Die unlösbaren Fälle des Herrn Sand
(AT: Der Teddymörder)
(RTL, Erstausstrahlung: 07.04.05)
 
Handlung | Darsteller | Produktion | Quote & Kritiken | Sonstiges
 
In Hamburg wird eine ermordete Frau entdeckt, die einen Teddy in ihrem Schoß hält. Hauptkommissarin Davina Prahm (Saskia Fischer) hat den Verdacht, dass der Teddymörder Robert Haas (Aleksandar Jovanovic) etwas mit der Sache zu tun. Allerdings befindet Haas sich seit über einem Jahr in der Sicherheitsverwahrung der Psychiatrie. Davina Prahm erinnert sich an ihren ehemaligen Kollegen, den Profiler Sebastian Sand (Walter Sittler), der damals das Gutachten über Haas verfasst hat. Haas wurde als Kind von seiner Mutter mißhandelt und nun versucht er für seine Teddys gute Mütter zu finden. Mütter, die ihren Kindern nichts mehr antun können.

Sebastian Sand hat derzeit allerdings ganz andere Probleme. Seine beiden Kinder kamen bei einem Autounfall ums Leben, als Sand mit alleine mit ihnen unterwegs war. Und obwohl Sand diesen Unfall nicht verursacht hat, fühlt er sich schuldig, weil er den Wagen gesteuert hat.
Sands einzige Chance sich vor der Trauer, dem Schmerz und der Versagensangst zu schützen, ist die Flucht in Zwänge. Sortieren, kontrollieren, zählen, waschen, putzen, reinigen - das ist sein Leben. Schon ein Anflug von Schmutz, Unordnung oder gar eine unerwartete Berührung können ihn aus der Fassung, schier um den Verstand bringen.
Sebastian Sand hat Fähigkeiten, die verblüffen - auch ihn selbst. Seine Zwangsneurosen lassen ihn die Welt mit anderen Augen sehen. Er entdeckt Muster, wo andere nur Chaos sehen, er stellt Zusammenhänge her, die niemand außer ihm so schnell erkennen kann.
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Sand 1 - 03 Seine Frau Elsa hat sich von ihm getrennt und die einzige Konstante in seinem Leben ist Elsas Schwester Leonie (Elke Winkens), die er bei seiner freiwilligen Einweisung in eine stationäre Therapie als seinen Vormund bestimmt hat. In dieser Therapie hat er gelernt, seinen Alltag einigermaßen zu bewältigen und nun ist es Leonie Aufgabe ihn an ein normales Leben zu gewöhnen.
Nach seiner Therapie fühlt er sich stark genug, zu Elsa zurück zu kehren. Elsa hat jedoch inzwischen einen neuen Mann, eine neue Liebe gefunden...

Währenddessen geschieht ein zweiter Mord und wieder hat das Opfer einen Teddy im Arm. Davina Prahm wendet sich hilfesuchend an Sand. Er lehnt die Bitte mit Hinweis auf seinen eigenen Zustand erst einmal ablehnt, fühlt sich dann aber doch verantwortlich bei der Suche nach dem Mörder zu helfen.

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Am Tatort bemerkt Sand unter den vielen vorhandenen Fußspuren mit einem Blick, die von Robert Haas. Dieser ist in der Zwischenzeit aus der Psychiatrie entflohen, was er aber nicht ohne Hilfe eines Verbündeten unter dem Klinikpersonal geschafft haben kann.

In der Klinik erfahren Prahm und Sand, dass Haas Teddys in seiner Zelle hatte. Ebensolche Teddys wie sie bei den Opfern gefunden wurden. In der Zelle entdecken sie nicht nur einen Liebesbrief einer Krankenschwester, sondern auch rätselhafte Buchstaben auf einem Schutzgitter.

Sand erkennt aus diesen Buchstaben die Initialen der bisherigen Opfer und dass Haas nach einen System vorgeht ein weiteres Opfer zu erwarten ist. Und er weiß auch schon wo: in einem Kindergarten in einem Park. Er kann Hauptkommissarin Prahm von seiner Idee überzeugen, aber sie kommen leider einen Moment zu spät.

Während die Polizei im Kindergarten das letzte Opfer findet, sucht Haas das Gespräch mit Sand, der draußen vor dem Kindergarten wartet. Während dieses Gesprächs wird Haas auf dem Handy angerufen und Sand bemerkt, dass irgendjemand versucht Haas zu benutzen.
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Sand 1 - 12 Während Kommissarin Prahm Ärger mit ihrem Vorgesetzten bekommt, weil sie ohne ihn zu informieren Sand in die Ermittlungen mit einbezogen hat, schaltet Sand sich in die Vernehmung von Schwester Meike ein. Von ihr erfährt er, dass Robert Haas Meike gegenüber einen geheimen Ort erwähnt hat.
In seinem Versteck wird Robert Haas von der Klinik-Chefin Clarenbach aufgesucht. Sie ist diejenige, die ihn für ihre Zwecke benutzt und drängt ihn nun dazu , seine Aufgabe mit ihrer Mutter zu Ende zu bringen.

Bei einem Treffen mit Sand versucht Clarenbach ihn dazu zu bringen, weiterhin nach Haas zu suchen. Sie gibt ihm den Tipp auf seine Fähigkeiten zu vertrauen.

Sand 1 - 10 Genau das macht Sand und findet auf seine ganz spezielle Art heraus, dass Haas sich an drei möglichen Ort versteckt hält. Anhand einer Stadtkarte und eines von ihm selbstgebastelten Spinnennetzes erklärt er Leonie wie er ihm auf die Spur gekommen ist.

Bei der ersten Adresse werden sie von einer älteren Frau abgewiesen, aber Sand registriert in ihrem Hausflur ein altes Plattencover, dass ihm irgendwie bekannt vor kommt.


Da Leonie keine Zeit und Lust hat ihn zu den den anderen Orten zu begleiten, macht sich Sand alleine auf die Suche und trifft am zweiten möglichen Versteck in der Kanalisation in der Nähe des Hauptbahnhofs tatsächlich auf Haas. Als dieser ihn bedroht, bleibt Sand nichts anderes übrig als mit großem Widerwillen durch die dreckige Kanalisation zu fliehen.

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Sand erinnert sich kurze Zeit später daran, wo er das Plattencover zum ersten Mal gesehen hat. Auf einem Foto im Büro von Frau Dr. Clarenbach. Da ihm die Polizei aer nicht glaubt, machen er und Leonie sich alleine daran, diese Spur zu folgen.

In der Zwischenzeit lockt Robert Haas Dr. Clarenbach unter einem Vorwand in sein Versteck um sich an ihr dafür zu rächen, dass sie ihn benutzt hat. Sand und Leonie kommen gerade noch rechtzeitig um das Schlimmste zu verhindern.

Nach all diesen Geschehnissen ist Sand fest entschlossen sein Leben wieder in den Griff zu bekommen und Leonie ist fest entschlossen ihm dabei zu helfen...


Darsteller
 
Walter Sittler Sebastian Sand
Elke Winkens Leonie
Saskia Fischer Davina Prahm
Tatjana Blacher Dr. Clarenbach
Aleksandar Jovanovic Robert Haas
Kathrin Kühnel Meike Heck
Fatih Alas Erol Schröder
u.v.m.  


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Produktion
   
Regie Matthias Steurer
Buch Hartmut Block
Kamera Hans Grimmelmann
Produktion Monaco Film
Produzent Joke Kromschröder
Redaktion RTL Andrea Klüwer
gedreht wurde vom 07. September - 11. Oktober 2004 in Hamburg und Umgebung
   
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Quote & Kritiken
 
Einschaltquote: Den Film sahen bei der Erstausstrahlung 4,64 Mio (15%) der Zuschauer ab 3 Jahre und 2,24 Mio (17,4%) der 14-49 jährigen Zuschauer. Bei den Gesamtzuschauerzahlen lag der Film damit an diesem Abend auf Platz 5. Beide Quoten waren für RTL überdurchschnittlich.


www.Fernsehen.ch (März 2005)
Der Wiener Regisseur Matthias Steurer inszenierte mit 'Die unlösbaren Fälle des Herrn Sand' einen packenden und humorvollen 90-Minüter um die Jagd nach einem Serienkiller. Walter Sittler ('Nikola') ist der Star der neuen Crime-Comedy. Seine Macken aber auch die verblüffenden Fähigkeiten des Ex-Profilers sorgen für die entsprechende Situationskomik.

TV - Movie, 24.03.05
Tages-Tipp. Schräge Situationskomik, viel Spannung.

TV - Today, 24.03.05
Gut. Kein starker Krimi, aber dank Sittler ein skurriler Spaß.

TV - Digital, 24.03.05
Gelungen. Trotz des blutigen Geschehens mitunter komisch. [....] Ein Profiler mit Macken. Walter Sittler spielt ihn mit verhaltener Komik und stoischer Ruhe. Und der Fall? Spannend.

teleschau (März 2005)
[....] Zweifellos spielt Walter Sittler ("Nikola") jenen Sebastian Sand mit einer gehörigen Portion Leidenschaft und nicht ohne Humor. [....] Alles etwas weit hergeholt also in einem Movie, der sich zudem ziemlich viel Zeit lassen muss, seine Hauptfigur dem Zuschauer näher zu bringen. Als deutsches Pendant zur Krimiserie "Monk" hat RTL selbst in der Anfangsphase der Entwicklung das Projekt beschrieben, was es am Ende dann aber nicht wirklich geworden ist. Dazu ist es zu berechenbar. Da untersagt der Polizeichef seiner Kommissarin jede Zusammenarbeit mit Sand - ohne erkennbaren Grund. Und als der dann kurz vor der Lösung des Falles steht, ausgerechnet dann, glaubt ihm auch die Polizistin nicht mehr. Einem Mann-gegen-Mann-Showdown steht also nichts im Wege.

Mit viel Charme und Esprit indes ist die Beziehung Sands zu seiner Schwägerin (wunderbar entspannt: Elke Winkens) geschildert, die sich um den Neurotiker rührend, aber nicht mitleidig kümmert. Den beiden gehört auch die schönste (übrigens auch letzte) Szene eines Films, der durchaus in Reihe gehen sollte, sofern die Autoren bei den Konstruktion ihrer Fälle etwas mehr auf dem Boden der Realität bleiben und sich weiterhin so ausufernd in Hollywood bedienen.

Frankfurter Rundschau, 07.04.05
RTL setzt eine Krimi-Tradition fort: die des Nachmachens. Matthias Steurer hat das Richtige getan. Statt sich eine der üblichen Beziehungskomödien mit gequälten Verweisen aufs Zeitgeschehen auszudenken, orientiert er sich am amerikanischen Vorbild. Neben Glamour-Kitsch und Arzt-Schmonzetten spuckt der US-Serienmarkt nämlich immer wieder beste Unterhaltung aus. Adrian Monk ist so ein Fall. Seit Mitte vergangenen Jahres ermittelt der Ex-Polizist mit den tausend Neurosen auch auf RTL - liebenswert, verschroben und hochgradig komisch. [....]
So abgenutzt das Bild des traumatisierten Mörders ist, so beliebt der Gegensatz von Kuscheltier und Leiche, so altbekannt das Motiv des genialen Außenseiters: Im Krimi regiert nun mal das Nachahmungsprinzip. Henning Mankell hat den Typ des kultigen schwedischen Kommissars auch nicht erfunden - das waren Maj Sjöwall und Per Wahlöö. Selbst Arthur Conan Doyle hat seinen Sherlock Holmes irgendwo bei Edgar Allan Poe abgeguckt.
Darum greift Matthias Steurer mit seinen unzähligen Verweisen, Kopien und Klischees einfach auf eine Tradition zurück. Und das nicht nur inhaltlich: Den kühnen Schnitt hat der Regisseur der Popkultur entnommen. Und mit betont cooler Filmmusik folgt er dem Trend, der seit Quentin Tarantinos Pulp Fiction jede zweite Produktion betrifft: Der Soundtrack, obwohl ursprünglich nicht für den Film geschrieben, führt ein Eigenleben.
In dem Wust an Unsinn, der nicht nur die Privaten, sondern auch das öffentlich-rechtliche Fernsehen dominiert, fällt immerhin Die unlösbaren Fälle des Herrn Sand so angenehm auf wie ein Blindenhund in einer Gruppe Mastinos. Ein Fernsehfilm soll ja nicht die Weltformel entdecken, sondern einfach gut unterhalten.

FAZ, 08.04.05
Walter Sittler glänzt. [....] Dem Film dürfte allein dank Walter Sittler als schrulliger Polizeipsychologe Sebastian Sand Erfolg beschieden sein. [....] Der potenzielle Pilotfilm sorgt geschickt für mehr Neugierde, als er befriedigt. Es ist der erste Fall für Sand nach seiner Entlassung aus der Psychiatrie, und das Drehbuch ist bewusst so konzipiert, dass der Zuschauer wissen will, wie es mit dem schrulligen Polizeipsychologen weitergeht. Neben der eigentlichen Handlung [....] gibt es vor allem Einblicke in Sands Vergangenheit. In Rückblenden wird der Autounfall gezeigt, den er verursacht hat und bei dem seine beiden Kinder ums Leben gekommen sind. Seine Psychosen darf er produzieren und seine "normalen" Leiden zeigen, den Schmerz über die Trennung von seiner Frau etwa, die sich nach dem tragischen Unfall von Sand ab- und einem anderen zuwandte. Dass die Suche nach dem Mörder einige logische Fehler aufweist und der Zuschauer schon im ersten Viertel des Films ahnt, wer der eigentliche Bösewicht ist, mag man dem Film verzeihen. [....]
Für Walter Sittler, der für seine Rolle in "Nikola" den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie "Bester Schauspieler Sitcom" erhielt, ist die Rolle des Sebastian Sand ein Rollenwechsel auch im übertragenen Sinn. Er soll zwar auch noch, aber nicht mehr nur komisch sein. Bei Sat.1 ist er das schon seit Mai des vergangenen Jahres als Meisterdieb in der Reihe "Ein Fall für den Fuchs", in welcher er allerdings mehr noch Komödiant ist. Bei RTL mimt er nun den Neurotiker. Zweifelsohne bringt er mit seinen Marotten die Menschen zum Lachen. Aber dennoch schwingt hier eine Ernsthaftigkeit mit.

taz, 07.04.05
[....] Technisch kann sich "Sand" durchaus mit "Monk" messen; auch werden die Impressionen aus den nebligen Hügeln von San Francisco, die beim Original die Handlung rhythmisieren, sehr schön und schlüssig durch nächtliche Ansichten des Hamburger Hafens ersetzt.
Doch Hauptdarsteller Walter Sittler - eben noch als heimlicher Hobby-Detektiv "Der Fuchs" auf Sat.1 zu sehen - erreicht kaum die nonchalante Nervosität, mit der sein amerikanisches Vorbild Tony Shalhoub das neurotische Ermittlergenie verkörpert. Dort wo Shalhoub mit einem Blinzeln den Schrecken anzuzeigen vermag, den seinen Helden beim Anblick eines Fussels befällt, benötigt Sittler größere Gesten. Überhaupt ist hier alles ein bisschen größer und offiziöser. So wird der Reinheitszwang des Herrn Sand mit einem schweren familiären Trauma begründet - er verlor das Kind bei einem Autounfall. Mr. Monk indes, so wie ihn Shalhoub spielt, verfügt auch ohne explizite Ausdeutung über eine tragikomische Noblesse. [....]

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Artikel, Interviews, Berichte
RTL Telefoninterview mit Walter (03/05, RTL)

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