Trau niemals deinem Schwiegersohn
AT: Meine Tochter, ihr Freund und ich
(SAT.1, Erstausstrahlung: 16.05.06)
 
Handlung | Darsteller | Produktion | Quote & Kritiken

Der lockere Alt-68er Anwalt Gerhard König (Walter Sittler), der sich noch immer für den wichtigsten Mann im Leben seiner Tochter Lara (Jana Klinge) hält, erfährt von seiner Frau Claudia (Teresa Harder), dass ihm beim Abendessen Laras neuer Freund vorgestellt werden soll. Noch macht er sich allerdings keine Sorgen, dass ihm irgendjemand bei Lara den Rang ablaufen könnte.
Auf dem Weg um um die letzten Rolling Stones-Konzertkarten für sich und seine Tochter zu ergattern, radelt er eiligst - wie immer gerne entgegen der Verkehrsregeln in eine Einbahnstraße. Die Hoffnung auf Karten und ein tolles Vater/Tochter-Konzerterlebnis verpufft jäh, als ihm ein nagelneuer Luxusschlitten entgegenbrettert und ihn vom Sattel reißt. Statt sich reumütig bei dem arg zerschundenen Gerhard zu entschuldigen, geraten die beiden sofort aneinander, bis der jugendliche Fahrer wutentbrannt davon jagt.


Und auch mit den Konzertkarten hat Gerhard kein Glück mehr: Ausverkauft.

Am selben Abend steht der Verkehrs-Rowdy mit Blumen vor Gerhards Tür. Aber nicht um sich zu entschuldigen. Es ist Laras neuer Freund Chris Vollmer (Arne Lenk), der über diese zweite Begegnung ähnlich geschockt ist, wie Gerhard selbst. Chris' minimale Chance, bei Gerhard zu irgendwie punkten, ist also komplett vertan.

Kennen gelernt hat Lara ihren Traumprinzen bei einer Demonstration auf dem Werk-Gelände von VMG. Der Funke sprang über, als Firmen-Mitarbeiter Chris die friedfertige Lara vor Knüppel schwingenden Polizisten zu schützen versuchte - ohne Rücksicht auf eigene Gesundheit und Leben. Das romantische Bild des armen Arbeitersohns, der für sie alles gibt - auch seinen Job -, bringt Lara ins Schmachten...

Als Lara ihren Eltern noch an diesem Abend mitteilt, dass sie Chris bald heiraten will, ist Claudia überrascht und Gerhard geschockt.



Aber nun weiß er, was er zu tun hat: Er macht sich auf die Suche nach Beweisen für Chris unlautere Absichten, denn schließlich muss er seine arme Tochter doch vor diesem Aufschneider beschützen. Er setzt seinen Referendariar Karl darauf an, Chris zu überwachen, was dieser auch gewissenhaft macht.


Als dieser Chris mit einer anderen jungen Frau beobachtet, sieht Gerhard seine Chance gekommen und stellt Chris bei einem Angel-Ausflug zur Rede. Chris erklärt lapdiar, dass es sich um seine Schwester handelt. Der Angel-Ausflug landet im Wasser und nicht nur Lara, sondern auch Claudia hat von Gerhards Mißtrauen und Verdächtigungen gegenüber Chris allmählich genug.

Karls Recherchen ergeben jedoch noch mehr: Chris ist nicht der romantische, arme Arbeiter, der wie Ché Guevara für Gerechtigkeit und Klassengleichheit kämpft. Er ist der reiche Spross von Baron Vollmer (Johann Adam Oest), dem Werksbesitzer von VMG persönlich. Und ähnlich wie es zwischen Gerhard und Lara Unstimmigkeiten gibt, ist auch die Stimmung zwischen Chris und seinem Vater nicht ungetrübt, weil Chris die Rationalisierungs-Maßnahmen seines Vaters nicht mittragen will.


Nach dem Besuch einer türkischen Hochzeit machen sich Gerhard und sein Klient Memet – beide schon nicht mehr ganz nüchtern – auf den Weg zur Vollmer Villa. Sie können sich zwar ungesehen ins Haus schleichen, werden aber über kurz oder lang dennoch entdeckt. Um sich aus der Affäre zu ziehen, erzählt Gerhard dem Ehepaar Vollmer, dass er gekommen wäre, um sie zu einem Kennenlern-Abend einzuladen. Gerhard glaubt, dass Lara wieder zur Vernunft kommt, wenn sie merkt, wer Chris wirklich ist und dass er sie über seine Herkunft angelogen hat.

Doch der Abend verläuft ganz anders als erwartet. Während sich die Elternpaare überraschend gut verstehen, macht Lara Chris große Vorwürfe. Nachdem sie ihn stehen läßt und in ihrem Auto davon braust, wird Chris diesmal selbst von einem Auto angefahren. An seinem Krankenbett versöhnen sich nicht nur Chris und Gerhard, sondern auch Lara verzeiht ihrem Chris.


   
Auf ihren Vater ist sie allerdings noch immer wütend. Doch auch diese Unstimmigkeiten können noch aus dem Weg geräumt werden, so dass einer Traumhochzeit nichts mehr im Weg steht.


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Darsteller
 
Walter Sittler Gerhard König
Jana Klinge Lara König
Teresa Harder Claudia König
Arne Lenk Chris Vollmer
Johann Adam Oest Baron Vollmer
u.v.m.  


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Produktion
   
Regie Michael Kreihsl
Buch Annette Simon, Sebastian Andrae
Produktion Roxy Film GmbH & Co. KG / Spiel.film Prod. GmbH
Produzenten Andreas Richter, Ursula Woerner, Annie Brunner
gedreht wurde vom 11.01.06 bis 10.02.06 in Stuttgart
   
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Quote / Kritiken
 

Einschaltquote (Erstausstrahlung)
Der Film hatte in der klassichen Werberelevanten Zielgruppe (14-49 Jahre) einen Marktanteil von 15,7%. (1,94 Mio.) Insgesamt hatte der Film 3,51 Mio Zuschauer (12,0% Marktanteil beim Gesamtpublikum)

Spiegel, 14. Mai 2006
Es ist eine unerschöpfliche Quelle des Humors, ehemaligen 68ern dabei zuzusehen, wie ihre Ideale an der Realität zuschanden gehen. In dieser rundum gelungenen Komödie trifft es den altlinken Anwalt König (Walter Sittler), dessen Tochter (Jana Klinge) sich in den vermeintlichen Nichtstuer Chris (Arne Lenk) verliebt. Statt mit klassenbewusster Toleranz reagiert der Vater wie ein Spießer und unternimmt alles, um seiner Tochter den jungen Mann madig zu machen. Ein kleines komödiantisches Fest findet da statt, auf dem sich neben Sittler, die beiden jungen Schauspieler Klinge und Lenk gut behaupten können.

Westfalenpost, 16. Mai 2006
Es ist die uralte Geschichte vom Vater, der Angst hat, dass seine Tochter an den falschen Mann gerät. Aber wenn sie so frech und fröhlich erzählt wird, wi in der Komödie "Trau niemals deinem Schwiegersohn" ist das Zusehen ein richtiges Vergnügen. [....] Das klingt nach einer Kopie von Hollywood-Erfolgs-Komödien wie "Vater der Braut" oder "Meine Braut, ihr Vater und ich". In der Tat: Ähnlichkeiten sind unübersehbar. Aber dank charmanter Ideen, dezenter Gags, einem spielfreudigen Ensemble (bei dem Walter Sittler als klischeebeladener APO-Opa glänzt) sowie einer temporeichen Inszenierung von Regisseur Michael Kreihsl ist ein lockerer Fernsehspaß daraus geworden. Der Schluss ist ihm dann aber doch - Alt-68er hin, Unternehmer-Reichtum her, etwas albern geraten. (© Susanne Manastani)

www.viva.de
Die Situation, in der man erstmals dem Schwiegervater in spe gegenüber tritt, ist schon schlimm. Weiß jeder. Doch übertroffen wird sie noch von einer anderen: dem ersten Treffen der Elternpaare. Das endet nicht selten im Fiasko. Nicht anders ist es in der neuen SAT.1-Komödie mit dem Informationstitel "Trau' niemals deinem Schwiegersohn", die zwar außergewöhnlich konventionell in ihrer Handlung ist, aber immerhin die eine oder andere nette Überraschung aufbietet.

Walter Sittler ist natürlich keine. Der Sympathieträger der Nation spielt die Hauptrolle des argwöhnischen Schwiegervaters und fühlt sich ganz offensichtlich wohl in dieser Konstellation. Es gilt, was stets galt: Sittler, inzwischen 53 Jahre (drei Kinder im noch nicht heiratsfähigen Alter), tut jedem Drehbuch, jedem Film gut. Schade nur, dass es allzu oft Komödien wie diese sind. Gerne sähe man den Ex-"Nikola"-Star ab und an in ernsteren Rollen. Das Drehbuch von Annette Simon betont in diesem luftig-leichten SAT.1-Movie jedoch die heiteren Seiten. [....]

Ein paar Lügen und Widersprüche später kommt der eifersüchtige Brautvater dann doch einem falschen, wenngleich harmlosen Spiel seines neuen Familienmitglieds auf die Spur, und es gilt zügig (höchstens 15 Minuten bleiben noch) alle Ungereimtheiten zu beseitigen und das glückliche junge Paar vor den Alter zu führen. Was natürlich gelingt.

Einigen charmanten Ideen und der temporeichen Inszenierung von Regisseur Michael Kreihsl ist es zu verdanken, dass diese doch sehr bekannte Geschichte am Ende die meiste Zeit Spaß gemacht hat. Ein bisschen sehr bunt treibt man es jedoch am Ende, wenn sich die vier Eltern gemeinsam den (natürlich weichen) Drogen hingeben. Da wird dann aus einer Realkomödie doch eher ein Fantasy-Movie. (© Kai-Oliver Derks)

www.quotenmeter.de

Zu Beginn des Films ähnelt dieser verstärkt einer deutschen Kopie von "Vater der Braut" mit Steve Martin oder "Meine Braut, ihr Vater und ich" mit Ben Stiller. Leider kann die deutsche Version ihre Klasse nicht halten und driftet mit zunehmendem Verlauf in seichtere Gefilde hinab. Handlungsbögen wirken teilweise zu konstruiert und in ihrer Erzählstruktur zu langatmig. So kann es mitunter dazu kommen, dass der Zuschauer geneigt ist, zur Fernbedienung zu greifen.

Schauspielerisch ist an der Produktion nichts auszusetzen. Man erkennt, mit welchem Spaß die Darsteller an dem Dreh teilgenommen haben. So ist Walter Sittler als Vater in Not perfekt besetzt. Untermalt wird das Ganze von einem stilvollen Oldie-Soundtrack.

Auch die Ausstattung des Sets sowie die gesamte Produktion sind auf gutem TV-Niveau und gleichen einige Mängel des Drehbuchs aus. Zusammengenommen ist "Trau' niemals deinem Schwiegersohn!" solide TV-Kost, jedoch mit dem Makel, keinen Wiedererkennungswert zu besitzen. (© Torben Gebhardt)

www.prisma-online.de
[....] Michael Kreihsls Komödie erinnert Filmfreunde an den Kino-Hit "Meine Braut, ihr Vater und ich", ist aber in den Gags wesentlich dezenter. Dadurch wird das Ganze auch glaubwürdiger und lustiger.

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