns der Dichter damit sagen?") Wenn der arme Lessing wüsste, was Generationen von Schülern (und Lehrern!) ihm schon alles unterstellt haben, er müsste bis ans Ende aller Tage Hilti-mäßig in seinem Grab rotieren. Diese Lesung dagegen war so lebendig und machte wirklich neugierig auf mehr. Warum schickt man die Schüler nicht öfters ins Theater? ULLI & VERENA: Kurzum, eine gelungene und lohnenswerte Veranstaltung!! Nicht nur wegen Walter, wenn man das hier mal so sagen darf *g* Nun zur Hauptattraktion des Abends... PETRA: Während Barbara Falter noch ihre Blätter zusammen sammelte, die sie großzügig überall verteilt hatte (Walter hatte seine immer schön hinten wieder einsortiert *g*), begrüßte Walter diverse Freunde (oder Verwandte?) und gab noch einiges aus dem Leben von Lessing zum Besten. Einige wollten wohl wissen, ob bei der Lesung geflunkert wurde, oder alles biographisch fundiert war. Es war eine sehr lockere Atmosphäre. Wir drückten uns derweil im Hintergrund herum und hofften, dass Walter uns nicht vergessen hatte. Nachdem er seine Requisiten zusammengepackt und unter den Arm geklemmt hatte (war ja nicht viel: Tasche, Mantel, Pelz) hat er sich trotz des offensichtlichen Zeitmangels auch für uns noch etwas Zeit genommen. Er ging zielbewusst auf Sabine und mich zu, gab zuerst mir die Hand und sagte "Grüß dich!" (die Frage: "Duze ich ihn oder trau ich mich nicht" war hiermit auch geklärt!), dann begrüßte er Sabine. Ulli und Verena standen etwas abseits.... ULLLI & VERENA: ...man muss ja nicht gleich als wilde Horde auftreten...immer schön den Ball flach halten... PETRA: ...kamen aber dann auch gleich her und wurden ebenfalls mit Händedruck begrüßt. Verena erkannte er, glaube ich, auch wieder, vom Setbesuch. ULLI: Ja, Verena hat er bei der Begrüßung auch gleich wieder erkannt, obwohl sie keinen schicken, mintfarbenen Bademantel trug *lach*. Und obwohl auch die schwerwiegende, von Schwester Nancy beigebrachte Handverletzung längst wieder abgeheilt war... komisch, nicht einmal ne Narbe war mehr zu sehen. PETRA: Der Rest ist in meiner Erinnerung ein Durcheinander. Es war klar, dass er es eigentlich eilig hatte, trotzdem nahm er sich die Zeit für Fotos und Autogramme, und wir hatten nicht den Eindruck, dass es ihn nervte, ganz im Gegenteil. Aber da wir ihn eben auch nicht lange aufhalten wollten, war alles irgendwie hektisch, zumindest kam es mir so vor (correct me if I'm wrong!). Walter hatte leider keine Autogrammkarten dabei (falsche Tasche!), signierte aber bereitwillig Eintrittskarten, Bücher und Fotos vom Setbesuch. Bei den Fotos von Verena und Claudia malte er sogar jeweils ein Herzchen drauf. Während er signierte, beantwortete er die Fragen, die von allen Seiten auf ihn niederprasselten (oder sollte ich sagen, "hochprasselten"? *g* - irgendjemand hat doch sicher schon irgendwann einmal erwähnt, dass Walter SEHR groß ist?).Haben wir eigentlich alle gleichzeitig geredet oder meine ich das nur? ULLI: Ich glaub, ganz so geprasselt hat es nicht, wir haben uns doch zusammengerissen, oder?! Ich (und Verena auch) war recht still, weil es mir etwas peinlich war, ihn trotz der offensichtlichen Eile, aufzuhalten. Nicht, dass er sich was hätte anmerken lassen, aber ein Autogramm auf meinem Nikola-Buch wollte ich dann ja doch haben... PETRA: …da Sabine ja auch eher still war, war ich doch wohl hoffentlich nicht die einzige, die gebabbelt hat??!! Hilfe! Zuerst gab ich Walter nur meine Eintrittskarte. Während er sie signierte, sagte er: "Heute war ja das letzte Mal." "Ja", sagte ich, "das habe ich gelesen. Warum eigentlich?" Er schaute mich von der Seite an und meinte lächelnd: "Tja. Die machen jetzt was anderes. So ist das beim Theater!" ULLI: Tja, Walter, wie wir ihn lieben, immer einen Scherz auf den Lippen.. PETRA: Als Ulli ihm dann ihr Nikola-Buch zum signieren gab... ULLI: Mir schien, er war erstaunt, dass es das Nikolabuch war... Aber Ihr wisst ja, ich steh´mehr auf Robert Schmidt. PETRA: ...rückte ich auch mit meinen GF-Büchern raus. "Kann ich denn auch noch ein Buch rausholen?" "Ja, alles!" "Ich hab drei!" "Ja, her damit!" Als er den Stapel dann aber sah, meinte er: "Jesses, Maria! Wer is'n das alles?" Vielleicht sagte er auch: "Wer liest denn das alles?", das habe ich nicht genau verstanden. (Die Frage hätte wohl eher lauten sollen: Wer ist denn so verrückt und schleppt das alles rum?!") ULLI: Er fragte glaub ich, für wen denn das alles sei... dass Petra gleich alle drei Bücher signiert haben wollte, damit hat er wohl nicht gerechnet *g* PETRA: Meine Bücher waren für Verena das Stichwort, zu fragen: "Geht es weiter mit Girl Friends?" - "Ja. Es geht weiter. 13 Folgen. Aber dann is auch gut." "Gibt es auch mal ein Filmprojekt in Stuttgart?" Das kam natürlich von mir. "Nein. Stuttgart ist nicht drehfähig." (Was er wohl damit gemeint hat?) ULLI: Na ja, Stuttgart ist halt nun nicht gerade der Nabel der Welt... PETRA: Als Verena ihm Claudias Foto zum signieren gab, hat er sich auch gleich an die "Kleine" vom Setbesuch erinnert und wurde auf einmal unheimlich lebendig (nicht, dass er vorher 'ne Schlaftablette gewesen wäre, ganz und gar nicht, er war sehr aufmerksam!). Claudia, sein "Lieblingsfan" *g*, scheint es ihm einfach besonders angetan zu haben. Auf jeden Fall sagte er sehr eindringlich: "Sag ihr, sie soll ins Internet-Café gehen.Dort kann sie sich e-mail einrichten lassen, das ist ganz einfach. Sag ihr das!" ULLI: Hat er ´nen Spion in Partenstein?? Persönlich dort gewesen kann er noch nicht sein, sonst wüßte er, dass es so etwas dort nicht gibt, sorry Claudia. PETRA: Ulli meinte dann: "Verena ist ihr Internet-Café." Was sonst noch gesprochen wurde, weiss ich jetzt nicht mehr. ULLI: Du hast, glaub ich, nichts vergessen... PETRA: Wir hätten auch sicher noch jede Menge Fragen gehabt, aber seine Zeit war ja begrenzt. ULLI: Mir war trotz meines ansonsten stets gut gängigen Mundwerkes eh so gut wie nichts über die Lippen gekommen... PETRA: Er wollte auch schon seine Sachen wieder vom Boden aufklauben, als ich fragte: "Noch'n paar Fotos??" - "Ach ja, Fotos, natürlich." Er schmiss sein Zeug wieder hin und stellte sich abwechselnd zuerst mit allen einzeln, dann nochmal zusammen in Positur, wobei er routiniert Regieanweisungen gab: "Nee, mach mal lieber hochkant! Mach lieber noch eins! Die Beine müssen nicht unbedingt drauf, lieber oben alles!" usw. Zuerst knipste Sabine, dann meinte er: "Da stehen auch noch genügend Fotografen herum" und zeigte auf seinen geduldig wartenden Anhang. Eine der Angesprochenen sprang auch sofort ein, so dass es zum Schluss noch ein Gruppenbild mit allen gab. |
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Petra, Verena, Walter, Ulli, Sabine
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| ULLI: Gruppenbild mit "Herr" statt mit Dame, davon
waren ja genug da *g*. Ihr seht: Wir glänzen wieder wie Christbaumkugeln.
Verena hat da ja schon Erfahrung!!!. Zumindest auf meinen Bildern; und unter
die Vampire scheinen wir auch gegangen zu sein, lauter rote Augen *g* Hat mich Walter während der Fotosession deswegen so komisch von der Seite angeschaut?? Mann, da hätte er ja mal was sagen können *g*... aber bei der Hitze muss zumindest das Glänzen entschuldigt werden. Immerhin kann man erkennen, um wen es sich handelt. PETRA: Dann gab er noch mal jeder von uns die Hand, zu Ulli sagte er: "Ihr chattet ja Sonntags, ne?" Sie meinte, dass sie das heute wohl nicht mehr schaffen würden, da sagte er: "Hier gibt's irgendwo ein paar Internet-Cafés." ULLI: kann ich mich echt nicht mehr erinnern...anscheinend hatte ich da gerade eine "Amnestie"... PETRA: Scheint sich aber voll auszukennen, der Mann. Sabine sagte ihm beim Hand-geben, wie beeindruckt sie war und dass sie noch nie so eine Art von Theaterstück gesehen habe, und wie schön es gewesen sei. Er schien sich offensichtlich darüber zu freuen und sagte mit einer Armbewegung auf die Umgebung: "Die machen hier öfters sowas ..." Bevor wir uns dann endgültig losreissen konnten, sagte er noch: "Grüße an die Mädels! Und Gruß an die Claudia. Sie soll ihre Prüfung gut machen, und dann ...", worauf eine Armbewegung nach oben folgte. Dann gingen wir. Als ich noch laut überlegte, ob das auch wirklich mein Fotoapparat war, den ich in der Hand hielt, sagte Sabine nur: "Das ist mir Wurscht!" 'Aha!', dachte ich, 'sollte da etwa ein neuer Fan neben mir her gehen?' Und da kam er auch schon, der Satz, den ich vorausgeahnt hatte: "So ein Mann!" Ganz so schlimm wie bei Hannelore Hollwinkel war es nicht, aber sie war wirklich schwer beeindruckt von Walters Persönlichkeit und seiner schauspielerischen Leistung. (Das durfte ich doch erzählen, Bienchen, oder? Mir ging es ja auch nicht anders! Walter ist wirklich ein sehr sympathischer Mann mit viel Ausstrahlung. In natura sieht er viel jünger aus als im Fernsehen. Auf den Bildern hat er zwar einen leichten Graustich, aber das liegt wohl eindeutig an den gefärbten Haaren und dem Anzug. Und am Licht, denn wir sehen ja alle leicht blässlich aus.) Als wir draussen waren, mussten wir uns erst einmal wieder sammeln, diverse SMS absetzen bzw. Anrufe tätigen, wobei ich so meine Zweifel habe, ob die Angerufenen bei dem Gegacker im Hintergrund überhaupt etwas verstanden (oder, Susanne?). ULLI: wenn die Mädels auch dauernd per SMS anfragen, da muss eben auch geantwortet werden, auch wenn es etwas konfus war.... und zudem waren die Verursacher der Hintergrundgeräusche einige Springbrunnen und ein turtelndes Entenpärchen. PETRA: …sag ich doch, Gegack…, äh, Gequake … Anschließend gingen wir noch gemütlich beim Italiener etwas trinken, wo ein dumpfbackiger Kellner (ich glaub der war schon angeschwippst, hatte ´ne Bierfahne) ebenfalls noch seinen Beitrag zur Abendunterhaltung leistete ("Hä? Was wollen Sie? Was? Clausthaler hatten Sie bestellt? Nein, das ist Karlsberg! Mit einem Bier können Sie schon noch fahren!") Na, danke, sehr witzig! Er musste es ja wissen! Aber das tat unserer guten Laune keinen Abbruch. Es war ein sehr gelungener, lustiger Abend. Was für nette Leute man durch so eine Homepage doch kennenlernt. ULLI: Der Typ war echt ein Komiker. Meinte er doch, dass ganz klar zu sehen sei, dass das ein Karlsberg ist, schließlich stünde das doch auf dem Glas drauf!!! PETRA: Und was lernen wir daraus? Sogar beim Bier trinken sollte man das Kleingedruckte lesen! Und was noch? Kellnern mit offensichtlichem Ohrenschaden sollte man Aufträge nur schriftlich geben! Ulli, hattest Du nicht auch ein Tonic Water bestellt und ein Bitter Lemon bekommen? Na, Du hast es wenigstens gleich gemerkt und das Fläschchen ober-cool zurückgehen lassen. Fand ich gut, bloß nix gefallen lassen von den Typen! ULLI: Viel besser fand ich allerdings, dass Sabine und Petra ihr Bier schon fast leergetrunken hatten, als die eine zur anderen meinte, "...sag mal, ist da Alkohol drin. Ich spür´ das schon!?" Der Kellner hat erst mal doof geschaut, als Petra fragte, ob da Alkohol drin sei. Frei nach dem Motto: Gibt es denn auch Bier ohne Alkohol und wer trinkt denn so was???? Tja, da will man einmal vernünftig sein, schließlich mussten ja noch diverse Autos den Heimweg finden, und dann... PETRA: Mädels, dies sollte ein kurzer Bericht werden. Aber als ich einmal angefangen hatte, fiel mir doch immer mehr ein. Zum Schluss noch ein paar Dankeschöns: an meinen Mann, der mir die Karte zum Muttertag schenkte; an Sabine fürs Mitkommen; an Ulli und Verena für den unterhaltsamen Abend; an Susanne, die uns Mädels sozusagen "zusammengebracht" hat - und natürlich an Walter (falls er es denn je lesen sollte) dafür, dass er sich für uns Zeit genommen hat und so nett, freundlich und natürlich war, wie er halt wahrscheinlich einfach ist! ULLI & VERENA: Dem Dank schließen wir uns mal einfach an. Es war uns nämlich echt peinlich, dass wir Walter aufgehalten haben. Ich hoffe, dass wir ihn nicht allzu lange in Beschlag genommen haben, auf jeden Fall hat er sich nichts anmerken lassen. PETRA: Ich glaube nicht, dass wir ein schlechtes Gewissen haben müssen. Walter ist ja auch bekannt dafür, dass er nett mit seinen Fans umgeht, und ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass er sowas nur aus taktischen Gründen macht. Da gibt's noch ganz andere so genannte Stars, die ihre Fans nach einer Begegnung zu Ex-Fans machen, weil sie so arrogant sind. Walter macht höchstens Noch-Nicht-Fans zu Ab-Jetzt-Fans! Und wir haben ihn ja auch nicht unangemessen vollgesülzt oder teenie-mäßig herumgekreischt oder sonst was peinliches gemacht! ULLI: Er hat uns also wirklich bereitwillig die zur Signierung vorgelegten Bücher, Fotos vom Set und Eintrittskarten signiert, unsere neugierigen Fragen beantwortet (dank Verena und Petra, da ich in so Situationen - völlig gegen meine sonstige Natur - meist etwas schweigsam bin) und sich natürlich auch noch für "Beweisfotos" zur Verfügung gestellt. Irgendwann um Mitternacht haben Verena und ich uns dann auf den Nachhauseweg gemacht. Auf der Heimfahrt wurde natürlich nochmal der ganze Abend durchgekaut und aufgetretene "Amnestie"-Löcher gestopft. Ich habe mir nach der Lesung auch fest vorgenommen, in Zukunft mal wieder mehr Zeit für irgenwelche kulturellen Ereignisse zu reservieren... das ist in den letzten Jahren einfach zu kurz gekommen. Manchmal muss man da mal wieder aufgerüttelt werden.... PETRA: Das ist ja witzig, fast wörtlich dasselbe haben Sabine und ich auch gesagt. Wir haben echt ewig nichts derartiges mehr unternommen, immer waren andere Sachen "wichtiger". Aber ab und an muss man auch mal wieder etwas für seinen Horizont tun. Der Sonntag war sozusagen ein Kick in die richtige Richtung. © Petra, Ulli und Verena (25. Mai 2000) zurück zu "Lessings Passion" |