Für immer verloren
(SAT.1, Erstausstrahlung 28./29.04.03)
 
Handlung | Darsteller | Produktion | Quote & Kritiken | Sonstiges

Es ist das perfekte Familienidyll. Sabine (Veronica Ferres) und Philip Winter (Walter Sittler) verbringen mit ihren Kindern seit Jahren den Sommerurlaub bei ihrem Freund Yussuf Öztürk (Pasquale Aleardi) an der türkischen Riveria.
Wie immer erleben sie gemeinsam eine herrlich unbeschwerte Zeit, bis Philip wegen eines misslungenen Börsengeschäftes darauf drängt, ein paar Tage früher als geplant zurückzufliegen, um die Angelegenheit in Ordnung zu bringen. Die Winters verbringen ihren letzten Urlaubsabend mit einer großen Feier unter freiem Himmel.
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Für immer verloren 2 Am nächsten Tag heißt es dann Abschied nehmen, auch für Thomas (Frederic Welter), den 18-jährigen Sohn der Familie, und Yussufs Tochter Nesrin (Arzu Basman), die ineinander verliebt sind.

Am Flughafen bleiben Sabine und Thomas zurück, um schnell ein paar Besorgungen zu machen, während der Rest der Familie schon an Bord geht.
 
Als Sabine in letzter Minute die Sicherheitskontrolle passieren will, wird sie festgehalten und ihr Gepäck durchsucht. Dann geschieht das Unfassbare: Während ihre Familie schon im Flugzeug sitzt, wird Sabine festgenommen, denn in ihrer Einkaufstasche befinden sich 1,6 Kilogramm Heroin, versteckt in Thunfischdosen.

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Philip kehrt mit den Kindern Thomas, der 14-jährigen Julia (Cornelia Gröschel) und der 9-jährigen Sophie (Laura Messing) nach Deutschland zurück. Zunächst glauben sie, Sabine sei aufgehalten worden und würde mit der nächsten Maschine nachkommen, doch dann erfährt Philip von einem Mitarbeiter des Auswärtigen Amts, dass Sabine unter dem Vorwurf des Drogenschmuggels festgenommen wurde und in Untersuchungshaft sitzt.

Auch zu Hause gibt es Probleme: Wie sich herausstellt hat Philip an der Börse viel Geld verloren und auch der Kredit für das neue Haus wurde gesperrt. Philip ist verzweifelt, hofft aber noch, dass sich Sabines Verhaftung bald als Irrtum herausstellt.

Große Erwartungen setzt er in den türkischen Anwalt Cem Öztürk (Tayfun Badernsoy) - Yussufs in Deutschland lebendem älteren Bruder.
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Für immer verloren 6 Währenddessen sieht sich Sabine in der Haft mit einer brutalen Realität konfrontiert. Sie muss erst mühsam lernen sich zu behaupten und sich von den rauen Sprüchen und Sitten hinter Gittern nicht einschüchtern zu lassen.

Schließlich findet sie in der Türkin Dilek (Neza Selbuz) eine Freundin. Außerdem gibt ihr die Hoffnung, ihre Familie bald wiederzusehen, immer wieder neuen Mut. Ein Foto ihres Mannes und ihrer Kinder hütet sie wie einen Schatz. Für immer verloren 7

Für immer verloren 8 Philips Alltag zu Hause läuft völlig aus dem Ruder: Er ist mit der Erziehung der Kinder total überfordert, die wiederum ihre Mutter vermissen. Auch seine Schwiegermutter Ute (Karin Baal), die bei ihnen einzieht, ist zunächst keine große Hilfe.
Plötzlich ist auch Philips Job als freier Bauingenieur in Gefahr, da er nicht in der Lage ist, die Erziehung der Kinder, Sabines Situation und seine Arbeit unter einen Hut zu bringen.
 
In dieser Situation gesteht Thomas seinem Vater, dass er das Heroin schmuggeln wollte, die Tasche aber aus Versehen mit der seiner Mutter vertauscht hat. Mit dem Geld sollte Nesrin nach Deutschland kommen und ein Studium beginnen.
Philip ist außer sich und kann nicht fassen, dass sein Sohn an der Situation schuld ist. Dann hofft er mit Thomas' Geständnis, Sabines Unschuld beweisen zu können

Doch der ehrgeizige Staatsanwalt Erkan Öcelit (Erol Sander) macht in der Gerichtsverhandlung Philips Hoffnungen zunichte: er glaubt den beiden kein Wort und fordert für die Angeklagte die Höchststrafe. Das Urteil des Gerichts ist für die Familie ein Schock: Sabine wird zu 20 Jahren Haft verurteilt.
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Die Winters geben nicht auf und reichen ein Gnadengesuch ein. Auch als dieses abgelehnt wird, will Philip sich nicht geschlagen geben. Er setzt alles daran, Sabine aus dem Gefängnis zu holen. Wenn nicht mit legalen Mitteln, dann eben illegal!
Gemeinsam mit Thomas und Yussuf entwickelt er einen Plan. Um an Geld zu kommen, verkauft er sogar die Möbel. Dabei findet er einen Liebesbrief, der ein ganz anderes Licht auf seine Frau und seinen Freund Yussuf wirft: Seit Jahren haben die beiden eine Affäre. Der Brief reißt Philip endgültig den Boden unter den Füßen weg. Er lässt sich gehen, trinkt und kümmert sich nicht mehr um die Kinder. Von Sabine will er nichts mehr wissen. "Mit ihr bin ich fertig!"

Für immer verloren 10 Thomas fliegt zu seiner Mutter und erzählt ihr, dass Philip von ihrem Verhältnis zu Yussuf weiß. Die Verzweiflung tritt bei ihr an die Stelle der Hoffnung. Sie erträgt die Schikanen durch die anderen Häftlinge und die menschenunwürdigen Zustände nicht mehr. In ihrer Auswegslosigkeit unternimmt einen Selbstmordversuch, wird von Dilek aber gerade noch rechtzeitig gefunden.
 
Philip erfährt davon durch Ute, die ihm mit deutlichen Worten ins Gewissen redet und ihm sagt, warum er seine Frau nicht aufgeben darf: "Weil du sie liebst! Um seine Liebe muss man kämpfen!" Bei dem Gespräch erkennt Philip seinen Irrtum - und fasst einen Entschluss.

Er fliegt in die Türkei und versöhnt sich mit Thomas. Auch Yussuf soll ihnen dabei helfen, Sabines Flucht zu bewerkstelligen. Nur mühsam können die beiden Rivalen ihre Emotionen unter Kontrolle halten. Philip entwickelt eine größere Entschlossenheit als je zuvor und beweist bei den Verhandlungen mit den Fluchthelfern große Kaltschnäuzigkeit. Für immer verloren 11
 
Doch dann erfahren sie, während sie noch mitten in den Vorbereitungen stecken, dass der Staatsanwalt Öcelit Sabine ins Gefängnis von Izmir verlegen lassen will. Philip entscheidet, dass der Ausbruch noch in derselben Nacht über die Bühne gehen muss. Cem Öztürk erklärt sich bereit, als unverdächtiger Besucher, den Fluchtplan zu Sabine ins Gefängnis zu schmuggeln.

Der Plan gelingt: Mit Hilfe des bestechlichen Gefängnishandwerker Ali gelingt Sabine tatsächlich in die Kanalisation des Gebäudekomplexes, während zur gleichen Zeit Philip, Thomas und Yussuf eine unterirdische Mauer durchbrechen, durch die Sabine in die Freiheit klettern soll. Mit aller Kraft arbeiten die Männer an dem Durchbruch, während Sabine versucht anhand des Fluchtplans ihren Weg durch die verwinkelte Kanalisation zu finden. Durch Zufall entdeckt Öcelit, der sich im Gefängnis aufhält, nach kurzer Zeit Sabines Flucht. Besessen von dem Gedanken sie selbst zu stellen, nimmt er ihre Verfolgung auf. Kurz bevor sie das rettende Loch in der Mauer erreicht, holt Öcelit sie ein, doch sie kann ihren Peiniger niederschlagen

Für immer verloren 12 In einem Geländewagen rasen Sabine, Philip und Yussuf über die Landstraßen auf dem Weg zur rettenden Grenze. Während der Fahrt kommt der schwelende Streit zwischen beiden Männern zum Ausbruch. Der Wagen überschlägt sich. Niemand ist verletzt, doch bei Philip und Yussuf liegen die Nerven blank. Nur mit Mühe kann Sabine die Streithähne trennen. Zu Fuß setzten sie ihre Flucht fort.
 
In der Zwischenzeit dringen Öcelit und seine Männer in Yussufs Restaurant ein und überraschen die dort schlafenden Thomas und Nesrin. Als Öcelit versucht aus Thomas die Informationen herauszuprügeln, wo sich seine Mutter befindet, kommt Cem Öztürk mit Polizeibeamten dazu und lässt Öcelit wegen Amtsmissbrauch festnehmen.

Am nächsten Morgen erreichen die Flüchtenden erschöpft die Grenze. Zwischen Philip und Yussuf geht es jetzt um alles. Yussuf ist bereit für seine Liebe zu Sabine seine bisherige Existenz hinter sich zu lassen. Philip lässt seine Wut und Verzweifelung freien Lauf: er will seine Frau nicht dem anderen überlassen. Zum Schluss trifft Sabine eine Entscheidung - für Philip.
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Darsteller
 
Veronica Ferres Sabine Winter
Walter Sittler Philip Winter
Pasquale Aleardi Yussuf Öztürk
Frederic Welter Thomas Winter
Erol Sander Erkan Öcelit
Karin Baal Ute (Sabines Mutter)
Cornelia Gröschel Julia Winter
Laura Messing Sophie Winter
Neza Selbuz Dilek
Azru Bazman Nezrin Öztürk
Tayfun Bademsoy Cem Öztürk


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Produktion
   
Regie Uwe Janson
Buch Johannes Wünsche
Kamera Phillip Timme
Produktion TeamWorx
Produzent Nico Hoffmann, Joachim Kosack
Producer Christian Rhode
gedreht wurde von Mitte August bis Mitte Oktober 2002 in Kapstadt, München und der Türkei
   
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Quote / Kritiken
 
Einschaltquote (Erstausstrahlung)
Teil 1 hatte 6,08 Mio. Zuschauer (20 %) und lag damit an dem Montag Abend auf Platz 3 hinter WWM und der Tagesschau. Teil 2 hatte 6,63 Mio. Zuschauer (22,3%) und war am Dienstag Abend die Nr.1

Märkische Allgemeine Zeitung, 29.04.03

[....] Seit gestern Abend wissen wir's - als Galionsfigur für das "TV-Event des Frühjahrs 2003" taugt das "Superweib" nur halb. Schnell erweist sich, dass jemand ihr die Show stiehlt: Walter Sittler als verzweifelter und kämpfender Familienvater Philip Winter. [....] Der Film hat schöne szenische Ideen, tragische Wendungen und reichlich Saft für die Tränendrüsen. Doch er schwächelt ausgerechnet in der Besetzung. [....] So bleibt es an Walter Sittler, das schauspielerische Niveau des Films zu retten. Achtbar sekundiert von Pasquale Aleardi, Erol Sander und Tayfun Bademsoy in klugen Nebenrollen.

TV Movie, 18.03.05
Gut. Realitätsnah und sensibel inszeniert. Aufwendig inszeniert, sehr anrührend.

WAZ, 28.04.03
[....] Der Zweiteiler von Uwe Janson braucht ein wenig, bis die Story zu sich findet. Anfangs nimmt sich der Regisseur zu viel Zeit, das Bild vom Familienidyll zu zeichnen. Das dann auch Risse erhält, als das Zurückbleiben der Mama in der Türkei die Kinder kaum zu bedrücken scheint. Doch mit jedem Tag, an dem die Mama fehlt, erscheint die Situation bedrückender, realistischer. [....] Erst, als der Konflikt schon eskaliert, gelangen die darstellerischen Leistungen zum Höhepunkt.

teleschau
[....] Uwe Janson gilt als Schauspieler-Regisseur, und "Für immer verloren" führt das deutlich zutage. Gerade der erste Teil muss ohne viel Tempo auskommen. Stattdessen beginnen die körperlichen Attacken auf die beiden Hauptfiguren nur sehr zögerlich, um schließlich im wesentlich aktionsreicheren zweiten Teil (Dienstag, 20.04., 20.15 Uhr) zu eskalieren. Dabei hat Walter Sittler den weitaus schwereren Part. Authentisch wirken all seine Reaktionen auf das schlimme Spiel des Schicksals. [....]

Westfälische Zeitung, 29.04.03
[....] Regisseur Uwe Janson lässt seinen Protagonisten ausgiebig Raum, ihre dramatischen Liebens- und Liebeswirren zu begreifen und deren Verknotungen zu lösen: Im Fokus geht es nicht um Action, sondern um viel Emotionen, Ignoranz und Unvermögen. Eine intime Bildregie mit extremen Nahaufnahmen sollen Freude (wenig) und Furcht (viel) bis auf die heimische Couch transportieren. Und manchmal begleitet massives Klaviergeklimper Trennungen und Fluchten.
Ein Problem: Irgendwie bleibt bei aller Hin- und Herfliegerei zwischen Deutschland und der Türkei die Spannung auf der Strecke. Das können auch Walter Sittler (als naiv-arroganter Macho) oder Karin Baal (klasse als herbe Oma) nicht verhindern..

Neue Osnabrücker Zeitung, 30.04.03
[....] Veronica Ferres und Walter Sittler stolperten ganz sehenswert von einem Nervenzusammenbruch in den nächsten. Das machte den Film erträglich. Auch wurde es bei dieser Fülle von Handlungssträngen nie wirklich langweilig. Doch ein stimmiges Ganzes, bei dem eine Geschichte stringent von A bis Z erzählt wurde, ergab sich leider nicht. Weniger wäre einfach viel mehr gewesen.

Der Spiegel, 28.04.03

[....] Das Problem dieses TV-Zweiteilers (zweiter Teil: Dienstag): Er weiß nicht, was er will. Die Macher (Buch: Johannes Wünsche, Regie: Uwe Janson) sind der Versuchung erlegen, gleich zwei Geschichten zu erzählen, die die Gefühle des Zuschauers verwirren.

Prisma-online

[....] Uwe Janson inszenierte das zweiteilige Familiendrama mit starken Darstellern, darunter Erol Sander. So richtig glaubwürdig ist die Story allerdings nicht. Denn was zu Beginn wirklich spannend ist, entwickelt sich mehr und mehr zu einem Psycho-Märchen.

Westfälische Rundschau, 28.04.03

[....] Um den Lebenskampf über zwei 90-minütige Runden zu bringen wurden zu viele Fässer aufgemacht. Die Brüchigkeit der Ehe, die Geschichte der ungleichen türkischen Brüder, die deutsch-türkischen Duelle und das zwischen der Heldin und des Staatsanwalts - alles wird angerissen, kaum etwas ausgeführt. So wirkt der Film überfrachtet, die Charaktere eindimensional, die Geschichte unrund. Eine bestens ausgeleuchtete Ferres, die im Knast auf dreckig und ungeschminkt macht, passt da ins Bild. Nun hat es also auch Nico Hofmann erwischt. Nach dem Preisregen und Kritikerlob der letzten Jahre ist dies die erste große missglückte Produktion seiner Firma teamWorx.


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Sonstiges
 
Artikel, Interviews, Berichte
Bericht & Fotos von der Premiere (15.04.03, München)
Ausschnitte aus der Pressemappe (März 2003, SAT.1)
"Momente der Wahrheit" (Oktober 2002, Teleschau)

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