Die Wüstenrose
(ZDF, Erstausstrahlung: Januar 2000)

Handlung | Bilder| Darsteller | Quote & Sonstiges | Dreharbeiten
   
Teil 1
1909 tritt die junge Berliner Ärztin Klara von Sellin (Birge Schade) in Deutsch-Südwestafrika ihre erste Stelle an. Ihr Chef Dr. Hermann Kumerow (Brian O`Shaughnessy) hatte einen männlichen Bewerber erwartet und lässt sich nur widerwillig auf die selbstbewusste Frau ein. Um so erfreuter ist sein Sohn Martin (Ralf Bauer), ein junger Leutnant der Schutztruppen, der sich in die neue Ärztin verliebt.
Mit Klara sind ihre beste Freundin Henriette Laroche (Mariella Ahrens) und ihr Dienstmädchen Olga (Nicola Thomas) nach Afrika gereist; Henriette als zukünftige Frau des reichen Schlossbesitzers Kurt Kollau (Sven-Erick Bechtolf).

Während Henriette in der Wüste ihr neues Zuhause bestaunt, verbringt Klara an der Seite von Martin Kumerow erste unbeschwerte Wochen in Swakopmund. Als bei einer Kutschfahrt das Pferd mit ihr durchgeht, rettet sie der Farmer Richard von Salomon (Walter Sittler), ein alleinstehender Witwer. Klara ist tief beeindruckt von diesem Mann und hofft sehr, ihn bald wieder zu sehen.

Ihre berufliche Karriere wird jäh beendet, als sie trotz eines Verbotes den schwarzen Fischerjungen Kamante behandelt. Dr. Kumerow entlässt die junge Ärztin und schickt sie in eine entlegene Missionsstation, die sie verlassen und ausgebrannt vorfindet. Klara ist entschlossen, die Station wieder aufzubauen und kehrt nach Swakopmund zurück, um die Kolonialverwaltung und die Mitglieder der deutschen Gemeinde um Unterstützung zu bitten.
   
Doch der Farmer Richard von Salomon ist der einzige, der seine Hilfe anbietet. Klara zieht mit Olga auf Richards Farm. Sie wird dort als Haushälterin arbeiten und dafür Unterkunft, Verpflegung und Material für den Aufbau der Station erhalten.
Schnell kommt es zwischen Klara und Richard zu Verstimmungen. Richards Tochter Maris (Jennifer Sittler) will nichts von Klara wissen, und Richard, der nie wieder geheiratet hat, bekennt sich offen zu Luna, seiner schwarzen Geliebten, die Klara eifersüchtig belauert. Für weitere Unruhe sorgt ein erbitterter Grenzstreit zwischen Richard und seinem Nachbarn Kurt Kollau, genau dem Mann, den Henriette bald heiraten wird.

Richard und Klara kommen sich wieder näher, als Klara Richards Tochter Maris mit einem dramatischen medizinischen Eingriff das Leben rettet. Aus Dankbarkeit schenkt er ihr eine Wüstenrose, einen kleinen Sandkristall. Er begleitet sie auch zur Hochzeit von Henriette und Kurt Kollau.

Dort trifft Klara Martin wieder, der sie immer noch begehrt. Die Hochzeitsfeierlichkeiten stehen unter keinem guten Stern. Kurt trinkt mehr, als er sollte. Als Henriette entdeckt, dass ein wertvolles Hochzeitsgeschenk, eine weiße Porzellanpuppe fehlt, fällt der Verdacht auf die schwarzen Bediensteten. Unter Kurts Kommando wird eine Strafaktion inszeniert, die Puppe gefunden und der Vater eines schwarzen Mädchens ausgepeitscht. Der Schreckenstag ist damit noch nicht zu Ende. Klara, die das missratene Fest sofort verlassen möchte, wird von Martin in die Einsamkeit gelockt. Als der Leutnant mit ihr allein ist, fällt über er sie her und vergewaltigt sie.
Unter Schock kehrt Klara zum Schloss zurück. Henriette kann sie kaum trösten. Als sie am nächsten Tag Richard gegenübersteht, macht sie ihm überraschend einen Heiratsantrag. Richard ist glücklich und sagt sofort ja. Er ahnt nichts von dem Vorfall der vergangenen Nacht.

Teil 2

Klara und Richard haben geheiratet, aber Klara entzieht sich ihrem Mann. Sie weiss, dass sie von Martin Kumerow schwanger ist. Ihre beste Freundin Henriette rät zur Abtreibung, aber Klara will das Kind behalten. Sie ist sich sicher, dass Richard sie genug liebt, um auch das Kind anzunehmen. Auf einer Safari gesteht Klara ihm die Vergewaltigung. Richard ist wütend und verwirrt. Er verdächtigt sie, ihn nur des Kindes wegen geheiratet zu haben. Eine Trennung scheint unausweichlich.

Auch Henriettes Ehe steckt in einer tiefen Krise. Kurt wird immer gewalttätiger. Als Henriette ihn zu verlassen droht, stürzt sich ihr Mann völlig betrunken vor ihren Augen vom Schlossturm in die Tiefe und bleibt zerschmettert liegen. Henriette übernimmt die Leitung des Gutes. Unverzüglich gestattet sie Richard den Zugang seiner Herden zur umstrittenen Wasserstelle.
Richard versöhnt sich mit Klara, die mit neuer Kraft am Aufbau der Missionsstation arbeitet. Unerwartet taucht Martin auf und bedrängt Klara, verlangt Vergebung. Sie wehrt sich, es löst sich ein Schuss aus seinem Gewehr. Martin sinkt mit einer schweren Verwundung zu Boden. Sie bringt den bewusstlosen Martin in die Missionsstation und pflegt ihn. Als Richard die beiden sieht, missversteht er die Situation und entfernt sich tief enttäuscht.

Martin stirbt in Klaras Armen. Sie bringt den Leichnam nach Swakopmund zu seinem Vater. Dr. Kumerow beschuldigt Klara des Mordes an seinem Sohn und übergibt sie der Polizei. Klara wird unter Mordanklage gestellt, weil Martins Adjudant Willi sie schwer belastet.Gegenüber ihrem Pflichtverteidiger behauptet sie, dass ihr Mann der Vater des Kindes ist, das sie erwartet. Richard sucht nach langem Zögern Klara im Gefängnis auf und gesteht ihr endlich seine Liebe. Er schwört, alles zu tun, um ihr Leben zu retten.

Bei der Eröffnung des Prozesses wird Klara des heimtückischen Mordes an einem Soldaten der deutschen Schutztruppen beschuldigt. Die öffentliche Stimmung in der Kolonialgemeinde ist gegen sie aufgebracht. Willi gesteht Olga schließlich, dass seine protokollierte Aussage falsch war. Olga informiert Richard, als bereits das Todesurteil gesprochen wird. Doch Willi ist verschwunden.
Die Vollstreckung des Todesurteils wird bis zur Geburt des Kindes aufgeschoben. In der Gefängniszelle schenkt Klara einem gesunden Jungen das Leben. Sie lässt ihren Sohn auf den Namen Felix taufen und gibt ihn in die Obhut ihrer Freundin Henriette. Richard sucht verzweifelt nach Willi, dem verschwundenen Zeugen der tragischen Auseinandersetzung zwischen Martin und Klara und findet endlich eine Spur. Doch der Galgen ist bereits im Hof des Gerichtes aufgebaut. Klara erwartet ihren Tod, in der Hand umklammert hält sie die Wüstenrose... In letzter Sekunde kann Richard Willi jedoch überwältigen und vor den Richter bringen. Und schafft es damit, Klara das Leben zu retten.

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Bilder
 
Der Farmer Richard von Salomon (Walter Sittler)
   
Richard von Salomon Richard von Salamon
   
Richard von Salomon Richard von Salomon und seine Tochter
 
 
Richard und Maris von Salomon (Walter und Jennifer Sittler)
 
Richard von Salomon und seine Tochter
Maris und Richard von Salomon
 
Richard von Salomon trifft Dr. Klara von Sellin
 
Richard von Salomon, seine Tochter, Olga und Klara von Sellin

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Darsteller
Birge Schade Klara
Walter Sittler Richard von Salomon
Ralf Bauer Martin von Kumerow
Mariella Ahrens Henriette
Sven-Erick Bechtolf Kurt Kollau
Brian O'Shaughnessy Hermann von Kumerow
Nicola Thomas Olga
Michelle Malatlou Luna
Hakeem Kae Kassim Raad
Jennifer Sittler Maris von Salomon


Produktion
   
Regie Hans Werner
Buch Evelyn Holst nach einer Idee von Nico Dekker und Mees Xsteen
Kamera Falko Ahsendorf
Produktion Two Oceans Production & TPI Trebitsch Produktion International
Produzentin Katharina Trebitsch
gedreht wurde von Mitte Juli bis Ende September 1998 in Namibia
   
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Quote & Sonstiges

Der Zweiteiler hatte bei der Erstausstrahlung ca. 6,5 Mio. Zuschauer (knapp 18% MA)

Zum ersten Mal stand die damals 13jährige Jennifer Sittler neben ihrem Vater vor der Kamera. Wie's genau dazu kam, könnt ihr an dieser Stelle nachlesen ;-) In diesem Interview, das kurz nach dem Ende der Dreharbeiten im vergangen Jahr stattfand, ist auch noch einiges mehr über den Dreh zu erfahren...

aus dem ZDF Pressetext:

750 km von Windhoek entfernt liegt in einer Talsenke, die jede Kameraperspektive ermöglicht, eine Zeltstadt auf Zeit: 70 Safari-Zelte, eigene Stromversorgung, 50 Fahrzeuge und vier Kühltrucks. Hier müssen 120 Menschen - Schauspieler, Technik, Stab und das medizinische Team - fern von jeder Zivilisation versorgt werden.
Wie eine Fata Morgana erhebt sich unmittelbar daneben ein Kastell: Schloss Duwisib. 1908 vom deutschen Hauptmann und Neu-Farmer Hansheinrich von Wolf als Gutshaus für seinen gewaltigen 100 000 Hektar großen Besitz erbaut, ist es heute nationales Museum - und nun prachtvolle Kulisse für "Die Wüstenrose", einen Zweiteiler, der in das Jahr 1909 und das historische Deutsch-Südwestafrika entführt.

Duwisib ist nur eine der vielen Stationen. Wie ein Zirkus auf Reisen, mit Wohnwagen, Jeeps und Tiefladern für die Kutschen, zieht die Karawane durch das neue Namibia, insgesamt 3500 km legt sie zurück. Nicht nur Technik und Ausrüstung, auch die zahllosen Kostüme und Requisiten aus Deutschland, Südafrika und Namibia müssen zum richtigen Zeitpunkt am Platz sein, Stunt-Spezialisten, eine Rinderherde, Pferde und - ein Löwe. In Swakopmund am Atlantik erinnern zwar viele Häuser noch an die deutsche Kolonialzeit. trotzdem müssen insgesamt 50 LKW-Ladungen Sand herangeschafft werden, um die asphaltierten Straßen in eine perfekte historische Kulisse zu verwandeln.

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