| "Zu gut für diese Welt..." (BUNTE, 02.06.05) |
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| Selbst als Familienvater und Ehemann ist der beliebte TV-Star perfekt. Zum Neidischwerden |
| Seit Jahren hat er einen Traum. Walter Sittler, 52, wünscht
sich eine Uhr von Lange & Söhne. Leisten könnte er sich das
teure Stück ohne Schwierigkeiten, schließlich gehört er
zu den erfolgreichsten deutschen Schauspielern. Eine Programmzeitschrift
hat ihn erst kürzlich wieder zum "Fernsehliebling 2005" gekürt.
Doch was trägt er am Handgelenk? Eine Jaeger-LeCoultre, ein Erbstück
seines verstorbenen Vaters. Walter Sittler sagt: "Ich bringe es
einfach nicht übers Herz, für eine Uhr so viel Geld auszugeben.
Wahrscheinlich liegt das daran, wie ich aufgewachsen bin. Ich bin das jüngste
von acht Geschwistern. Wir hatten nie viel Geld, waren aber glücklich." Viel lieber finanziert Walter Sittler von seinen Gagen "sinnvolle Projekte". Beispielsweise den neuen Dokumentarfilm seine Frau Sigrid, 49, der in der Ukraine gedreht wird. Oder er spendet für die SOS-Kinderdörfer oder die Zuschauertribüne eines Kindertheaters. Er schmunzelt: "Und jedes Mal, wenn ich beim Juwelier bin, schaue ich mir die schönen Uhren an und freue mich darüber, dass es Leute gibt, die sie sich kaufen." |
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| Walter Sittler scheint mühelos viele Rollen unter einen
Hut zu bringen: guter Mensch, erfolgreicher Schauspieler, perfekter Familienvater.
Der 1,94-Meter-Mann (Schuhgröße 50!) ist attraktiv, charmant,
höflich und witzig. Wenn er über seine Kinder Jennifer, 19, Benedikt,
18 und Lea-Marie, 15, und seine Frau spricht, mit der er seit zwanzig Jahren
ohne Skandale "sehr glücklich" verheiratet ist, könnte
man neidisch werden. Während er von ihnen erzählt, hält er
immer wieder kurz inne und lächelt. "Ja. Es war eindeutig die
richtige Entscheidung, eine Familie zu gründen. Hätten Sigrid
und ich uns früher kennen gelernt, hätten wir sicher mehr Kinder.
Aber da wir schon Anfang 30 waren, haben wir ganz bewusst nach dem dritten
Kind gesagt: Jetzt ist Schluss. Ich wollte kein zu alter Vater sein, damit
ich noch mitbekomme, wie meine Kinder erwachsen werden. Seine ersten Kindheitsjahre hat Walter Sittler in Amerika verbracht. Der Vater, ein amerikanischer Professor für Anglistik und Germanistik, hatte sich während des Studiums in Berlin in Walters Mutter verliebt. Sie heirateten, zogen in die USA. Im Dezember 1952 wurde Walter in Chicago geboren. Sechs Jahre später ging die Familie zurück nach Süddeutschland. Was ist von seinen amerikanischen Wurzeln geblieben? Das Faible für Western-Filme. "Ich würde zu Fuß bis Ameriak oder Alaska laufen, wenn ich die Chance hätte, in einem Western mit Clint Eastwood spielen zu dürfen", lacht er. Zwei seiner Geschwister leben wieder in den USA. "Die anderen in Zürich, am Bodensee und in Frankfurt a.M. Wir telefonieren regelmäßig und wissen immer, was jeder von uns treibt. Letztes Jahr haben wir uns alle, inklusive unserer 87-jährigen Mutter für vierzehn Tage in Italien getroffen." Er selbst wohnt mit seiner Familie seit siebzehn Jahren in "einem gemieteten Haus" in Stuttgart. "Stuttgart ist das Meiste an Heimat, was ich habe. Ich habe vorher nie so lange am selben Ort gewohnt, da wir wegen des Berufs meines Vaters ständig umgezogen sind." Seinen Kindern wollte er diesen Stress nicht zumuten. "Ich hatte sieben Jahre lang ein festes Engagement am Stuttgarter Staatstheater. Später wollten wir die Kinder dann nicht mehr aus ihrem gewohnten Umfeld herausreißen. Und mittlerweile sind wir in Stuttgart so gut verankert, dass wir auf jeden Fall dort bleiben wollen. Seit ich fürs Fernsehen drehe und viel herumreise, ist es ohnehin egal, wo wir wohnen." Sich selbst bezeichnet er gern als "Fernseh-Spätzünder". Erst 1995 schaffte er als Hoteldirektor Ronaldo Schäfer in der ZDF-Serie "girl friends" den Durchbruch. Seit 1996 spielt er in der RTL-Comedyserie "Nikola". Für diese Rolle wurde Sittler mit dem Grimme-Preis und dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. Seit März laufen regelrechte "Walter-Sittler-Spielfilmwochen" in unterschiedlichen Programmen. Trotz des Erfolgs, sagt er, würde bei ihm niemals die Gefahr bestehen, abzuheben. "Mir ist es wichtig, die anderen so zu behandeln, wie ich selbst behandelt werden möchte. Für mich ist Erfolg kein Ruhekissen. Ich stecke mir deswegen keine Feder an den Hut. Es ist schön, dass es so ist. Aber ich möchte, das es genauso bleibt beziehungsweise sogar noch besser wird." Er schaut auf seine Uhr und strahlt: "Meine Frau kommt mich besuchen, obwohl sie selbst viel zu tun hat. Darüber freue ich mich wahnsinnig. Man muss sich als Paar gegenseitig verwöhnen. Das ist wichtig. Es ist auch nicht so schwer. Es ist eigentlich sogar ganz einfach." Und wer noch immer nicht an Traummänner glaubt: Walter Sittler hat in 20 Ehejahren niemals einen Hochzeitstag vergessen. © 2005 BUNTE; Tanja May |