"Walter Sittler ist 'nicht müde geworden' "
(Bocholter-Borkener Volksblatt, 21.03.05)
 
Der eingebildete Chefarzt, der sich liebevoll mit Krankenschwester Nikola kabbelt, ist seine Paraderolle. Die Leser einer TV-Zeitschrift wählten Walter Sittler im vergangenen Jahr zum "Traummann des Fernsehens". Nach Jahren am Theater verhalf dem hochgewachsenen Schauspieler Mitte der 90er die Rolle in der preisgekrönten RTL-Sitcom "Nikola" zum Durchbruch. Am 23. und 30. März um 21.15 Uhr ist der dreifache Vater in der Sat.1-Krimi-Reihe "Ein Fall für den Fuchs" zu sehen. Im Interview erklärte der 52-Jährige, warum ihm auch diese Rolle sympathisch ist.
   
Ist der gerissene Gauner Max Kerner in "Ein Fall für den Fuchs" eine Rolle, bei der Sie sich erstmals so richtig austoben durften?
Nein, ich habe mich schon oft austoben dürfen. Ich war 15 Jahre am Theater, da gab es einige Gelegenheiten. Und auch bei "Nikola" habe ich mich schon ausgetobt. Aber ich bin nicht müde geworden, ganz im Gegenteil. Solche Rollen machen Lust auf mehr.
Walter Sittler

Bei Max Kerner kommen Sie zudem in den Genuss, zwei Seiten an einer Person darzustellen zu können...
Max ist einerseits der angeblich normale, langweilige Ehemann. Das ist die Fassade. Seine eigentlichen Qualitäten verbergen sich dahinter, das weiß seine Frau auch. Die beiden haben eine gute, lebendige und erotische Liebesbeziehung. Es findet selten im Fernsehen statt, dass ein Ehepaar nach vielen Jahren noch Lust aufeinander hat. Die nette Fassade braucht Max wiederum, um mit seinen Mitstreitern die Coups machen zu können.

Ist Ihnen die Rolle sympathisch?

Ja, ich mag die Rolle sehr. Max ist nicht einer von denen, die sich so wichtig nehmen. Er guckt, was los ist in der Welt, in seiner Familie. Er ist menschlich ein starker Typ, ohne dass er menschelt. Und er hat viel Humor.

Und warum passt es Max anfangs nicht, dass seine Frau Andrea Teil seiner illustren Untergrund-Bande werden will?

Obwohl sie sich bemüht und lernt, passt es ihm nicht. Max möchte Andrea schützen, kommt aber letztlich nicht daran vorbei, sie mitmachen zu lassen. Und sie ist in einem entscheidenden Augenblick noch von großer Hilfe. Er weiß als erfahrener Mensch allerdings, was man können muss, um in diese Gruppe zu passen, wie jeder der Mitstreiter tickt. Eitelkeit und der eigene Vorteil sind dabei fehl am Platz. Gefragt ist eine große Lust, denjenigen, die glauben, sie seien toll, eins auszuwischen. Da Andrea noch neu ist, lässt er sie zunächst ein wenig außen vor.

Was zeichnet die Bande von Max Kerner aus?

Diese Bande ist schon ganz speziell. Dieter Landuris, Esther Schweins, Simone Thomalla und ich - unterschiedlicher geht es nicht. Das ist wunderbar. Die Figuren, die wir spielen, sind gut in dem, was sie machen. Sie verstehen sich fast blind, geben damit jedoch nicht an.

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