Der Mustervater II- Allein mit Opa
(SAT.1, 02.10.2007)
 
Handlung | Darsteller | Produktion| Quote & Kritiken
 
Bei den Herrlichs herrscht wie immer fröhlich kontrolliertes Chaos, als eine traurige Nachricht das Leben der Familie vollkommen durcheinander bringt. Stefans Mutter Marlies ist plötzlich an Herzversagen gestorben. Stefan, der sich gerade noch über seine Ernennung zum Geschäftsführer freute, muss nun nicht nur mit dem Schmerz über den Verlust der Mutter fertig werden, sondern ist vor allem mit Hubert, seinem herrischen und griesgrämigen Vater, konfrontiert. Ihr Verhältnis ist seit Jahren angespannt - Vater und Sohn stehen sich in Sturheit in nichts nach.

So wundert es auch nicht, dass sie sich schon über die Art der Beerdigung von Marlies ernsthaft in die Haare kriegen. Hubert will seine Frau in seinem geliebten Wald beerdigen lassen, Stefan wünscht sich ein ordentliches Grab für seine Mutter. Kein Wunder auch, dass Hubert, ehemaliger Lateinlehrer und leidenschaftlicher Jäger, will, dass alles in seinem Leben genau so weitergeht wie vorher. Aber Ines hat ernsthafte Bedenken. Ihr fällt auf, dass Hubert vergesslich geworden ist und auch längst nicht mehr so gut auf den Beinen wie früher. Doch Hubert will nicht einmal etwas von einer Haushaltshilfe hören - Fremde kommen ihm nicht ins Haus.
Und Stefan und Ines haben auch so schon genug zu tun mit der pubertierenden Ada, die gerade hingebungsvoll ihre erste Liebe auslebt, mit Timmy, der zwar ein Ass im Installieren hausinterner Überwachungsanlagen ist, aber große Probleme in der Schule hat und Leni, die mit ihren vierdreiviertel Jahren eigentlich schon schulreif ist.

Als Hubert allerdings aus Versehen einen Brand auslöst, der sein Haus unbewohnbar macht ist klar, dass sich etwas ändern muss. Hubert, ebenso stolz wie stur, will sich sofort im Altersheim anmelden. Doch Ines, die ihre eigenen Eltern früh verloren hat, besteht darauf, dass Ehemann wie Schwiegervater sich endlich wie erwachsene Menschen benehmen. Sie sind eine Familie und von ihnen kommt keiner in ein Heim - und basta!

Das Zusammenleben in der Wohnung der Herrlichs gestaltet sich jedoch viel schwieriger, als befürchtet. Hubert ist es weder gewöhnt Rücksicht zu nehmen, noch zu helfen und vor allem hat er ganz eigene Vorstellungen von Erziehung. So muss der hibbelige Timmy plötzlich "strafsitzen" und Leni fängt an, lateinische Vokabeln aufzusagen. Und dann ist da noch Huberts hünenhafter Hund Herkules…Kurz: Hubert bringt das ohnehin chaotische Familienleben der Herrlichs an den Rand des Kollapses. Auch er selbst fühlt sich überflüssig und fehl am Platz und zieht die Konsequenz: Er geht ins Altersheim.

Doch als Hubert weg ist, merkt die ganze Familie, dass sie sich nicht nur an seine Anwesenheit gewöhnt hatte, sondern ihn wirklich vermisst. Besonders Stefan spürt, dass er nicht mehr endlos Zeit hat, sich mit seinem Vater zu versöhnen. Und so beschließt die Familie Herrlich wieder einmal, ihr Leben von Grund auf zu ändern. Um mehr Zeit für die Familie zu haben teilt Stefan die Geschäftsführung der Firma künftig mit einem jungen Kollegen und man sucht ein neues Haus am Stadtrand. Auch Hubert will es noch einmal mit seiner Familie versuchen - allerdings nicht ohne Bedingungen: Das neue Haus muss eine Einliegerwohnung für Herkules und ihn haben, das hält man ja sonst im Kopf nicht aus!

© Roxy Film 2007



Darsteller
 
Walter Sittler Stefan Herrlich
Claudia Michelsen Ines Herrlich
Marie Terese Katt Ada Herrlich
Max Schmuckert Timmy Herrlich
Paula Hartmann Leni Herrlich
Joost Siedhoff Hubert Herrlich
Christopher Reinhardt Tom


nach oben



Produktion
   
Regie Dagmar Hirtz
Buch Silke Zertz
Kamera Stephan Wagner
Produktion Roxy Film
Produzenten Andreas Richter, Ursula Woerner, Annie Brunner
gedreht wurde von Ende Mai bis Ende Juni 2007in Berlin
   
nach oben


Quote / Kritiken
 

Einschaltquote (Erstausstrahlung)
Der Film hatte leider nur eine Einschaltquote von 10,9% (14-49 Jahre), insgesamt 3,11 Mio Zuschauer.

teleschau, Oktober 2007

Allzu oft hat man im Kino und im TV schon Fortsetzungen von Filmen erlebt, auf die eigentlich kein Mensch gewartet hat. Hier jedoch verhält es sich anders. "Der Mustervater - Allein unter Kindern" wurde 2004 bei Sat.1 ausgestrahlt und seither zweimal wiederholt. Die Quoten stimmten, Zuschauerresonanz und Kritik ebenso. Schön also, dass es nun unter dem Titel "Der Mustervater 2 - Opa allein zu Haus" weitergeht. [....]
Eine der großen Stärken des ersten Teils ist auch diesmal wieder erkennbar: Der Film, im Grunde eine konventionelle Familienkomödie, eint auf äußerst glaubwürdige Weise Tragisches und Humorvolles. Hier wird nichts ausgespart, nichts romantisiert, bleibt nichts unausgesprochen. Die heile, rosafarbene Welt, die dem TV-Zuschauer allzu oft in seichter Abendunterhaltung serviert wird, findet in dieser mitten aus dem Leben gegriffenen Geschichte nicht statt - und doch ist sie in höchstem Maße unterhaltsam. [....]
Auf charmante, glaubhafte Weise packt der Film das aktuelle Generationen-Thema an, spielt dabei aber nur dezent mit Klischees. "Der Mustervater 2" punktet vor allem durch seine Dialoge: Silke Zertz hat ein kluges, echtes und pointiertes Buch geschrieben, das seine handelnden Figuren ernst nimmt. Irgendwie mag man sie alle, vom Opa bis zur Enkelin, versteht man nach 90 Minuten deren Anliegen und Probleme. Sicher, am Ende machte sich es die Autorin ein bisschen einfach. Dennoch: "Der Mustervater 2" ist Familienunterhaltung im besten Sinne. Noch deutet nichts darauf hin, aber eine weitere Fortsetzung wäre wahrlich wünschenswert.



nach oben