| Brisant (ARD, 03.06.05) |
![]() |
Griseldis Wenner: Er ist erfolgreich im Beruf, seit
16 Jahren glücklich mit derselben Frau verheiratet, dazu ein rührender
Familienvater von drei Kindern. Schauspieler Walter Sittler wundert sich
aber nicht, dass er für ein seltenes Exemplar gehalten wird. Wir haben
den 51jährigen in seiner Heimatstadt Stuttgart und beim Dreh in Frankfurt
am Main begleitet. Anm.d.W.: Zwei inhaltliche Fehler in drei Sätzen, super Schnitt *g* |
| Off: Er hat sich angewöhnt, immer ein bisschen
schneller zu laufen. Denn sonst würde er wahrscheinlich auf Schritt
und Tritt angesprochen. Seit 25 Jahren ist Walter Sittler Schauspieler.
Doch mit seinen Comedy-Serien an der Seite von Mariele Millowitsch wurde
er plötzlich berühmt. Walter: Das geht sogar soweit: wir waren in New York und dort im 50. Stock steigt jemand aus dem Aufzug und sagt: "Sie sind doch aus "girl friends! Ich schau mir das immer an!" Also wo immer man ist, irgendeiner ist immer da, der was gesehen hat. Das merkt man dann schon. Off: Heute Abend ist der Traummann für Frauen jeden Alters im ARD-Film "Ein Geschenk des Himmels" zu sehen. Der große Blonde mit den blauen Augen ist zwar schon 52, hat aber von der Natur das bekommen, wofür Frauen beim Chirurgen viel Geld ausgeben. Er sieht wesentlich jünger aus. |
![]() |
![]() |
Walter: Ich habe, glaube ich, das Glück gehabt,
der Jüngste von acht zu sein und die Position des Jüngsten, die
kenne ich, die habe ich richtig verinnerlicht. Das scheint sich ohne mein
Zutun auszuwirken. Und wenn man beim Film ist, passt man natürlich
auch auf, dass man nicht zu schwierig zu schminken ist. Also ein bisschen
was muss man tun. Das mache ich dann auch. Aber das reicht dann auch schon.
Off: In "Ein Geschenk des Himmels" spielt er einen verarmten Playboy, der nach Jahren des Umherirrens doch noch die große Liebe findet. Ähnlich ging es Walter Sittler mit seiner Frau Sigrid. Das hat auch gedauert. Walter: Das hat sehr lange gebraucht. Also, als ich sie dann gesehen habe, nicht, da habe ich es gleich gewusst. Aber ich hätte sie mit 22 nicht gesehen. |
| Off: Denn er war viel zu schüchtern. In seinem
alten Internat in Stuttgart hätte er als 13jähriger im Wald hinter
dem Schulhof so gerne rumgeknutscht wie die anderen, aber das hat er sich
nicht getraut. Walter: Die Mädchen waren damals... in den oberen Stockwerken gab's auf beiden Seiten Zimmer; es waren acht Mädchenzimmer, und die Jungs waren dann hier oben untergebracht. Es gab, wenn ich mich richtig erinnere, 16 Mädchen und der Rest waren Jungs. Und das mit dem Küssen... ja das ist so eine Sache. Also ich persönlich hätte damals den ersten Kuss bekommen können, wenn ich mich getraut hätte. Hab ich aber nicht. Ein sehr schönes junges Mädchen: Michaela. Ich weiß das alles noch. |
![]() |
![]() |
Off: Inzwischen wohnt er wieder in Stuttgart. In Amerika
aufgewachsen, ständig umgezogen und auch jetzt immer unterwegs. Da
kommt nur schwer ein Heimatgefühl auf. Walter: Durch das viele Umziehen hab ich eigentlich nie das Gefühl gehabt, wovon andere mir erzählen, wie schön es ist, dass man weiß: hier gehöre ich hin, hier ist meine Heimat. Aber ich bin jetzt schon 16 Jahre da und irgendwie ist es doch ein warmes Gefühl. Off: Doch viel wichtiger ist für Walter Sittler das Gefühl in sich selbst zu Hause zu sein. Egal wo er gerade ist. |
| © 2005 ARD | |