Der Millionär und die Stripperin
AT: Bambi und Wolff
(RTL, Erstausstrahlung: 07.02.01)
 
Handlung | Darsteller | Produktion | Quote & Kritiken

Pech für Direktor Wolff (Walter Sittler): da geht er gegen seine Gewohnheit, ein Mal mit Geschäftsfreunden in eine exklusive, sehr abgeschieden liegende Bar mit scharfen Tänzerinnen, da verlässt er die "Veranstaltung" vorzeitig, weil "so was" nicht nach seinem Geschmack ist. Prompt bleibt er mitten im dunklen Wald mit Motorschaden liegen.
 
Ausgerechnet Rita (Katja Giammona), die Tänzerin des Klubs mit dem Künstlernamen Bambi, taucht als Retter in der Not auf. Bei ihrem Tanz hat Wolff den Laden verlassen. Und Bambi hat ihren Job verloren - dennn schließlich vergrault sie zahlungskräftige Kunden. Bei aller Hilfsbereitschaft kommt es zu einem handfesten Streit zwischen den beiden so grundverschiedenen Menschen.

Schon bald muss sich der attraktive Endvierziger jedoch eingestehen, dass ihm Bambi, trotz des Altersunterschieds und des gesellschaftlichen Abgrunds, ganz gut gefällt. Natürlich würde niemals etwas zwischen ihnen laufen. Niemals!
   
Als sich Wolff für die Hilfe im Wald revanchiert und der arbeitslosen Tänzerin einen Job in seiner Firma anbietet, gefällt das den Familienmitgliedern und Geschäftsfreunden gar nicht. Auf Anweisung der intriganten Tochter Eveline (Sonja Baum) bietet Wolffs Assistent Schmitt Rita keinen Job, sondern 500 DM an, was Rita dazu veranlasst Wolff in seinem Büro eine ziemliche Szene zu machen.

Wolff will die Sache ein für alle mal klären und sucht sie in ihrer Wohnung auf. Nachdem er auch noch eindringliche Bekanntschaft mit Ritas Nachbarn gemacht hat, nimmt Rita immerhin gerne seine Einladung zum Abendessen an.

Dabei werden sie allerdings von einem schmierigen Papparazzi beobachtet und am am nächsten Tag findet sich ihr Foto unter der Überschrift "Millionär und Stripperin" in der Frankfurter Tagespresse.
 
Als Rita zum vereinbarten Vorstellungs-Gespräch in die Firma kommt versucht Wolff ihr die Situation zu erklären, was Rita jedoch gänzlich missversteht. Wolff handelt sich eine Ohrfeige ein und Rita rauscht wieder ab.


Als Rita selbst von dem Foto in der Zeitung erfährt, tut ihr die ganze Sache leid und sie läßt sich auch gerne von Wolff zu einem italienischen Picknick auf ihrer Veranda einladen. Die beiden kommen sich näher ... viel näher.


Die Sache wird nun prekär, als wegen der Hip-Hopper die Polizei auftaucht und Rita und Wolff quasi aus dem Bett holt. Alles unter den Augen des Papparazzis und am nächsten Tag auf der Titelseite nachzulesen.
 
Wolffs Familie beginnt zu intervenieren und will das Oberhaupt vom falschen Weg abbringen. Insbesondere seine Tochter will dies nutzten um ihren Vater aus der Firma zu treiben und selbst das Ruder zu übernehmen. Einzig und alleine Wolffs Sohn Wolfgang (Sebastian Rudolph) steht auf seiner Seite.
So unter Druck gesetzt schlägt Wolff Rita vor, den Kontakt in der nächsten Zeit zumindest ein wenig zu reduzieren. Rita hingegen glaubt, dass ihre Beziehung sowieso nicht funktionieren würde und dass es das Beste sei alles als "Ausrutscher" abzuhaken.

Zu allem Überfluß erfährt auch noch Ritas Vater Ike (Paul Faßnacht), ein schräger Altrocker mit dicker Harley, von der ganzen Geschichte und taucht nach 15 Jahren wieder im Leben seiner Tochter auf. Nach anfänglich großem Zoff versöhnen sich Vater und jedoch Tochter endlich wieder.

Zur gleichen Zeit steht für Wolff ein wichtiges Geschäft mit asiatischen Geschäftsleute bevor, von dessen Gelingen die Zukunft seiner Firma abhängt. Da ist es natürlich fatal, dass Wolffs intrigante Tochter hinter dem Rücken des Vaters Rita als tanzende Hauptattraktion zum Geschäftsabschluss eingeladen hat.

Und ihr Auftritt schlägt auch ein wie eine Bombe - das Geschäft scheint so gut wie geplatzt und auch die - eigentlich noch nicht existente Beziehung - zwischen Rita und Wolff scheint beendet.

Vor allem weil Rita ihnen beiden keine Chance gibt und sich im Gegensatz zu Wolff nicht darauf einlassen möchte.

Schweren Herzens akzeptiert Wolff diese Entscheidung und muss kurz darauf erfahren, dass Rita ohne ein weiteres Wort nach Italien verschwunden ist.

Monate später kehrt Wolffs Sohn mit einer ziemlich überraschenden Nachricht aus einem Italien-Urlaub nach Hause zurück.

Wolff reist daraufhin nach Italien und dort kommt es dann - mit Verspätung aber immerhin - endlich zum Happy End für "Bambi und Wolff"
 
nach oben


Darsteller
   
Katja Giammona Rita / Bambi
Walter Sittler Robert Wolff
Paul Faßnacht Ike
Sonja Baum Eveline Wolff
Sebastian Rudolph Wolfgang Wolff
Eva Pichler Torte
Jörg Zick Schmitt
Eric Borner Patrick
Chubby Alexander Beck Rick
Pierre Shardy
Hucke
   
nach oben


Produktion
   
Regie Donald Kraemer
Buch Rolf Silber / Rudi Bergmann
Kamera Til Maier
Producer Mark Rau
Produktion Norbert Walter, Eberhard Schäfer für die U5 Filmproduktion
gedreht wurde von Mitte Mai bis Ende Juni 2000 in Frankfurt ( + Umgebung) und Mallorca
   
nach oben


Quote & Kritiken

Einschaltquote:

Der Film hatte bei der Erstausstrahlung 6,52 Mio Zuschauer (17,4%) und lag damit an dem Abend auf Platz 3 nach Fußball (DFB Pokal - Halbfinale, ZDF) und Nachrichten (heute, ZDF).

Süddeutsche Zeitung, 07.02.01
[....] Das Ganze wäre nicht weiter erwähnenswert, wenn da nicht ein paar originelle Gewürze für Geschmack sorgten. Ein hinreißendes trio von Rappern nebst Kampfhund, die wie ein Mann ihre Rita beschützen. Formvollendet undurchsichtige Japaner, die Regelverletzungen mit unbewegten Gesichtern goutieren. Ein feister Paparazzo, dessen Wanst ein paar verdiente Faustschläge abbekommt. Ein Altrocker als Abzocker mit Herz.
Und natürlich die beiden Hauptfiguren. Die schöne Katja Giammona lässt so glaubwürdig sizilianisches Temperament toben, dass ihre schwarzen Augen Funken sprühen. Sanft-flötende Töne allerdings sind ihre Sache nicht, die missglückter ihr leicht. Ihr durchaus ebenbürtiger Partner ist der nur scheinbar sanfte Walter Sittler als Millionär Wolff mit Vergangenheit im „Universitätsboxclub“. Wie der langsam erwacht aus seiner Starre, wie ihn das reale Leben mit seinen Wundern und Gewalttätigkeiten aus der gläsern kalten, scheinbar übersichtlichen Welt des Geldes holt, das zeigt Sittler so komisch wie anrührend. [....]

Ostthüringsche Zeitung, 08.02.01
[....] Als zuckersüße Romanze kommt Donald Kraemers "Der Millionär und die Stripperin" daher. Sie wäre schnell ungenießbar, würde der Regisseur nicht mit Bedacht, Geschick und glücklicher Hand die filmischen Zutaten mischen. Spritzige Dialoge, komische Szenen und unverwechselbare Typen sorgen für Unterhaltung. Und die entpuppt sich schließlich als so kurzweilig, dass der Zuschauer dafür manches Klischee gern in Kauf nimmt.
Vor allem die Protagonisten Walter Sittler und Katja Giammona bringen dem modernen Aschenputtel-Märchen die Würze. Der Frauenschwarm besticht mit Nonchalance und Charme, seine Partnerin mit flottem Mundwerk und Feuer im Blut.
Aber auch Sonja Baum als arrogant-forsche Tochter Evelin und Paul Faßnacht als schräger Altrocker und Ritas Vater spielen ihre Rollen temperamentvoll und gekonnt. [....]

Neue Osnabrücker Zeitung, 08.02.01
[....] Den stärksten Eindruck hinterließ Walter Sittler in der Rolle des verwitweten Geschäftsmannes Wolff. Er wirkte absolut glaubwürdig und übertrumpfte mit seinem Spiel Katja Giammona (Bambi) deutlich. [....]

Berliner Zeitung, 09.02.01
[....] Weil Märchen was Wunderbares sind, funktioniert die wahlweise nach Aschenputtel oder "Pretty Woman" zu benennende Geschichte immer wieder, wenn bei Besetzung und Dialog nicht allzu sehr geschludert wird. Beides funktionierte hier tadellos.
Walter Sittler und Katja Giammona holten mit Spielfreude und dem Blick für die Pointe alles heraus, was dieser Komödienstoff nur hergibt. Er war ein ansehnlicher Prinz mit Namen Wolff (Bambi und Wolff, merken Sie was?!), verwitweter Industrieller in den besten Jahren, der sich von ihrem aufwallenden Halbitalienerinnen-Temperament bezaubern und sichtbar verjüngen lässt; sie eine glutäugige Schönheit, ein Vollweib eben, das sich auch von Wolffs ums Erbe bangender Sippe weder bestechen noch ausmanövrieren lässt.
Dazu packte der Film (Buch: Rolf Silber und Rudi Bergmann) ein paar mäßig begabte Frankfurter Kiez-Rapper, einen schmierigen Paparazzo und einen unwürdig gealterten Motorradrocker, der sich dann aber als nicht so blöd wie befürchtet entpuppt - irgendwer muss ja beim Weg zum Happyend helfen. trotz reichlicher Längen in der zweiten Hälfte verlor Regisseur Donald Kraemer die Romantik nicht aus den Augen und inszenierte weit schwungvoller als bei RTL üblich.

taz, 09.02.01
[....] Geschichten über Liebe jenseits aller sozialer Schranken "funktionieren" immer, zumal die beiden unterschiedlichen Leben nicht nur kurz aufeinanderprallen, sondern sich auch dauerhaft verzahnen. Dazu ist es notwendig, dass sich zumindest einige der Akteure gegen schablonenhafte Stilisierung sperren und ihre Figuren etwas Raum erobern lassen.
Die rappende Dreifaltigkeit und selbst ernannte Leibgarde der schönen Rita beispielsweise weckt durch ihre ruppige Ritterlichkeit einige Sympathien, ebenso Ritas lang verschollener Vater. Der Sohn vom Wolff vollzieht gar - wie sonst im klassischen Entwicklungsroman üblich - eine überzeugende Wandlung vom dauerhaft alkoholisierten, unzufriedenen Berufssohn zu einem trockenen, verliebten und auch beruflich auf neuen Pfaden wandelnden jungen Mann.
Auch Walter Sittler und Katja Giammona als Prinz und Aschenputtel geben ein überwiegend rührendes Paar ab. Dem Wolff tut es sichtlich wohl, nach all den unmerklich an ihm vorübergezogenen Jahren aufzutauen und sich neuen Impulsen und träumen hinzugeben. [....]
Filmisch insgesamt unauffällig, bemüht sich die von Donald Krämer inszenierte Komödie dennoch um Tempo, was bekanntlich gerne als Substitut für Humor genommen wird. Überzeugend ist das nicht. Bei heruntergeschraubten Ansprüchen aber durchaus unterhaltsam.

teleschau
[....] In der romantischen Komödie "Der Millionär und die Stripperin", hat Regisseur Donald Kraemer die Story leicht abgewandelt und mit Walter Sittler und Katja Giammona recht unterhaltsam in Szene gesetzt. [....] Wenigstens gelingt es der aus Sizilien stammenden, in Deutschland aufgewachsenen Katja Giammona, ihrer "Bambi" ausreichend Charme und Temperament einzuhauchen, sodass die ungewöhnliche Liaison zumindest ansatzweise nachvollziehbar erscheint.

prisma-online

[....] Denn schließlich handelt es sich diesmal um eine TV-Komödie, in der Walter Sittler ("Nikola") in der Hauptrolle überzeugt.

nach oben