Ein Geschenk des Himmels
(AT: Himmlische Verführer)
(ARD, Erstausstrahlung: 03.06.05)
 
Handlung | Darsteller | Produktion | Quote & Kritiken | Sonstiges
 
Seit dem Tod ihres Mannes lebt die ebenso sensible wie hübsche Susanna Samel (Suzan Anbeh) alleine mit ihrem achtjährigen Sohn Tim (Moritz Basilico) in einer schwäbischen Kleinstadt. Hier engagiert sich die junge Frau in der örtlichen Kirchengemeinde, wo sie auch ihren künftigen Ehemann, den schüchternen, sehr gläubigen Peter Pfefferle (Heinrich Schmieder) kennen gelernt hat.
Ihr Sohn Tim ist über die Heiratspläne seiner Mama nicht gerade begeistert. Er hätte gerne einen Mann als Stiefvater, der ihm in brenzligen Situationen auch mal zur Seite stehen kann.

Einen potenziellen Kandidaten für diese Rolle findet der schüchterne Junge in dem coolen Frankfurter Rechtsanwalt Johannes Martin (Walter Sittler). Der verschuldete Frauenheld - der lieber "Johnny John" genannt werden möchte - hat soeben seinen Job verloren und ist nun ins Schwabenland gereist, um das Haus seiner kürzlich verstorbenen Mutter zu erben.
Als er in seinem Heimatort eintrifft muss er mit Erstaunen feststellen, dass im Haus seiner Mutter eine junge Frau mit ihrem Sohn wohnt: Susanna Samel, die sich stets rührend um die alte Dame gekümmert hat. Notgedrungen und widerwillig läßt Susanna Johnny im Haus übernachten und hofft, dass sich die Sache bei der Testaments-Eröffnung am nächsten Tag klären wird.
Das tut es in der Tat. Johannes' Mutter hat ihren gesamten Besitz der Gemeinde und das Haus Susanna vererbt. Ihrem Sohn entzieht sie sogar den Pflichtteil, weil sie ihn für einen Spieler und Frauenhelden gehalten hat.


Nach dem ersten Schock beschließt der verärgerte Johannes, um "sein" Erbe zu kämpfen. Mit juristischen Spitzfindigkeiten versucht er, Susanna zum Nachgeben zu bewegen. Aber während die aktiven Kirchenmitglieder, allen voran der eifernde Peter, in dem weltgewandten Städter einen sündhaften Heiden sehen, findet Susanna ihren Widersacher gar nicht so unsympathisch - und der kleine Tim glaubt ohnehin, in Johannes endlich seinen tatkräftigen "Schutzengel" gefunden zu haben, nachdem dieser ihn aus den Fängen zweier Rowdys gerettet hat.
 

Derweil versucht Susanna, sich bis zur endgültigen Klärung des Falls mit Johannes zu arrangieren, indem beide unter einem Dach, aber auf getrennten Etagen des Hauses wohnen. In dieser "Wohngemeinschaft" sprühen allerdings schon bald die Funken: Denn wenngleich sie es sich nicht eingestehen will, hat Susanna sich über beide Ohren in Johannes verliebt. Und auch Johannes kann sich dem Charme dieser Frau nicht entziehen, die so problemos hinter die Fassade des coolen Johnny John schaut.


Johnny John ist allerdings nicht der einzige Außenseiter in seinem Heimatdorf, der Probleme mit der strenggläubigen Gemeinde hat.
Beim Kartenspielen lernt er eine Rockertruppe kennen, die auf einem Grundstück der Gemeinde eine Tankstelle betreibt. Da die Gemeinde aber die Pacht nicht verlängern will, rät Johnny ihnen die Kirchenoberen durch einen drohenden Besuch einzuschüchtern.

Die Rocker tauchen in der Tat am nächsten Sonntag lautstark vor der Kirche auf. Sehr zum Leidwesen von Johannes, da dadurch Susannas Gesangs- Solo gestört wird. Er legt sich also mit den Rockern an... und zieht dabei erst mal den Kürzeren.

Die Kirchengemeinde hat sich entschlossen Johannes das Haus abzukaufen und ihr Verlobter drängt Susanna dazu Johannes dieses Angebot zu unterbreiten, was ihr aber wider Erwarten schwer fällt. Als sie seine Einladung zu einem Abendessen annimmt, landen die beiden - in Ermangelung eines passenden Restaurant - an der Rocker-Tankstelle. Und dort bietet sie ihm im Namen der Gemeinde 300.000€ und hat auch schon den passenden Scheck dabei. Johannes ist perplex und lehnt zu Susannas großer Überraschung ab. Denn eigentlich will er den Ort und vor allem sie nicht verlassen. An diesem Abend kommen die beiden sich näher... viel näher.

Nach der ersten gemeinsamen Liebesnacht folgt jedoch das böse Erwachen: Johannes, der die Verantwortung einer festen Beziehung scheut, hat sich klammheimlich aus dem Staub gemacht.

In der Gemeinde sucht die verletzte Susanna Trost. Ihr Sohn Tim macht sich unterdessen auf eigene Faust auf den Weg nach Frankfurt, um seinen "coolen Engel" zurückzuholen, der alleine zurück in Frankfurt erst merkt was er so bedenkenlos aufgegeben hat.

Als er Tim zu seiner Mutter zurück bringt braucht es aber noch einige Anstrengung bis er sie von seinen ernsthaften Absichten überzeugen und ihr Herz endgültig gewinnen kann.


Darsteller
 
Walter Sittler Johannes "Johnny John" Martin
Susan Anbeh Susanne Samel
Moritz Basilico Tim Samel
Heinrich Schmieder Peter Pfefferle
April Hailer Cordula Bosch
Robert Naegele Eugen Pfefferle
Heidy Forster Helga Pfefferle
Bernd Tauber Bernie Beisch
Carolin Spiess Sandra Lausitz
u.v.m.  


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Produktion
   
Regie Olaf Kreinsen
Buch Marcus Hertneck
Kamera Michael Bertl
Produktion Rheinfilm für die Degeto / ARD
Produzenten Stefan Jakob, Julianne Thevissen
Redaktion ARD Astrid Ruppert
gedreht wurde vom 3. Mai bis zum 5. Juni in Schwäbisch Hall und Umgebung sowie in Frankfurt
   
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Quote & Kritiken
 
Einschaltquote: Den Film sahen bei der Erstausstrahlung 4,15 Mio (16,3%) der Zuschauer ab 3 Jahre und 0,97 Mio (10,3%) der 14-49 jährigen Zuschauer.

BWZ, Juni 2005
Tagestipp! Mit Wortwitz und Gespür für emotionale Zwischentöne erzählt der Film eine anrührende Geschichte um Liebe, Freundschaft und Aufrichtigkeit.

TV Spielfilm, Juni 2005
Tipp des Tages! Das Happyend ist zwar vorhersehbar, aber der Weg dahin gesäumt von symphatischen Figuren und gepflastert mit ironischem, lakonischem Witz. [....] Freundlich, pffifig und sehr ironisch.

TV Digital, Juni 2005
Gelungen! Reizvolle Story, ruhig und charmant erzählt

TV Movie, Juni 2005
Durchschnittlich. Nett, aber ohne Tempo erzählt

taz, 03.06.05
[....] Manche werden Ironie vermuten. Aber: Wogegen richtet sie sich? Gegen Heiden, gegen Christen, gegen Schwaben, gegen die große, böse Stadt, gegen die kleine, böse Stadt, gegen Motorradrocker, gegen Maultaschen? Aber jetzt kommt das Schlimmste für einen Fernsehfilm: Es ist auch nicht unterhaltend. Und der derzeitige Konsensschauspieler Walter Sittler ("Girlfriends" usw.) ist nicht mehr als eine Slapstickfigur, der man weder den Saulus (trägt immer Sonnenbrille) abnimmt, noch seine geistig-moralische Wende (nimmt Sonnenbrille ab). Am Ende gibt es dann den schlechtesten Filmkuss des Jahres. Man kann fast nicht umhin, das als Metapher für das Ganze zu sehen.

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Sonstiges
 
Artikel, Interviews, Berichte
Interview aus der Pressemappe (05/2005, ARD, Pressemappe)
"Johnny Cool"... (20.05.04, Bericht von den Dreharbeiten, Susanne & Ulli)
Verträumte Motive für Love-Story (05.05.04, Haller Tagblatt und Kreiskurier)

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